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Leserbriefe

Fragwürdige Quellen
zu: «Brexit und der Turmbau zu Strassburg», 8/16

Mit viel Freude und Interesse und geistlichem Gewinn lese ich regelmässig das factum-Magazin! Der Artikel «Brexit und der Turmbau zu Strassburg» passte jedoch aus meiner Sicht teilweise nicht zu factum. Ich teile den Ansatz Ihres Autors Hansjürg Stückelberger, anders als Uwe Siemon-Netto, das Kritikwürdige an der EU hervorzuheben: Gender Mainstreaming, Abtreibung und eine falsch verstandene Toleranz gegenüber dem Islam. Hinzu kommt ein eklatanter Mangel an Demokratie.

Allerdings scheint mir der Artikel teilweise etwas dünn recherchiert. Mag sein, dass alle Behauptungen stimmen, allerdings scheinen mir die Quellen nicht immer auszureichen. Insbesondere für die m. E. geradezu verschwörungstheoretische Behauptung einer von der EU gezielt geplanten arabischen Einwanderung gilt das aus meiner Sicht.

Eine Quelle finde ich sogar fragwürdig, wenn nämlich die – wohl nicht nur zu Unrecht – umstrittene AfD-Politikerin Beatrix von Storch zitiert wird. Ich gebe zu, dass ich erstaunt war, in «meinem» liebgewonnenen factum Frau von Storch als Quelle zu lesen. Vielleicht wird ihr auch in den Medien Unrecht getan. Ihre Äusserungen zum Schusswaffengebrauch an der Grenze auch gegenüber Kindern haben bei mir trotz Entschuldigung keinen guten Eindruck hinterlassen (http://m. spiegel.de/politik/deutschland/a-1076757.html). Ich äussere das als jemand, der die Politik von Bundeskanzlerin Merkel sehr kritisch sieht.

Mir scheint ferner die alleinige Berufung auf «eine Journalistin, die sich offenbar auskannte» für die Gründe der Ähnlichkeit des Parlamentsgebäudes in Strassburg und des Turms zu Babel im Gemälde von Breughel zu dürftig. Eine solche Behauptung muss besser belegt werden.

Insbesondere die Passage am Ende und das Zitat aus 2. Chronik 7 kann ich nicht verstehen. Europa als Ganzem ist nirgendwo verheissen, dass es Busse tun und von Gott vor dem Niedergang bewahrt werden wird. Die zitierte Stelle betrifft Israel. Im Übrigen ist Busse im biblischen Sinne aber eine persönliche Angelegenheit und nicht eine von Völkern oder gar von Völkerbündnissen.

Alexander Skurcz, DE-Bergisch Gladbach

Es braucht Antworten auf diese Identitätskrise
zu: Präsidentschaftswahlen in den USA

Noch tief sitzt die Empörung, die die überraschende Wahl von Donald Trump in der westlichen Welt ausgelöst hat. Politische und wirtschaftliche Unsicherheit überlagert sich mit der Sorge um materiellen Wohlstand und individuelle Freiheit.

Wie aber konnte es überhaupt erst zu einem solch traumatisierenden Ereignis kommen, das grosse Teile unserer Bevölkerung in Schockstarre fallen liess? Waren es die einseitigen und oft populistisch vorgetragenen «Anti-Trump-Medienberichte» und Expertenkommentare vieler Meinungsforschungsinstitute, welche in unserer Gesellschaft einen völlig anderen Verlauf erwarten liessen? Oder sind es die von Medien jahrelang suggerierten Idealvorstellungen einer interkulturellen und grenzenlos toleranten Welt? Könnte es sein, dass sich dieser ad absurdum geführte «Toleranz-Wahn», in dessen Kern sich nicht selten egoistische und/oder politischwirtschaftlich motivierte Ziele verbergen, mehr und mehr als Sackgasse entpuppt?

Ist es denkbar, dass sich im Zuge einer fortschreitenden «political correctness-Kultur» ein Grossteil der Bevölkerung gar nicht mehr getraut, sich öffentlich gegen moralische Missstände, beispielsweise durch die Gender-Ideologie und dem dadurch angestrebten Zerfall traditioneller Ehen und Familien, zu äussern, um nicht als intolerant disqualifiziert zu werden? Könnte es sein, dass sich dadurch das Bild der öffentlichen Wahrnehmung völlig verzerrt?

Die derzeit ausgelöste Krise beinhaltet für uns auch die Chance zur Reflexion und des Insichkehrens. Denn das urmenschliche Verlangen nach Frieden und Identität ist absolut nachvollziehbar und völlig legitim. Diese eigentliche Suche nach innerem und nachhaltigem Frieden kann durch Jesus Christus gestillt werden. Eine persönliche und prozesshafte Auseinandersetzung mit diesem Jesus, der von sich selber sagt, er sei das Leben, lohnt sich. Sein Liebes- und Versöhnungsangebot steht allen Menschen bereit.

Rolf Nussbaumer, CH-Herisau

«Individuum»
zum Leserbrief von Eberhard Weber, 9/16

Der Schreiber jenes Leserbriefes möge doch bitte eine Frage beantworten: Wie viele Individuen treten in 2. Mose 3 persönlich auf?

Michael Schmidt, DE-Kastellaun

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