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Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Das Tempo von Politik und Technikentwicklung gleicht einem Automobil mit zwölf Zylindern, welches zum Turbo jetzt noch den Nachbrenner gezündet hat. Mag es früher hier oder da stürmisch hergegangen sein, so ist die Raserei jetzt als Folge der Digitalisierung global. Die Folgen des Geschehens können kaum noch bedacht werden. Bevor die Fragen gestellt werden, ist das Zeit-Mobil schon darüber hinweg.

Die Digitalisierung beschleunigt das Böse ebenso wie das Gute. Beider Waagschalen füllen sich, alles reift schneller aus. So wird die Bibel bereits in wenigen Jahren in allen Sprachen verfügbar sein. Computerprogramme beschleunigen die Arbeit der Übersetzungsteams, portable Drucker erlauben es, das Wort Gottes an jedem Ort greifbar zu machen. Das ist aus biblischer Sicht von Bedeutung. Als die Jünger Jesus auf dem Ölberg fragten, was die Zeichen der Vollendung der Zeit seien, da sprach er auch davon, dass zuerst das Evangelium «unter allen Völkern» gepredigt werden müsse. Wenige Jahre trennen uns von der Erfüllung dieses Wortes.

Auch die verheissene vollständige Heimkehr des jüdischen Volkes in sein Land, vielfach in der Heiligen Schrift verheissen, vollzieht sich immer schneller. Ich las von der Versicherung, die US-Präsident George Washington der jüdischen Gemeinschaft 1790 gegeben hatte. Es werde in Amerika anders sein als in der Alten Welt, etwa in Spanien, wo die Juden brutal verfolgt wurden: «Mögen die Kinder des Stammes Abraham, die in diesem Land leben, weiterhin den guten Willen der anderen Bewohner verdienen und geniessen», schrieb Washington, «während jeder in Sicherheit unter seinem eigenen Weinstock und Feigenbaum sitzen wird und es keinen geben wird, der ihm Angst macht.» In unseren Tagen ändert sich das. Die Heimkehr auch aus Amerika nach Israel beginnt, auch dieses Tempo wird sich beschleunigen.

Gott lenkt die Wege seiner Geschöpfe in unauslotbarer Weisheit. Er wird auch uns erretten von jedem bösen Werk und uns in sein himmlisches Reich hineinretten (vgl. 2. Tim. 4,18). Worum also sollten wir besorgt sein?

Das prophetische Wort weist uns den Weg, den die Geschichte nehmen wird, und sie zeigt uns, welchen Weg wir persönlich einschlagen sollen. Wir sind berufen, der Wahrheit zu vertrauen. In einer Zeit der medialen Allgegenwart von Lüge mag das eine Herausforderung sein. Indes: Wir dürfen wissen, dass es eine Bibliothek gibt, mit 66 Büchern, genannt Biblia, die das unbedingt vertrauensvolle Wort enthält. Wer dem vertraut, was zwischen diesen Buchdeckeln steht, der findet den rechten Weg, der wird auch geeicht, Lüge von Wahrheit zu unterscheiden.

Jeden Tag mehr richtet sich diese Welt in der Lüge ein, macht sich heimisch mit der Lüge. Aber wir dürfen mit Gottes Hilfe der Aufforderung des weisen Alexander Solschenizyn folgen, an den Matthias Hilbert in dem Text ab Seite 14 erinnert: «Lebt nicht mit der Lüge!» Dass das einen zunehmend hohen Preis kostet, auch im Westen, ist offenkundig. Aber was wiegt das im Vergleich zu dem «Schatz im Acker», den wir bergen dürfen, der uns ewige Freude schenken wird?

So wie der Storch, die Schwalbe, die Taube und die Drossel wissen, wann und wohin sie aufbrechen sollen (vgl. Jer. 8,7), so führt Gott auch sein Volk zu rechten Zeit zurück in das Land, das er ihm gegeben hat. Wie wundersam Gott seine Geschöpfe leitet, lesen Sie in dem Beitrag von Roman Nies (ab S. 34) über den Lachs, der zurückkehrt zu seinem Laichplatz, um dann dort zu laichen und zu sterben und damit den Weg für neues Leben zu schaffen.

Und so führt er auch uns zurück, in unsere Heimat bei ihm: «Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.» Das sagt der Sohn Gottes am Grab des Lazarus zu seinen Anhängern, die an ihn glauben, und er führte dies den Anwesenden vor. Er wird uns erretten von jedem bösen Werk und uns in sein himmlisches Reich hineinretten (vgl. 2. Tim. 4,18). Worum also sollten wir besorgt sein?

Ihr Thomas Lachenmaier, Redaktionsleiter