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EDITORIAL Liebe Leserin, lieber Leser

Bei einer Gebetsnacht in Kairo hielten mutige junge Christen ein Transparent hoch: «Jesus, wir brauchen dich!». Diese Wahrheit gilt überall, nicht nur in Kairo.

Die Bibel ist das Buch der Wahrheit. Das trifft in jeder denkbaren Bedeutung zu. Die Wahrheit über den Menschen, die Wahrheit über die Welt und die Geschichte, über die Herkunft des Menschen und seine Zukunft, die Wahrheit über Gott: Sie findet sich exklusiv in der Heiligen Schrift. Die Bibel ist wahrlich ein Schatz, ein Schatz, der aus dem schmutzigen Acker geborgen werden muss, aus den Furchen und Schrunden dieser Welt. Manches Buch enthält Wahrheiten. Die Bibel ist die Wahrheit. Sie beschreibt den Menschen so, wie er ist: frei und zu allem fähig. Wo die dünne zivilisatorische Firnis infolge von Krieg oder Bürgerkrieg abblättert, bricht sich das Böse Bahn.

In Kairo ist es Alltag geworden, dass Männer am helllichten Tag Frauen vergewaltigen. In Syrien wurden bereits mehr als 100 000 Menschen getötet. Der Nahost-Korrespondent Johannes Gerloff berichtet, dass israelische Kommentatoren die Situation als «apokalyptisches Inferno» beschreiben: «Wenn 2013 Zivilisten vergast werden dürfen, bedeutet das ein Ende der Welt, die sich für moralisch und aufgeklärt gibt.» Der Westen wendet sich von der Bibel und damit auch vom biblischen Menschenbild ab. Er hat es durch ein gutmenschliches Trugbild ersetzt. Das macht ihn schwach und orientierungslos. Er kann das Böse nicht einmal mehr als solches erkennen, wie sollte er ihm entgegentreten können?

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte kritisierte, dass der deutsche Aussenminister Westerwelle mit den Muslimbrüdern «verhandelte» – den Hauptveranwortlichen für die Kirchenschändungen und Christenpogrome –, anstatt sich für den Schutz dieser Christen einzusetzen. Was soll das für eine Zukunft sein, die von Christen- und Judenhassern gestaltet wird?

Der deutsche Minister hat weniger verstanden als der ägyptische Muslim, von dem der Journalist Daniel Gerber berichtete. Gerber zitierte einen ägyptischen Kommentator: «Ich preise Allah, dass ihr Christen nicht mit dem gleichen Geist von Hass und Rache reagiert, den wir Muslime mitbringen. Wäre das der Fall, nach den Attacken auf eure Kirchen, Häuser und Menschen, dann wäre jetzt ganz Ägypten niedergebrannt. Behaltet euren Glauben, lebt eure Prinzipien und haltet eure Hände nach oben, wenn ihr für Ägypten betet. Eure Gebete sind die einzige Hoffnung, um unser Land wieder aufbauen zu können.» Der Muslim reagierte damit auf ägyptische Christen, die unmittelbar nach der Brandschatzung von Kirchen Worte der Versöhnung gefunden hatten. Sollte es einem deutschen Politiker nicht leichter fallen als einem ägyptischen Muslim, zu erkennen, dass die ägyptischen Christen ein Segen für dieses Land sind? Der Westen steht selbst in der geistlichen Gefahr, der Syrien, Ägypten und weitere Länder erlegen sind: «Wenn keine Offenbarung da ist, verwildert ein Volk; aber wohl ihm, wenn es das Gesetz beachtet!» (Spr. 29,18). So steht es in dem Buch, welches die Hoffnung ist. Bei einer Gebetsnacht in Kairo hielten mutige junge Christen ein Transparent in die Höhe und gaben damit dieser Hoffnung Ausdruck: «Jesus, wir brauchen dich!». Diese Wahrheit gilt überall. Gott hat uns erkenntnisfähig, wahrheitsfähig gemacht. Mehr noch als für politische Prozesse trifft das für unser ganz persönliches Leben zu. Hier gilt es, sich von der Wahrheit in Jesus Christus berühren, ergreifen, verwandeln zu lassen.

In diesem Sinne mit einem herzlichen Gruss,

Ihr Thomas Lachenmaier, Redaktionsleiter