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Editorial

EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser

Es herrscht Krieg. Krieg in Europa. Das bis vor Kurzem Unvorstellbare wurde am 24. Februar Realität. Wieder scheint es, als sei dies ein Tag der Zäsur in der jüngeren Geschichte. Es wird eine Zeitrechnung vor dem Krieg und eine nach dem Krieg geben. Erlauben Sie mir, ohne das unbeschreibliche Leid und die Gewaltverbrechen zu relativieren, auf einige Parallelen zu «Corona» hinzuweisen: Auch im Krieg gibt es in den Medien nur die eine Sicht. Ist es wirklich so einfach? Geht es tatsächlich ausschliesslich um Freiheit und Selbstbestimmung für die Ukraine? Ist das nicht auch ein geopolitischer Konflikt? Wie verlässlich sind die Informationen, die uns erreichen, zumal es keine unabhängigen Quellen gibt? Wird jetzt nicht Hass geschürt, von allen Seiten? Kann das uns Christen gefallen? Es lohnt sich auch hier, vorsichtig zu hinterfragen, wie es Monika Hausammann ab Seite 16 tut.

“Kinder sind uns ein Vorbild. Sie freuen sich an dem, was da ist, stellen sich rasch auf neue Situationen ein, hinterfragen selten und vertrauen uns blind.

Klaus Güntzschel ist der Autor des Buches «Sternstunden der Bibel», welches wir in der letzten factum-Ausgabe vorgestellt hatten. Vor einigen Wochen erlebte ich persönlich eine solche «Sternstunde». Ich las meinen Jungs ein Kinderbuch über den Propheten Haggai vor und war beeindruckt von dessen Botschaft. Noch am selben Abend las ich diese zwei Kapitel, machte mir Gedanken und Notizen und war tief bewegt. Haggai ist hochaktuell: Gott fordert die Israeliten auf, sich nicht länger um ihre eigenen Häuser zu kümmern, sondern um das Haus Gottes. Das Volk gehorcht, kehrt um und nimmt die Arbeit am Haus Gottes wieder auf. Und Gott schenkt Segen. Aus dieser «Sternstunde» ist der Beitrag «Richtet euer Herz auf eure Wege» von Klaus Güntzschel entstanden, den ich Ihnen wärmstens empfehle (ab Seite 52).

Apropos Kinder: Nach einem frühlingshaften Wochenende mit Temperaturen von bis zu 20 Grad kam Anfang April der Winter mit Schnee und Minustemperaturen zurück. «Muss das sein?», wird sich manch einer gefragt haben. Nicht so meine Kinder. Begeistert vom Schnee hatten sie den Sonnenschein und die noch vor Kurzem so angenehmen Temperaturen längst vergessen. Jetzt waren Winterjacke, Kappe, Schal und Schneeschaufel gefragt. Draussen gelang es uns sogar, mit dem wenigen Weiss einen ordentlichen Schneemann zu bauen. Ja, Kinder sind uns mit ihrer unbeschwerten Art ein Vorbild. Sie freuen sich an dem, was da ist. Sie stellen sich rasch auf neue Situationen ein. Sie hinterfragen selten und sind begeisterungsfähig. Und vor allem: Sie vertrauen uns blind. Nicht umsonst hat Jesus gesagt: «Lasset die Kinder und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solchen gehört das Himmelreich.»

Nach zwei Jahren Dornröschenschlaf finden Veranstaltungen nun wieder vermehrt vor Ort statt. Für Gemeinden und Veranstalter ist es oft eine Herausforderung, die Menschen vom «Digitalen» wieder ins «Analoge» zu bringen. Leider haben sich (zu) viele Christen längst an den Gottesdienst im Pyjama auf der Couch gewöhnt. Doch: Echte Gemeinschaft, wie sie die Bibel beschreibt, erleben wir nur physisch. So sind auch wir als Verlag wieder vermehrt auf Veranstaltungen unterwegs und freuen uns auf Begegnungen und den Austausch mit Ihnen. Mein Kollege Thomas Lachenmaier zum Beispiel hält am 23. Mai zwei Vorträge zum Thema «Suchet der Stadt Bestes» auf der Langensteinbacher Höhe.

Zum Schluss noch etwas in eigener Sache: Seit einiger Zeit steigen die Papierpreise stark und damit verbunden unsere Produktionskosten für factum. Zusätzlich macht uns ein schwacher Euro beim Devisenwechsel zu schaffen. An dieser Stelle ein herzliches «Vergelt’s Gott» allen, die in der Vergangenheit beim Begleichen des factum-Abos immer wieder grosszügig aufgerundet haben! Wir sind dankbar für diese Unterstützung, trägt sie doch zur Fortführung unserer Arbeit bei – mit factum die Frohe Botschaft des Evangeliums zu verbreiten.

Ihr Raphael Berger, Redaktionsleiter