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Editorial

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Die Welt dürstet nach Befreiung. Jesus Christus bringt diese Befreiung. Roman Nies beschreibt in seiner Reportage «Licht des Glaubens» (ab S. 40), wie das Volk der Dani in Papua-Neuguinea von der Frohen Botschaft erfasst wurde. Die «zivilisierten» Gesellschaften wenden sich derzeit in grossen Schritten davon wieder ab. Das Vakuum füllt sich mit obskurem Denken, esoterischen, islamischen und anderen antichristlichen Ideologien. Der Blick nach Papua mag die Sinne schärfen für das heute Notwendige.

Vernunft und Realitätssinn haben einen schweren Stand. Henryk Broder geht so weit, deshalb vom Zerfall unserer Gesellschaft zu reden. In einem Leitartikel schrieb er: «Wenn das Selbstverständliche betont werden muss, befindet sich die Gesellschaft bereits im Zustand der Auflösung. Grenzen sind nicht das Gegenteil von Freiheit, sie sind deren Voraussetzung (...) die sieben Gebote Noahs und die Zehn Gebote, die Mose am Sinai empfangen hat, haben der Zivilisation den Weg geebnet. Die Debatte, die derzeit bei uns geführt wird, trägt alle Züge einer neurotischen Störung, die auf den Namen Hysterie hört. Es gibt keine Fixpunkte mehr, die noch allgemein gelten.» Broder weiter: «Wenn schon der Bund Deutscher Kriminalbeamter fordert, massenhaften Rechtsbruch zu legalisieren, dann stehen wir nicht am Anfang einer Entgrenzung, sondern mittendrin. Im soziokulturellen Bereich setzte dieser Prozess mit der Abschaffung der Rechtschreibung ein, gefolgt von der Einführung einer wissenschaftlichen Disziplin, die sich mit der Frage beschäftigt, inwieweit die geschlechtliche Zugehörigkeit eines Menschen keine biologische Tatsache, sondern ein ‹soziales Konstrukt› ist.»

Man redet von dem Islam, wie man ihn gerne hätte, nicht von dem, wie er ist. Aber die Wirklichkeit ist ein grausamer Lehrmeister.

Herz und Verstand gehören zusammen – gerade wenn es darum geht, Asylsuchenden zu helfen. Darauf hat der Philosoph Robert Spaemann bereits 1984 hingewiesen. Heute erleben wir, dass seine biblische Empfehlung nicht befolgt wird, wonach «der, der einen Turm bauen will, gut daran tut, zuvor die Kosten zu berechnen» (Luk. 14,28). Welche Brisanz eine massenhafte Zuwanderung von Muslimen aus biblischer Sicht hat, macht in dem Interview ab Seite 12 ein Theologe deutlich, der sich bereits seit langer Zeit mit diesem Thema befasst: Prof. Markus Zehnder. Seine Aussagen verdeutlichen das Dilemma, in das sich eine kopflose Gesellschaft katapultiert hat, und ermöglichen eine klare biblische Orientierung.

Nirgends wird die Orientierungslosigkeit des Westens deutlicher wie bei dem Thema Israel. Der Artikel «Die Klagemauer: eine Moschee?» zeigt, in welch aberwitzig lügenhafter Weise versucht wird, Israel die Legitimität abzusprechen. Stefan Frank beschreibt den archäologischen Dschihad. Er wird gegen die Bibel, gegen Israel, gegen Christen und gegen die Vernunft geführt. Vom Islam wird geredet, wie man ihn gerne hätte, nicht von dem, wie er ist. Aber die Wirklichkeit ist ein grausamer Lehrmeister.

In der Erinnerung an das Vergangene liegt für alle, die der Bibel vertrauen, eine gewaltige Kraftquelle. Wenn sich das Volk Israel erinnert an die Bewahrung beim Auszug aus Ägypten, dann stärkt dies das Vertrauen, dass es der Gott der Bibel ist, der rettet – kein anderer. Wenn sich ein gläubiger Mensch zurückerinnert an seinen Lebensweg, an die Anfänge seines Glaubenslebens und daran, wie Gott in schwierigen Zeiten geholfen hat, dann stärkt dies das Vertrauen, dass Gott treu sein wird, auch in allem, was kommen mag. «Siehe, ich bin bei euch alle Tage ...» ist ein Wort, das allen Jesusnachfolgern Halt und Zuversicht geben kann. Auch in Zeiten wie diesen – komme, was da wolle.

Ihr Thomas Lachenmaier, Redaktionsleiter