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Leserbriefe

Kein Wort ist unwichtig
zu: Losung vom 23. Januar 2018

In den deutschen Losungen werden immer wieder Teile der angegebenen Bibelstellen weggelassen, z. B. am 23. Januar: «Der HERR war mit Samuel und liess keines von allen seinen Worten zur Erde fallen» (1. Sam. 3,19). «Samuel wuchs auf» wurde weggelassen!

Also, schon während seines Aufwachsens liess Gott keines seiner Worte zur Erde fallen! Daher ist der kleine Satz «Samuel wuchs auf» sehr wichtig!

In den französischen Losungen ist er abgedruckt!

Hans-Rainer Preiss, DE-Bechhofen

Es geht um Elementares
zu: «Glaube nach eigenem Gusto» und «Gottes Reden ist unser Leben», 1/18

Die beiden Beiträge sprechen in der Tiefe das gleiche Thema an und ergänzen sich dabei sehr gut. Die Inhalte sprechen mir voll aus dem Herzen, es geht um Elementares.

Es lohnt sich, dabei auch auf die Ursachen und Hintergründe einen Blick zu werfen. Warum und woher kommen diese dauernden Spaltungen und Irrwege, diese endlosen Diskussionen und Wortgefechte?

Der Urgrund liegt meiner Ansicht nach in der Ursünde, indem die Frucht vom Baum der Erkenntnis gegessen wurde. Dieses Vergehen gegen Gottes Gebot «verfolgt» die Menschheit ununterbrochen. Diese verlockende und verführerische Lüge: «... ihr werdet sein wie Gott und selbst wissen, was gut und böse ist» (1. Mose 3,4) beeinflusst bis heute alle Religionen und Theologien. Das Christentum ist dabei nicht ausgeschlossen, ebenso sind auch die bekennenden Christen dieser Gefahr ausgesetzt.

Satan hat drei entscheidende Waffen, die er gegen das Wort Gottes einsetzt: Zweifel, Spaltung und Hochmut. Der Feind weiss sehr genau, dass Gott sein Wort hält! Der Zweifel bekommt nichts (Jak. 1,6–7), Spaltung verhindert die Einheit im Geiste Gottes (Matth. 18,19–20) und Gott widersteht dem Hochmütigen (1. Petr. 5,5 b). Die drei Werkzeuge sind darum so erfolgreich, weil die Seele sich weigert, freiwillig die Führung dem Heiligen Geist abzugeben. Sie klammert sich an die verlockende Lüge: «Ihr werdet selbst wissen, was gut und böse ist.» Praktisch alle neutestamentlichen Briefe belegen, dass dieser Kampf zwischen Gottes Weisheit und menschlicher Weisheit schon zur Zeit der Apostel in vollem Gange war.

In seinem Buch «Der geistliche Christ» schreibt Watchman Nee sinngemäss: Die Aussage von Jesus, «wer mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach» (u. a. Luk. 9,23), bedeutet nichts anderes, als jeden Tag neu zu entscheiden, dass sich die Seele dem Geist unterordnet und die dem natürlichen Mensch angeborene Führung abgibt. Diese Verantwortung und Entscheidung trägt jeder Gläubige selber. Die Stärken und Schwächen im Kampf zwischen Fleisch und Geist sind individuell unterschiedlich, darum sagt Jesus auch, jeder nehme «sein» Kreuz auf sich und nicht irgendeines oder das eines andern.

Der weitere Grund für Spaltung, Zweifel und Hochmut besteht darin, den schmalen Weg zum Leben auszubauen, auszuschmücken, zu verbreitern und zu erweitern, damit möglichst viele darauf gehen und es Platz für jede Vielfalt und Meinung hat. Die Bibel sagt aber, der Weg zum Leben sei schmal und wenige sind es, die ihn finden (Matth. 7,14). Die grosse Täuschung liegt darin, zu meinen, der breite Weg sei immer noch der Weg zum Leben, nur interessanter, toleranter, vielfältiger und erst noch bequemer. Der breite Weg führt aber ins Verderben, etwas anderes kann man aus der Schrift nicht herauslesen. In Wahrheit hat der Weg die Breite einer Person und diese Person ist auch die Tür und heisst Jesus Christus.

Jede Verbreiterung des Weges, die versucht, neben der Türe, neben Jesus vorbei, in den Schafstall zu kommen, muss ins Verderben führen, sonst hätte die Schrift gelogen und Jesus wäre vergeblich gekommen.

Die beiden Beiträge sind ein wichtiges Mahnwort, auch zur eigenen Reflexion, vielen Dank dafür.

René Wenger, CH-Buchs