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EDITORIAL
Liebe Leserin, lieber Leser

In Arabien ereignet sich ein wahrer Blutsturm. Nicht Zehntausende, Hunderttausende werden getötet. In aller Regel begleitet von dem Ruf «Allah u Akbar» (Allah ist grösser). Was mag das für ein Gott sein, in dessen Namen all das geschieht?

Allein in Syrien starben in den vergangenen zwei Jahren mehr palästinensische Araber als im gesamten arabisch-israelischen Konflikt seit 1948. Die Empörung darüber – und über die unvorstellbar grausame, enthemmte Kriegsführung von IS-Kämpfern, Al-Qaida, syrischen Truppen, iranischen Milizen, Dschihad-Kriegern verschiedenster Provenienz – hält sich in Grenzen. Keine aufgebrachten Muslime beklagen bei hitzigen Demonstrationen in europäischen Städten die Ermordung ihrer Glaubensbrüder oder die Zerstörung ihrer Moscheen. Keine Friedensdemo fordert ein Ende dieser Gewalt, spricht von «Genozid».

Stattdessen dröhnt in europäischen Städten ein Hass-Kampf gegen Israel: Salafisten; Hisbollah-Anhänger; radikale Balkanmuslime; Faschisten von den türkischen Grauen Wölfen, die mit einer Art Hitler-Gruss zeigen, wes Geistes Kind sie sind; Linksradikale; Neo-Nazis mit T-Shirts, auf denen «Odin statt Jesus» steht; Linksliberale mit Pensionsanspruch; Wohlstandsbürger, feministisch gesonnene linksautonome Frauen und Erdogan-Jünger. Was für eine verrückte Koalition!

Zum Gaza-Konflikt liesse sich viel sagen. Zuallererst, dass Israel vor Jahren den Landstreifen komplett geräumt hat. Zehntausend israelische Bürger sind teils unter Gewaltanwendung umgesiedelt worden. Aus dem Gaza-Streifen hätte «die Schweiz des Nahen Ostens» werden können, sagt der Nahost-Kenner Tilman Tarach, sofern die Verantwortlichen die Chance genutzt und das Land friedlich, an der Seite Israels, entwickelt hätten: Aufbau einer Tourismusinfrastruktur an der Mittelmeerküste, Landwirtschaft, Bildung. Aber den neuen Herren war anderes wichtiger als die Menschen und das Land. Vor allem ihre persönliche Bereicherung (arabische Zeitungen haben publik gemacht, dass die Hamas-Fürsten in Millionen schwelgen). Und dann die Verseuchung der Menschen mit Judenhass in Schulen und Medien. Und schliesslich die exorbitante Militarisierung des Landes, Drogen- und Waffenschmuggel, permanenter Terror gegen Israel. Man könnte viel darüber berichten, warum sich die Welt über das Falsche aufregt, wenn sie sich gegen Israel wendet.

Aber in dieser Ausgabe geht es vor allem um die geistliche Dimension dieses Konfliktes und darum, was er mit jedem von uns zu tun hat. Es ist «Zeit der Entscheidung», wie der Text von Joela Krüger uns ans Herz legt. Auch was der überaus kluge David Patterson in dem Text von Carmen Matussek (S. 44) über die Grundlagen des Kampfes gegen das jüdische Volk sagt, ist erhellender als jede Talkshow-Runde im Fernsehen, in der sich Gottesleugner und Israelhasser die Klinke in die Hand geben.

Das «Toben um Israel» ist in erster Linie ein geistlicher Konflikt. Der Kampf gegen den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der der Gott der Geschichte ist, eint postmoderne Halbintellektuelle (die sonst für das «Grundrecht auf Abtreibung» auf die Strasse gehen) und rückständige Radikalmuslime. Gemeinsam sprechen sie: «Kommt und lasst uns sie als Nation vertilgen, dass nicht gedacht werde des Namens Israel» (vgl. Die Bibel, Psalm 83, Vers 5). In Vers 4 heisst es: «Gegen dein Volk planen sie listige Anschläge, und sie beraten sich gegen die, die bei dir geborgen sind.» Aber sie wissen es nicht, mit wem sie es zu tun haben.

Das ist ein Kampf, der sich genauso gegen die Juden richtet, wie er sich gegen die Christen richtet. Im Irak, überall wo das Banner des Islam hängt, lässt sich das beobachten. Wenn schon die Weltleute im Westen nicht sehen, was hier geschieht, so ist es doch für die Christen allerhöchste Zeit, aufzuwachen. Und sich zu entscheiden.

Ihr Thomas Lachenmaier, Redaktionsleiter

Das «Toben um Israel» ist in erster Linie ein geistlicher Konflikt. Für Christen ist es an der Zeit, aufzuwachen. Und sich zu entscheiden.