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LESEBRIEFE

Unterstellung sachlicher Ungenauigkeit zum Leserbrief von Christoph Meyer: «Einleuchtend oder an den Haaren herbeigezogen?», 8/2013 Der Verfasser des Leserbriefes unterstellt, der hebräische Ausdruck maalej ha-gerah (3. Mose 11,4) sei entstanden aus der Beobachtung der «mümmelnden Bewegungen an Mundwerk und Gesicht» beim Hasen wie beim wiederkäuenden Rind und meint, es bedeute «im engeren Sinn das Gegenteil von runterschlucken». Damit unterstellt er die unexakte Wiedergabe als «Wiederkäuer» völlig grundlos auch dem Grundtext. maalej ha-gerah bedeutet genau sachlich-wörtlich «(die) (Her)auf(bring)enden, das (Vor)gekaute». Das wiederkäunende Rind bringt das Vorgekaute aus dem Pansen auf dem Innenweg in seinen Mund. Der auf den Hinterbeinen sitzende Hase nimmt es vom After auf dem Aussenweg in seinen Mund. Beides ist «etwas konkret zu Beobachtendes», das mit «(her)auf(bring)en das (schon einmal) Gekaute» genügend exakt formuliert ist. Ausser dieser ungenauen Übersetzung als Wiederkäuer gibt es in unseren guten Bibeln noch andere vom Literalsinn abweichende Wiedergaben, die auf der zwar gutwilligen, aber doch irrigen Unterstellung sachlicher Ungenauigkeit des Grundtextes beruhen und verbreitete Irrtümer zementieren. Einige dieser Wiedergaben werden in www.gtü-bibel.de/lehrerm/ungenau behandelt. Bernd Fischer, DE-Ludwigsstadt

Auch andere Überzeugungen sind möglich zu: «Scheitern einer Prophetie», 8/2013 Selbstverständlich gab es immer wieder infolge komplexer, ökologischer Zusammenhänge und vielschichtiger Einflüsse des Sonnensystems starke Klimaschwankungen auf der Erde. Prognosen sind daher schwierig zu stellen. Aber jedermann sollte mindestens einsehen, dass immer mehr Menschen, welche immer mehr konsumieren, auch immer mehr Umweltbelastungen erzeugen. Die Erde indessen ist nicht unbegrenzt belastbar. Durch das ungebremste Verbrennen fossiler Energieträger wird das in ihnen gebundene CO2 wieder freigesetzt. Auch wurde bereits rund die Hälfte des weltweiten Waldes von der Menschheit vernichtet. Wälder indessen binden CO2 langfristig. Nun zeigen schon einfache Schulversuche die Wirkung von CO2 als Treibhausgas auf; zu hohe Temperaturen sind jedoch für zahllose Lebewesen von negativer Auswirkung. Da die Temperaturmesswerte stark streuen, sagen innerhalb von 15 Jahren selbst die Mittelwerte wenig aus. Betrachtet man jedoch bloss die letzten 100 Jahre, wird eine deutliche Erwärmung ersichtlich. Eine grosse Auswahl repräsentativer Daten zeigt auf, dass beispielsweise in den Alpen in den letzten 160 Jahren ein Gletscherschwund von gegen 50 % stattfand. In der Antarktis wächst das Meereis gegenwärtig tatsächlich. Diese Zunahme hält aber nicht annähernd Schritt mit dem Rückgang desselben in der Arktis. Abschliessend sei auf einen theologischen Aspekt hingewiesen. Der Mensch wird grossmehrheitlich seinem Urauftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren (Genesis 2), nicht gerecht, was äusserst negative Folgen zeitigt (Jesaja 24, Offenbarung 18). Sein Einfluss auf die Erde ist biblisch gesehen unbestreitbar. Im Bewusstsein seiner vollständigen Abhängigkeit von einer einigermassen intakten Umwelt ist er zu einem ökologisch möglichst gut verträglichen Lebensstil aufgerufen. Entdecken und Verinnerlichen der Schönheit und der Wunder der Natur führen unweigerlich zu vertieftem Lebenssinn. Nicht zuletzt geht es um Wahrnehmen von Verantwortung gegenüber der Schöpfung und damit gegenüber kommenden Generationen. Dr. Beat Samuel Fey, CH-Lenzburg

Fehlende Mitmenschlichkeit zu: «Die neue Religion: Ich. Ich. Ich», 1/2014 Zu der letzten Ausgabe von factum, die ich für grossartig gelungen halte, möchte ich gerne ein paar Gedanken äussern. Wieder werden mehr als brennende Themen angesprochen. Vielen Dank für dieses Heft. Alles das, was in diesem Heft beschrieben wird, entspricht auch meinen Beobachtungen. Nun ein kleines persönliches Erlebnis dazu: Vor ein paar Wochen fuhr ich mit dem Fahrrad und übersah eine kleine Blitzeisstelle in unmittelbarer Nähe unseres Hauses. Innerhalb einer halben Sekunde lag ich (über 70) neben dem Fahrrad und überlegte mir, wie ich wieder hochkomme. Genau in dieser Sekunde lief eine Frau vorbei und sagte ganz hastig: «Alles in Ordnung?» und lief (joggte!) sofort davon. Während ich noch lag, ging auch ganz langsam ein Ehepaar mittleren Alters an mir vorbei und würdigte mich keines Blickes, so, als wäre überhaupt nichts passiert. Na ja, ich rappelte mich auf: stark geprelltes Knie, ein angeknackter Knöchel und einige blutende Wunden waren das Ergebnis. Über die Kälte beziehungsweise die fehlende Mitmenschlichkeit habe ich mich schon etwas gewundert. Normalerweise springt man doch hin und hilft dem Menschen wieder auf die Beine, hebt die Tasche auf und stellt das Fahrrad wieder hoch. Also: Es muss nicht immer ein Erschossener in einem Einkaufszentrum sein, über den man steigt, wie es bei dem Beispiel in dem Artikel von Uwe Siemon-Netto der Fall war. Günter Pistorius, DE-Neuried

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