<
Editorial

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Daniel Pipes, profunder Analyst globaler politischer Konflikte und Autor empfehlenswerter Bücher, äussert sich im Interview zu der im Westen, besonders in Deutschland, noch immer indifferenten Haltung gegenüber der islamischen Herausforderung. Wie Mehltau liegt ein verklemmtes Schweigen über Politik und Medien. Wer Fakten offen benennt, die den Thesen der politisch-korrekten Vogel-Strauss-Haltung widersprechen, wird diffamiert, ausgegrenzt, hat kaum Zugang zu den Medien. Ist das ein Thema für ein christliches Magazin? Ja, denn es sind zuallererst die Christen, die von dieser Politik betroffen sein werden. Sie verlieren ihre Rechte als Erste, wenn der Relativismus so weit geht, dass man der Islamisierung Tür und Tor öffnet. In jedem Land mit muslimischer Mehrheit werden Christen als Kufar, Menschen zweiter Klasse, zumindest drangsaliert. In mehreren leiden und sterben sie, wenn sie sich zu Jesus bekennen.

Der jetzt von der deutschen Bundesregierung veröffentlichte Mikrozensus zeigt die Rasanz der Zunahme der Bevölkerung mit Migrationshintergrund. Ihre Zahl stieg in einem Jahr um 8,5 Prozent und lag 2016 bei 23 Prozent. In Hessen hat ein Drittel einen Migrationshintergrund. Bei den unter Sechsjährigen sind es in Westdeutschland 42 Prozent, in Hessen 50 Prozent. Wie die Statistiker anmerken, sind in diesen Zahlen die Bewohner von Asylheimen und Sammellagern nicht erfasst. Es wurden nur Menschen aus Privathaushalten befragt. Die Zuwanderer der Migrationskrise 2015/16 fehlen also, die tatsächlichen Zahlen liegen um ein bis zwei Millionen höher. Auch sind die Enkel eingebürgerter Gastarbeiter nicht erfasst, unter denen es nicht wenige glühende Erdogan-Anhänger gibt. Allein das vom Bundestag verabschiedete Gesetz zum Familiennachzug (es tritt erst nach der Wahl, im Frühjahr, in Kraft) wird einen massenhaften Nachzug und weiteren Sog bewirken.

Es wäre blauäugig zu glauben, dieser demografische Wandel habe keine Auswirkungen auf unsere Zivilisation – und insbesondere für die Christen.

Dieser demografische Wandel wird durch den «katastrophalen Geburtenmangel» (Daniel Pipes) und die hohen Abtreibungszahlen verschärft. In Deutschland wurden allein seit dem Jahr 2000 zwei Millionen (!) Ungeborene getötet. Lebensschützer gehen davon aus, dass die Zahl der Abtreibungen wesentlich höher ist, weil viele Abtreibungen nicht gemeldet werden. Auch die Kinder und Kindeskinder der Getöteten fehlen. Christen können es sich nicht leisten, naiv zu sein. Sie sind herausgefordert, die Zeit zu beurteilen (vgl. Matth. 16,3). Es wäre blauäugig zu glauben, dieser demografische Wandel habe keine dramatischen Auswirkungen auf unsere Zivilisation – und insbesondere für die Christen.

Diese Entwicklung könne nur aufgehalten werden, schrieb Pipes bereits 2004 in einem Beitrag für die «New York Post», wenn es in Europa zu einer Veränderung komme, «die zu einem Wiederaufleben des christlichen Glaubens führt, einer Erhöhung der Geburtenrate oder der kulturellen Assimilation der Einwanderer». Eine solche Entwicklung könne man sich aber «nur schwerlich vorstellen».

Im Mittelpunkt dieser Ausgabe steht eine in der Bibel bis ins Detail vorhergesagte demografische Entwicklung: die Rückwanderung des jüdischen Volkes nach Israel. Gott verspricht in seinem Wort, dass er das jüdische Volk vollständig in Israel versammeln, keinen zurücklassen wird. Jetzt machen die europäischen Juden Aliyah, ziehen nach Israel. Zugewanderter Judenhass und die längst Mainstream gewordene Israelfeindlichkeit spielen eine Rolle. Die Entwicklung geschieht schnell. Und sie beschleunigt sich. Es mag heute noch unwahrscheinlich klingen, aber es ist gut möglich, dass dies in wenigen Jahren abgeschlossen sein wird. Das prophetische Wort erfüllt sich vor unseren Augen. Wie gut ist es zu sehen, dass es absolut verlässlich ist. Im Aufruhr dieser Zeit erkennen wir darin den Frieden und die Sicherheit in Gottes Wort.

Ihr Thomas Lachenmaier, Redaktionsleiter