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EDITORIAL Liebe Leserin, lieber Leser

Freundliche Menschen tun etwas, was Gott gefällt. Ihr Entgegenkommen, ihre Fürsorge, ihre Anteilnahme sind etwas, was dieser Welt guttut. Sicher, es ist ein Irrglaube, «dass der Mensch eigentlich gut sei und nur die böse Gesellschaft ihn verderbe», schreibt unser Autor Hannes Stein in seinem Artikel «Die Arznei Freundlichkeit». Dennoch lenkt er die Aufmerksamkeit auf das Gute, das er in einer Krankheitssituation erfahren hat und das – Gott sei Dank – auch zu unseren Erfahrungen zählt. Es ist sinnvoll, die Aufmerksamkeit auf das Gute zu richten, das uns widerfährt. Das Böse ist dominierend genug in der Welt, dafür sorgen schon die Medien, vor allem das Fernsehen, das nicht müde wird, Schreckensnachrichten und Katastrophenaussichten zu präsentieren. Derer gibt es genug. Aus Libyen, Syrien, Irak, Sudan, Nigeria erreichen uns bedrückende Nachrichten. Es sind so viele Menschen wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg auf der Flucht, 51 Millionen. Keine weltliche Macht kann im Irak, in Syrien Frieden schaffen. Keiner wohlmeinenden Gruppe gelingt es, dem barbarischen Regime in Teheran das Handwerk zu legen, das seit 36 Jahren die Menschen knechtet, mordet und foltert und in viele Länder Gewalt und Terror exportiert. Der Westen ist in diese Gewalt verstrickt. Er macht ein gutes Geschäft, wie auch China und Russland, mit dem Verkauf von Waffen in diese Länder, in denen es angeblich kein Geld gibt, aber doch genug für Waffen. Im Irak, in Syrien, in den Palästinensergebieten und in vielen Ländern der Dritten Welt gehört die Kalaschnikow zum Haushalt wie bei uns der Regenschirm. Es ist mehr als eine Vermutung, dass ein guter Teil dieser Waffen mit hiesigen Steuergeldern gekauft wurden, die mit einem Scheck für humanitäre Projekte in diese Länder flatterten. Zeit zur Umkehr ist nicht nur für die Politgangster dieser Welt. Zeit zur Umkehr ist auch für uns, die wir verstrickt sind in deren Schuld. In Israel sind drei Jugendliche verschleppt worden. Bangen und Beten einen das Land.Der arabische Israeli Muhammad Suabi, ein Teenager, hat die Terroristen aufgefordert, die Jugendlichen freizulassen. Das war mutig, er wird mit dem Tod bedroht. Seine Mutter unterstützt ihn. Auch das ist eine gute Nachricht. Wer kann den Schmerz der Entführten und ihrer Angehörigen, wer kann den Schrecken in den Kriegsgebieten, das Leid der Flüchtlinge erfassen? Nur einer kann das. «Zähle die Tage meiner Flucht, sammle die Tränen in deinen Krug; ohne Zweifel, du zählst sie», heisst es in Psalm 56,9. Vielleicht sind der Hunger und die Verzweiflung, die Angst und Not der Menschen in diesen Ländern Anlass, nach Gott zu fragen. Es gibt Berichte von verschiedenen Organisationen, wonach genau dieses der Fall ist: Viele, meist muslimische Flüchtlinge, kommen zum Glauben an den einen Gott. Das ist ein Zeichen, dass Gott nicht aufgehört hat zu wirken, er erhört das Gebet der Elenden: «Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn ernstlich anrufen» (Ps. 145,18). Sicher, Gewalt und Sünde dominieren das Weltgeschehen und die Nachrichten. Und doch ist der Grundton, der über dieser Welt wie ein Glockenklang schwingt, einer, der davon kündet, dass diese Welt von Gott geschaffen ist. Das lehrt die Bibel und das ist gewiss. Gott hat die Autorität über seine Schöpfung nicht aus der Hand gegeben. Das dürfen wir bei allem Katastrophengedröhne nie vergessen: «Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg!» (Ps. 118,16).

Ihr Thomas Lachenmaier, Redaktionsleiter

Gewalt und Elend dominieren die Nachrichten. Und doch ist der Grundton, der wie ein Glockenklang über dieser Welt schwingt, dass Gott die Autorität über seine Schöpfung nicht aus der Hand gegeben hat.