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Editorial

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Ein Streit um die Wahrheit ist entbrannt. Was ist Fakt, was Fake? Gibt es Realität oder kann sie auch «alternativ» sein? Die Rede ist von einer sehr, sehr alten Debatte. Sie begann mit den Worten: «Ja, sollte Gott gesagt haben …?» (1. Mose 3,1).

Schon der römische Gewaltherrscher und Opportunist Pilatus glaubte es sich leisten zu können, die Machtfrage über die Wahrheitsfrage zu stellen. Zu dem, dem alle Macht gegeben ist, der die Wahrheit ist, sagte er frech: «Was ist Wahrheit?» Und gab sich selbst Antwort und Urteil, indem er Jesus übergab an seine Soldateska, auf dass diese mit ihm ihr böses Spiel treibe und ihn kreuzige.

Die Geschichte der Menschheit ist die Geschichte der Rebellion gegen Gott und die Geschichte von Gottes Hinwendung zum Menschen. Sie ist auf das Engste mit dem Volk Israel verbunden, das Gott sich geschaffen hat (vgl. Jes. 43,7). Als erstem unter den Völkern hat er dem jüdischen sein Wort anvertraut (vgl. Röm. 3,2). Er hat es zu seinem Boten gemacht, an ihm zeigt Gott seine Herrlichkeit (vgl. Jes. 49,3). Gott hat die Israeliten «in alle Winde zerstreut, aber nun sammelt er sie wieder und schützt sein Volk wie ein Hirte seine Herde» (Jer. 31,10). Mit seiner Heimkehr nach 2000 Jahren setzt er es, in unserer heutigen Zeit, «zu einem ewigen Denkzeichen (...), das nicht ausgelöscht wird». Das ist eine Nachricht an Teheran, an alle Nationen. Schon erkennen manche, wovon Psalm 126,2 spricht: «Dann wird man sagen unter den Heiden: Der HERR hat Grosses an ihnen getan.»

Die Geschichte Gottes mit den Menschen zeigt: Die Wahrheit ist auf dem Wege.

Noch wird Israel verleumdet ohne Ende. Keine Armee der Welt betreibt einen so immensen Aufwand wie die israelische, um zivile Opfer zu vermeiden. Es ist auch die einzige Armee, um deren Kritisierung sich nichtstaatliche Organisationen (NGO) mit Millionenbudget kümmern. Negative Fälle, die es in jeder Armee gibt, werden aufgebauscht oder einfach behauptet. Das ist Teil der Delegitimierungskampagne, mit der dem Staat Israel letztlich das Existenzrecht abgesprochen werden soll. Politiker wie der deutsche Aussenminister machen solchen NGO’s die Aufwartung (siehe Kommentar S. 8), als gäbe es hier sachliche Erkenntnis. Dabei machen sie es mit der Wahrheit, wie manche gerne ihre Spiegeleier haben: upside down. Die Wahrheit wird auf den Kopf gestellt. Der Lüge wird die Aufwartung gemacht.

Eine Story wie die, dass Israel an der syrischen Grenze Lazarette unterhält und in grosser Zahl und kostenlos Verwundete behandelt, die über die Grenze gebracht werden, ist ein Ladenhüter. Die israelischen Krankenschwestern und Ärzte sehen in den Hilfsbedürftigen nicht «Syrer», «Muslime», «Aufständische» oder «Terroristen», sondern einzig: Menschen. Es wurden schon Tausende Verletzte operiert. Aus journalistischer Sicht wäre das eigentlich eine «tolle Story». Sie hat alles, was eine spannende Reportage braucht, Dramatik und den «Human Interest»-Faktor: Die Verletzten kommen direkt aus einem Kriegsgebiet; es geht um Leben und Tod; Menschen werden gerettet; Kinderaugen strahlen wieder. Dass die Israelis unentgeltlich Menschen helfen, die ihnen sogar feindlich gesonnen sind, ist Nächstenliebe, wie sie im Buch der Bücher steht. Aber das passt einfach nicht in das Zerrbild, welches die meisten Zeitungen und TV-Sender von Israel zeichnen wollen. Das Positive wird unterschlagen. Auch unterlassene Nachrichten sind Fake-News. Schweigen kann auch Lüge sein.

Die Geschichte Gottes zeigt: Die Wahrheit ist auf dem Wege. Es kommt die Stunde, da wird Sein Volk aus Juden und Heiden sprechen: «Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!» (Matth. 23,39). Jesus hat es versprochen.

Ihr Thomas Lachenmaier, Redaktionsleiter