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Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Staunenswerte Geschichten schreibt Gott mit den Menschen. Da ist die Geschichte des überzeugten Materialisten Dr. Günter Bechly, der eine grosse Evolutionsausstellung zu gestalten hatte und auf die Idee kam, auf zwei Waagschalen Darwins Evolutionsbuch mehreren evolutionskritischen Büchern gegenüberzustellen. Er wollte anschaulich machen, dass Darwins Buch «Über die Entstehung der Arten» schwerer wiegt als die Bücher, die für ein intelligentes Design, für einen intelligenten Schöpfer sprechen. Lesen Sie ab Seite 30 einen Erkenntniskrimi, der damit beginnt, dass Dr. Bechly «die falschen Bücher» las. Gänzlich rationale Argumente und intelligentes Nachdenken haben ihn letztlich zum Glauben an den Gott der Bibel geführt. Wer den «Geist der Wahrheit» hat, also tatsächlich wissen will, was die Wahrheit ist, den führt Gott auch zur Erkenntnis.

Mich erinnerte dieser Fall an den Pflanzenbiologen und Genetiker Prof. John Sanford (factum 1/2011, S. 17; factum 5/2016, S. 34). Auch er war ein überzeugter Vertreter der Evolutionstheorie. Bei ihm verlief der Erkenntnisweg in umgekehrter Reihenfolge. Er hatte den «Fehler» gemacht, die Bibel zu lesen. Er erkannte, dass diese Worte wahr sind. In einem zweiten Schritt stellte er seine Evolutionsüberzeugung auf den wissenschaftlichen Prüfstand: «Was sagt die Genetik zur Entstehung des Lebens?»

Zunächst fürchtete er, es werde schwierig sein, die Genetik mit der Bibel in Einklang zu bringen. Dann war dies aber überaus einfach und ganz offenkundig. Sanford legte seine wissenschaftliche Entdeckungsreise in einem Buch dar («Genetic Entropie and the Mystery of the Genome»). Mutationen bewirken keine Aufwärtsentwicklung, wie es der Evolutionstheorie zufolge sein müsste, vom Frosch zum Menschen, sondern ein Aufsummieren von Defekten und negativen Mutationen. Genetisch gesehen ist es abwegig zu glauben, die unermessliche Informationsfülle im Genom habe keine Herkunft und sie habe sich von selbst und durch Zufall aus nichts entwickelt. Die Realität «ist primär geistiger Natur. Deshalb leben Materialisten neben oder allenfalls am Rande der Wirklichkeit», sagt der Chemiker und Wissenschaftsjournalist Edgar Gärtner.

Christlicher Glaube ist nicht deshalb das Richtige, weil er gute Gefühle beschert, sondern weil er wahr ist.

Der Urheber aller Information wendet sich seinen Geschöpfen in Liebe zu, das hat Dr. Bechly, und das hat Prof. Sanford erkannt. Wie diese Liebe Menschen verwandelt hat, lesen Sie in dem Artikel «Tut denen Gutes, die euch hassen ...», ab S. 12. Das israelische Militär, die Israel Defense Forces (IDF), kümmert sich mit grossem logistischen und materiellen Aufwand darum, dass die christliche Organisation «Frontier Alliance International» (FAI) in Syrien Menschenleben rettet, Verwundete operiert. Juden und Christen helfen ihren Feinden. In weltlichen Medien hat diese Geschichte keinen Nachrichtenwert. Die Welt entscheidet sich, etwas anderes glauben zu wollen.

Es ist eine Entscheidung, was und wem wir glauben wollen. In der westlichen Christenheit, der es anscheinend zu gut geht, macht sich der Ungeist breit, zu fragen: «Sollte Gott gesagt haben?» (siehe Beitrag S. 42). Für verfolgte Christen ist es hingegen «ganz klar, dass sie nahe am Messias dranbleiben müssen», sagt Andrew White, der lange als Pfarrer in Bagdad lebte. Sie können sich den Luxus nicht leisten, auf Halbwahrheiten zu setzen. Bei uns wird häufig christlicher Glaube, wird Jesus selber mit der Frage instrumentalisiert: «Nützt mir das?» Damit steht wieder das Ich im Zentrum. Das ist nur die pseudochristliche Variante der Ego-Sucht unserer Zeit. Christlicher Glaube ist aber nicht deshalb das Richtige, weil er «nützt» und gute Gefühle beschert, sondern weil er wahr ist. Und weil ein Leben ohne Gott ein Leben im Falschen, in der Lüge, ist. Ein Leben ohne Gott ist, neudeutsch gesprochen, ein einziger Fake. Glauben heisst, der Bibel zu vertrauen. Denn es gilt (Artikel S. 44): «Gottes Reden ist unser Leben.»

Ihr Thomas Lachenmaier, Redaktionsleiter