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Editorial

EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser

Wenn der Mensch kein geistiges Wesen ist, sondern schiere Materie – dann kann man alles mit ihm machen. Dann sind die pragmatischen Gesichtspunkte die einzig relevanten. Dann kann man das Baby im Mutterleib töten, das ist ja nur Zellgewebe. Wenn der Mensch kein geistiges Wesen ist, dann kann man den alten, schwachen Menschen töten, «der doch nur noch leidet – und kostet».

Vernunft und Wissenschaft zeigen klar, dass der Mensch keineswegs nur Materie ist. Trotzdem handelt die Politik jeden Tag mehr, als sei das so – als könne sie über Beginn und Ende des Lebens bestimmen, als gebe es keine geistige Ordnung, wie es auch eine Ordnung in der Natur gibt. Sie handelt, als sei die Ehe für alle und der Mensch könne alles richten, inklusive des Wohls des ganzen Planeten. Ist es so schwer zu sehen, dass ein Leben auf dieser geistlosen Basis in die Barbarei führt?

Dominik Lusser schreibt in seinem Kommentar (S. 8) von den Aktivisten, für die Kinder Klimaschädlinge sind, auf die man zur Weltrettung verzichten sollte. Das ist zutiefst antichristlich, antimenschlich, nihilistisch. Lusser schreibt: «Wie man Neugeborenen ihren CO2-Ausstoss vorwerfen und gleichzeitig weiteratmen kann, ist eine schwer beantwortbare Frage.» Der frühere US-Präsident Ronald Reagan hat einmal gesagt: «Was die freie individuelle Entscheidung für eine Abtreibung angeht, gibt es ein Individuum, an das überhaupt nicht gedacht wird, dasjenige, das abgetrieben wird. Mir ist aufgefallen, dass alle, die die Abtreibung befürworten, schon geboren sind.» Ist es zu viel, von den Politikern, die für Abtreibung eintreten und Kinder als «schädlich» diffamieren, die Erkenntnis zu verlangen, dass es ihnen selbst wohl nicht recht wäre, wenn ihre Eltern sie als Zellklumpen behandelt hätten, den man im Mutterleib zerstückeln und als medizinischen Abfall absaugen kann? Der Mensch ist nach seiner Geburt derselbe, der er im Mutterleib von Anbeginn war.

«Wie man Neugeborenen ihren CO2-Ausstoss vorwerfen und gleichzeitig weiteratmen kann, ist eine schwer beantwortbare Frage.»

Dominik Lusser

Die Ordnungen der Materie, der Natur, des Kosmos sind nicht beliebig – sondern folgen exakt einer wundersam weisen Ordnung. Entsprechend gilt auch für die Gestaltung des menschlichen Zusammenlebens, für Politik und Gesellschaft, dass es für sie eine gute Ordnung gibt. Es ist nicht beliebig, wie Menschen leben sollen, wie sie ein gutes Leben haben können. Und so hat der frühere US-Präsident recht, wenn er mit einem Satz darauf verweist, wo wir diese gute Ordnung für das Leben, für die Gestaltung des Zusammenlebens, finden: «Zwischen den Buchdeckeln der Bibel sind die Antworten auf all die Probleme, mit denen die Menschen konfrontiert sind.» Dieser Satz kommt so einfach daher und ist doch weise.

Es ist die Erkenntnis von Gottes Willen, die den Menschen rettet, die Politiker vor Hybris bewahrt, die dem Menschen Freiheit schenkt. Gegen Gottes Willen verabschiedet sich die Freiheit (wie wir das zunehmend beobachten können), wird das Leben jeden Tag mehr von Gewalt, Gesetzlosigkeit und Herzlosigkeit bestimmt (wie wir feststellen können), versteigt sich der Mensch im Starren auf die Probleme zu immer grössenwahnsinnigeren Anstrengungen, die Welt zu retten, die nur in den Abgrund führen. Ronald Reagan: «Wenn wir jemals vergessen, dass wir eine Nation unter Gott sind, dann werden wir eine Nation sein, die untergeht.» Wo Gottes Wort negiert wird, ist die Barbarei nur ein paar Gesetzlosigkeiten und ein paar Gesetze entfernt (von denen einige schon auf den Weg gebracht wurden und weitere anstehen).

Gottes Wort, die Heilige Schrift, ist die gewaltige Offenbarung, in der uns alle Weisheit und die Erkenntnis in Liebe dargeboten werden, die tatsächlich notwendig sind – und das heisst: die Not wendend.

Ihr Thomas Lachenmaier, Redaktionsleiter

FOTO TITELSEITE: SHUTTERSTOCK.COM/ NATALIIA PAVLIUK