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LESERBRIEFE

Einleuchtend oder an den Haaren herbeigezogen? zu: «Irrtum, Wahrheit und Erkenntnis», 4/2013

Vor etwa 30 Jahren hat ein Bruder im Glauben eben diesen Sachverhalt mit dem «wiederkäuenden Hasen» aus dem Buch «Die Wissenschaft hat Verspätung» mit Begeisterung zitiert. Ich konnte seine Begeisterung nicht so recht teilen. Ist dieses «Wiederkauen anderer Art» wirklich mit dem Wort «Wiederkäuen» gemeint? Oder mit dem hebräischen «ma’alei ha’gerah» = «Das Gekaute wieder hochbringend»? Ob man das als einleuchtend oder eher an den Haaren herbeigezogen findet, hat auch eine subjektive Komponente. Mir scheint das «wieder hochbringen» im engeren Sinne als das Gegenteil von «runterschlucken» zu bedeuten. Damit will ich zu bedenken geben: Was dem einen als Argument zur Bestätigung des Vertrauens in die Bibel erscheinen kann, kann bei anderen das Gegenteil bewirken. Der «wiederkäuende Hase» ist als bibelkritisches Argument auch so an den Haaren herbeigezogen. Die frühen Bibelleser werden darunter etwas konkret zu Beobachtendes verstanden haben – etwa die mümmelnden Bewegungen an Mundwerk und Gesicht, die einen ähnlichen Eindruck erwecken wie der Anblick eines Rindes, das «das Gekaute wieder hochbringt». Christoph Meyer, DE-Karlsruhe

Im höchsten Masse irreführend zu: «Leidensgemeinschaft im Iran», 5/2013

Vielen Dank für Ihre sehr interessante Berichterstattung über die Verfolgung der Bahai in Iran unter dem Titel «Leidensgemeinschaft im Iran». Das ist sicherlich eine menschliche Tragödie, die uns als Christen nicht kalt lassen kann. Jedoch ist die Feststellung des Autors Heinz Gstrein, dass uns Christen die Bahai innerlich nahe stehen, weil Jesus in den Schriften des Bahai-Stifters eine hervorragende Rolle einnehmen würde, wie im Artikel mehrfach zitiert, mehr als abenteuerlich und im höchsten Masse irreführend. Die unabdingbaren Eckpunkte des christlichen Glaubens, wie die absolute Autorität der Heiligen Schrift, die Dreieinigkeit Gottes, die Göttlichkeit des im Fleisch gekommenen Sohnes Gottes, seine Jungfrauengeburt, sein stellvertretender Tod am Kreuz, seine leibliche Auferstehung und sein zweites Kommen werden von dieser Religion vehement abgelehnt. Stattdessen wird ein falscher Messias, der Bahaulah, vorgestellt. Somit ist bei allem Mitgefühl wegen der Verfolgung dieser Menschen die Bahai-Bewegung nach den Massstäben des NT eine vom Geist des Antichristen beseelte Religion. Eine innerliche Nähe zum Christentum ist meines Erachtens keineswegs gegeben. Constantin Stöckel, DE-Hammersbach

Neuere Bibelausgaben ohne «Palästina» zu: «Hadrians böser Wunsch», 7/2013

Der Meinung von Theo Lehmann im o. g. Artikel stimme ich völlig zu. Allerdings sind es erfreulicherweise gerade einige neuere Bibelausgaben, welche den «Palästina»-Sprachgebrauch in ihrem Karten-Anhang bereits sinnvoll ersetzt haben: Schlachter 2000 (Genfer BG/CLV), 2. Aufl. 2004; Hauskreisbibel (SCM Brockhaus), Neubearb. Gesamtaufl. 11; NeÜ (CVD), 3. Aufl. 2012. Möglicherweise sind noch weitere Verlage am Start. Das ist sowohl ein Grund zum Danken als auch ein Ansporn, weiterhin für Wahrhaftigkeit einzutreten. Markus Leistner, DE-Waldkirch

Moderne Theologie – mehr Fragen als Antworten zu: «Der Glaube hat seine eigene Kraft», 7/2013

Danke für Ihre immer wieder erhellenden Artikel. Zum Thema Glaubenskrise unter Christen haben Sie in factum 7/13 einen Artikel veröffentlicht, der mir aus dem Herzen spricht: «Der Glaube hat seine eigene Kraft», S. 44/45. Prof. Berger beklagt zu Recht: «Auferstehung Jesu Christi, Jungfrauengeburt, Engel, Teufel – daran glaubt heute fast kein Theologe mehr. Spätestens im 2. Semester verlieren auch die Studenten häufig ihren Glauben ... Viele predigen sonntags nur noch Allerweltsmoral. Und an Weihnachten werde Jesu Geburt häufig als Legende dargestellt ... Die Pfarrer wissen nicht mehr, was sie predigen sollen ... Jesus sei nur noch liberal humanitärer Gutmensch und sanftmütiger Weisheitslehrer.»

Mich wundert, dass viele Christen diese «moderne» Theologie kaum hinterfragen. Ihre Lehren sind nicht zu Ende gedacht und werfen mehr Fragen auf als der orthodoxe Glaube. Jesus war nicht einfach ein Weisheitslehrer, denn er hat sich mit Gott gleichgesetzt. Rein menschliche Lehrer waren zu weise, um den Anspruch auf Gottgleichheit zu erheben. Und wäre die leibhafte Auferstehung des Herrn nicht wirklich passiert, hätte man wohl schnell den Leichnam gefunden, um die Behauptung der Auferstehung zu widerlegen. Der moderne Theologe muss nun annehmen, ein unbekannter menschlicher Vater hätte Jesus gezeugt und sein Leichnam wäre nie wieder aufgefunden worden. Die Jünger hätten dann die Auferstehungslüge in die Welt gesetzt, um ihrem Meister Göttlichkeit anzudichten. Begegnungen mit dem Auferstandenen wären reine Legende. Aber das alles ist viel unglaubwürdiger als die Annahme, dass hier Gott wirklich übernatürliche Wunder wirkte. Eine psychologisch-legendenhafte Umdeutung der Evangelientexte zerstört letztlich den Glauben. Wir wären wieder verloren in eine hoffnungslose Selbsterlösung – wie in allen Religionen ausser dem Christentum, welches eben nicht einfach eine neue Ausgabe des alten Mythos von einem sterbenden Gott ist, der bis in den Tod hinabsteigt, um dann wieder aufzuerstehen. Einzig im Christentum ist dieser Mythos historisch-faktische Wahrheit geworden. Thomas Motz, DE-Obertraubling

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