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Leserbriefe

Nicht ohne seine Weisung
zu: «Editorial» und «Was heisst: friedliebende Mehrheit?», 6/17

Das Vorwort (Editorial) ist mal wieder sehr gut gelungen. Die Analyse, dass die Grundpfeiler der Welt umgerissen werden, ist richtig treffend. Mit herkömmlichen Mitteln wird es unmöglich sein, das Steuer nochmal herumzureissen. Deshalb ist der Hinweis auf die Verbindung zu Gott und Seinem Wort so hilfreich und richtig. Ohne Seine Weisung könnte ich nicht leben, ich wäre völlig überfordert, herauszufinden, was zu tun ist, wie man sich verhalten soll. Jedoch durch Gebet und Bibellese, durch Hören auf Ihn erhalten wir Wegweisung. Wo sich die Welt weiter von Ihm abkehrt, müssen wir Christen umso mehr Seine Gemeinschaft suchen.

Der Artikel «Was heisst: friedliebende Mehrheit?» ist in meinen Augen recht überspitzt dargestellt, hier kann ich die Meinung nicht ganz teilen. Es wird immer eine sogenannte friedliche Mehrheit geben, die nichts gegen das Böse ausrichtet. Dieser Mehrheit kann man keinen Vorwurf machen, finde ich. Auch dass friedlich gegen Unrecht demonstriert wird, darf man nie verbieten. Ich denke insbesondere an Demonstrationen gegen Abtreibung, die ja leider auch meist von bösartigen, gewaltbereiten Gegendemos begleitet werden. Sollten wir deswegen darauf verzichten, für die Wahrheit einzustehen in der Öffentlichkeit? Ich denke nicht.

Von der Masse ist es besser wegzuschauen auf den Einzelnen, hier kann man Beispiele finden, wie man sich als Nachfolger Christi verhalten soll. Mein Grossvater zum Beispiel war im Gefängnis, weil er sich weigerte, den Hitlergruss zu geben. Er ist noch immer ein Vorbild für mich.

Georg Albrecht, DE-Altusried

So genial!
zu: «Babys: Auch ungeboren ein Wunder», 6/17

Ich bin 28 Jahre alt und lese, seit ich denken kann, die factum regelmässig! Mein Vater, ein leidenschaftlicher Diplomphysiker, hat sie abonniert. Wenn ich im elterlichen Haus zu Besuch bin, verschwinde ich erst einmal in einer Ecke und lese.

Danke für die gut recherchierten Texte, die sich sowohl tiefgehend als auch ehrlich und ohne nervtötende christliche Floskeln mit Gottes lebendigem Wort befassen. Danke auch dafür, dass Sie wissenschaftliche Themen/Neuigkeiten für den Laien zugänglich und verständlich machen!

Besonders habe ich mich über den Artikel gefreut, der sich mit dem «Lichtprojektionen»-Experiment bei ungeborenen Babys befasst. So genial! Da steckt unser Schöpfer dahinter! Unser Herr segne Sie und Ihre Arbeit!

Christina Schäfer

Inakzeptable Auslegung
zu: «Das ist Hoffnung pur», 6/17

In seinem Aufsatz «Das ist Hoffnung pur» behauptet Johannes Gerloff, (a) es gäbe verschiedene Verstehensebenen für die Aussagen des Psalms 2 und (b) keine einzige Verstehensebene könne die Aussagen dieser Prophetie für sich allein erklären.

Wer nicht den jüdischen Exegeten, sondern dem Auslegungsgrundsatz «Die Schrift erklärt sich selbst» konsequent folgt, wird beide Behauptungen Gerloffs bestreiten. Denn: die Bibel kennt in der Tat nur eine einzige Verstehensebene für diese Prophetie. Sie erklärt diese auch und macht dabei klar, dass der in den Versen 7 und 12 erwähnte Sohn niemand anderes als Jesus Christus ist. Er ist der Sohn, zu dem Gott die Worte: «Du bist mein Sohn. Heute habe ich dich gezeugt» sprach. Sämtliche Schreiber des Neuen Testamentes, die diese Aussage zitieren, bringen sie mit Jesus in Verbindung. Auch die ersten Christen waren davon überzeugt, dass Psalm 2 in Christus erfüllt ist, und der Auferstandene selbst bestätigte die Erfüllung von Psalm 2,9 (siehe Off. 2,28).

Die Rabbiner, so weise sie auch sein mögen, sind dagegen nicht in der Lage, diesen Psalm zutreffend zu interpretieren. Stets lehnten sie es ab, Jesus als ihren Messias anzuerkennen. Es ist daher auch falsch, in Fussnote 1 zu behaupten, Rabbi Raschi hätte die Bibel umfassend ausgelegt. Denn einen wesentlichen Teil der Bibel, das Neue Testament, durch das wir vieles im Alten überhaupt erst verstehen, hat er seinerzeit komplett vernachlässigt. Dennoch werden die Rabbiner von Gerloff als kompetente Schriftausleger für messianische Prophetie ins Feld geführt. Für mich ist das inakzeptabel.

Der Sohn in Psalm 2 ist weder David noch Israel noch jeder, der sich hörend Gott als Knecht zur Verfügung stellt. Psalm 2 ist allein auf Christus anwendbar und allein in ihm erfüllt. Die Aussage: «Du bist mein Sohn. Heute habe ich dich gezeugt» kann man nicht als Prophetie auf die Rückführung des jüdischen Volkes in das Land Israel verstehen. Im Blick auf Christus können dagegen sämtliche Aussagen dieses Psalms vollständig erklärt werden. Er allein ist der Gegenstand dieser Prophetie.

Übrigens: Der lesenswerte Artikel in factum 6/17 über das Öl in Israel und über die Zionsliebe des Ölsuchers hat mich erfreut. Ein toller Bericht! Martin Luther ist dagegen wegen seines judenfeindlichen Verhaltens durchaus zu kritisieren, doch in diesem Punkt muss man ihm zustimmen: Die Schrift treibt Christus.

Bernd Grunwald, DE-Krefeld

Korrigenda

In der letzten factum-Ausgabe wird im Beitrag über «Ehe für alle», S. 39, Bischof Voigt von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) zitiert. Sein Name war fälschlicherweise mit «Veit» angegeben worden. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Die Redaktion

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