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Liebe Leserin, lieber Leser

Kürzlich las ich eine Anrede, die mir gut gefiel und die an dieser Stelle ebenfalls passt: «Liebe Zeitgenossen, Neugierige und Aufgeschlossene!» Das erste Wort drückt aus, dass Sie, die Leser, der Redaktion «lieb und teuer» sind. Wir nehmen unseren Auftrag und Ihr Bedürfnis nach verlässlichem christlichem Journalismus ernst und spüren diese Verantwortung. Das war so, als ich vor mehr als vier Jahren als factum-Redakteur begann. Das ist heute so und daran wird sich nichts ändern. Zeitgenossenschaft verbindet. Ganz besonders verbindet aber christliche Zeitgenossenschaft. Christen sind sich «Freudensgenossen». Wer Christ geworden ist, nimmt das, was in der Welt geschieht, ganz anders wahr als jemand, dem alles Zufall, Schicksal ist. Bei Begegnungen mit Lesern habe ich immer diese besondere Verbundenheit und dieses Vertrauen gespürt, das mit unserem Glauben zu tun hat. Neugierde ist etwas anderes, als sensationslüstern zu sein und offen für das Beliebige, für Spekulatives, für das Schlechte. Mit den digitalen Medien strömt eine wahre Flut an Informationen auf uns ein. In ungleich höherem Masse als früher ist das Leben heute von Informationen bestimmt, die man nicht selber gewonnen hat. Vieles wirkt verlässlich und ist es doch nicht. Als Christen wissen wir um die geistige Realität des Schöpfergottes, der auch Herr der (Heils-) Geschichte ist. Es ist eine Gefahr, und es ist weithin so, dass diese tatsächliche Realität hinter dem dunklen Vorhang der Informationsflut und der Aktualität nicht mehr wahrgenommen werden kann. Im bescheidenen Rahmen des Möglichen möchte factum zur Transparenz beitragen und damit das Augenmerk auf Gottes Wirken im Leben des einzelnen Menschen und in der Welt aufmerksam machen.

Es ist eine Freude, von Jesus gehört, von ihm ergriffen worden zu sein. Aber es ist auch eine Herausforderung, als Christ in einer Welt zu leben, die von Christus wenig wissen will. Zu dem, was hier ermutigen kann, gehören auch Informationen und Bewertungen aus christlicher Perspektive. Lesen Sie dazu die erste Folge unserer Kolumnenreihe «Erlebt und Bewegt», in der erfahrene Autoren auf persönliche Aspekte dieser Problematik eingehen werden. Den Auftakt macht der Theologe Uwe Siemon-Netto, der davon berichtet, wie der Glaube seiner erfolgreichen Karriere als Auslandskorrespondent eine ganz andere Richtung gegeben hat: «Bekenntnisse eines Spinners». Die weiteren Autoren dieser Kolumne werden der Theologe, Evangelist und Musiker Jörg Swoboda, der Theologe und Nahost-Korrespondent Johannes Gerloff und der Historiker und Essayist Thomas Baumann sein. Eine weitere Rubrik, die sich ebenfalls persönlichen Aspekten des Glaubens widmen wird und die in dieser Ausgabe startet, trägt den Titel «Gottesgespräche. Ein Gebet, das mir wichtig wurde. Eine Einladung». Wechselnde Autoren schreiben hier über ein Gebet und lenken damit das Augenmerk auf eine christliche Praxis und einen Auftrag Jesu, der jede Beachtung und Befolgung wert ist. Bei meiner Arbeit als factum-Redakteur hat mich immer gefreut zu sehen, dass dieses Magazin für manchen Leser eine tatsächliche Bereicherung im Alltag seines Christenlebens darstellt. Für die Aufgeschlossenheit, die Sie dem früheren Chefredakteur Rolf Höneisen und mir entgegengebracht haben, bedanke ich mich herzlich. Bleiben Sie factum weiterhin wohlgesonnen! Nun grüsse ich Sie herzlich mit meinem schweizerischen Lieblingsgruss: Allegra!, der einem manchmal beim Wandern im Süden Graubündens freundlich entgegenklingt. Allegra heisst «Freue dich» und meinte ursprünglich «Freue dich in Gott».

In diesem Sinne mit einem herzlichen Allegra! Ihr Thomas Lachenmaier, Redaktionsleiter