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Editorial

EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser

Auch Nichtchristen erkennen, dass die Dinge aus dem Lot sind. Im Vorwort des Kataloges eines philosophischen Verlages heisst es: «Mit dem gleichen ungläubigen Staunen, mit dem Stefan Zweig das Aufkommen des Hitlerfaschismus mit ansah und wir den Mauerfall und das Ende des sowjetischen Imperiums erlebt haben, stehen wir nun vor der bis vor Kurzem unvorstellbaren Erosion aller Werte und Institutionen der westlichen Nachkriegsdemokratie (...) Nach dem Verfall des sowjetisch beherrschten Blocks scheint nun auch sein damaliger Gegenpart, die Vereinigung der westlichen Demokratien, zu zerfallen.» Dieser Prozess «nehme immer mehr Fahrt» auf, «keine Gewissheit» scheine mehr zu gelten, «tiefgreifender Umbruch auf allen Gebieten, Kräfteverhältnisse wandeln sich radikal, Orientierung fällt zunehmend schwer». Ausdruck davon ist auch, dass die deutsche Bundeskanzlerin die Politik der Westbindung, die seit Adenauer (fast sieben Jahrzehnte lang) Bestand hatte, beendet. Indiz dafür ist ihr Kampf für die russische Gaspipeline (die fatale Abhängigkeiten schafft), der eigentlich ein Kampf gegen die Gas-Pipeline von Israel nach Südeuropa ist, und vor allem ihr Kampf gegen die Iran-Sanktionen. Iran bereitet im Libanon, in Syrien und jetzt von Irak aus einen Krieg gegen Israel vor, hat eine enorme Raketenrüstung aufgebaut, kündigt die Vernichtung Israels an, hat Zehntausende Kämpfer in verschiedenen Ländern im Einsatz, unterjocht die eigene Bevölkerung, Folter, Hinrichtungen. US-Vizepräsident Mike Pence sagt: «Das iranische Regime befürwortet einen Holocaust und versucht auch, ihn zu erreichen. Antisemitismus ist nicht nur falsch, er ist böse.» Europa, Deutschland voran, lässt die aufbegehrende iranische Bevölkerung im Stich und ist die Schutzmacht des staatsterroristischen Regimes, mit dem der erneute Aufstieg des militanten Islam 1979 begann. Ein Text zur Einordnung, zum Verständnis der heutigen Zeit: «Damit fing es an» (S. 12).

Erfahrene Bergwanderer wissen: Wenn du dich verlaufen hast, musst du den gleichen Weg zurückgehen, bis du wieder auf den richtigen Weg kommst. Und dann schaust, dass du ihn nicht wieder verlierst. Umkehr.

Deutschland bereitet ein Gesetz vor, mit dem Psychologen, Ärzte und Seelsorger gezwungen werden, auch gegen ihre ethische Überzeugung, Homosexuelle in ihrer Neigung zu bestätigen. Mit diesem Gesetz kann das öffentliche Gebet für eine Veränderung einer sexuellen Orientierung geahndet werden, warnt der «Bibelbund». Er fordert Freiheit für die Äusserung ethischer Überzeugungen und die Akzeptanz von Menschen, die ihre Homosexualität als Problem ansehen und sich deshalb verändern wollen. Ein Land, das gegen biblische Werte kämpft, das sich gegen Israel wendet und es in der Bedrohung im Stich lässt und ein solches Gesetz vorbereitet, spottet Gottes Willen. Die Geschichte zeigt: Darauf liegt kein Segen.

Erfahrene Bergwanderer kennen und folgen diesem Rat: «Wenn du dich verlaufen hast, musst du den gleichen (falschen) Weg zurückgehen, bis du wieder auf den richtigen Weg kommst. Und dann schaust, dass du ihn nicht wieder verlierst.» Umkehr. Von der Perspektive des richtigen Weges aus, mag er auch schmal sein, fällt die Orientierung leicht. Die Schrecknisse der Zeit verlieren ihre lähmende Wirkung. Der Blick öffnet sich für Schönheit und Wahrheit – die sich in der Geschichte offenbart (in der Erfüllung von Gottes Wort) und in der Schöpfung. Es hilft, die Augen dafür zu öffnen. Versäumen Sie bitte nicht den Text «Ich habe hart dagegen gekämpft» (S. 31), der von einer wissenschaftlichen Sensation berichtet, die in den Medien kaum Echo findet – sie widerspricht einfach dem gängigen Weltbild.

Die Wahrheit ist stärker, die Gott mit uns schreiben möchte. Es ist «Eine eigenartige Geschichte» (S. 10), aber wir dürfen uns ganz darauf verlassen.

Ihr Thomas Lachenmaier, Redaktionsleiter

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