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Leserbriefe

LESERBRIEFE

Festgefahrene Ablenkungs- und Beschönigungsmuster 
zu: factum 1/19

Argumente verschiedener Fachkreise, Recherchen der Stiftung «Sexuelle Gesundheit» und die Meinung des Experten für «neureligiöse Bewegung» werden ins Feld geführt, um dem angeblich christlich konservativ formierten Politaktivismus entgegenzutreten. Immer wieder werden nach demselben Muster von Vertretern einer sogenannt modernen und ideologisierten Gesellschaft unangenehme und nicht ins Bild passende Meinungen abgetan und im Sammeltopf des Konservatismus und Fundamentalismus platziert oder undifferenziert der Frauenfeindlichkeit bezichtigt. Als Ablenkungs- und Beschönigungsmuster, um dem Kernproblem auszuweichen?

Auf der einen Seite werden Missstände wie Kindesmissbrauch schonungslos aufgedeckt und bekämpft – und dies zu Recht. Andererseits wird die Entscheidung zur Tötung Ungeborener als sogenanntes Menschenrecht gebilligt und der Frau überlassen bzw. an sie delegiert – einschliesslich aller sich daraus ergebender nachteiliger Konsequenzen für sie. Diese werden im öffentlichen Diskurs weitgehend ausgeblendet. Stattdessen wird das Selbstbestimmungsrecht der Frau in den Vordergrund gestellt. Warum eigentlich? Zur Beruhigung des Gewissens, um sich dem verborgenen Lebensschrei der Ungeborenen zu entziehen? Oder als Entmündigungsakt des Mannes, dem dadurch seine paritätisch zustehende Verantwortung entzogen wird?

Rolf Nussbaumer, CH-Herisau

Falsche Fragestellung 
zu: «... die Henne oder das Ei?», 1/19

Danke für den interessanten Artikel in factum 1/2019 von Wolfgang Schuler mit der Überschrift «... die Henne oder das Ei?» Ergänzend möchte ich dazu das Folgende ausführen:

In dem Wissenschaftsmagazin PM 10/2010 fand ich unter der Überschrift «Die Henne war vor dem Ei da?», folgende hochinteressante Kurznotiz: «Diese Frage schien bisher unbeantwortbar: Was war zuerst da, Henne oder Ei? Englische Forscher glauben jetzt: die Henne! Sie haben die biochemische Entwicklung des Federviehs im Computer simuliert und dabei herausgefunden, dass ein Protein namens OC-17 für die Bildung der harten Eierschale nötig ist. Und dieses OC-17 kommt nur in Eierstöcken von Hennen vor. Ein Ei kann also nur in einer Henne heranwachsen.»

Im Internet habe ich dazu noch unter Protein OC-17 recherchiert. Die englische Bezeichnung für OC-17 ist ovocle-didin-17. Dort findet man nur in Englisch auch eine Reihe anderer Beiträge zum Thema. In einer Stellungnahme unter dem Titel «Chicken-and-Egg Mystery Finally Cracked» sagt Dr. Colin Freemann vom «Department of Engineering Materials», dass man länger schon daran glaubt, dass das Ei zuerst da war, aber nun haben wir den wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass das Huhn tatsächlich zuerst da war.

Dies entspricht unserer Alltagserfahrung. Nicht nur von daher ist die entscheidende Frage nicht, ob Ei oder Huhn zuerst da waren, sondern die Frage: Wie entstand die lebende Zelle? Wesentlicher Bestandteil des Zellkerns ist das DNS-Makromolekül, das chemisch der Desoxyribonukleinsäure entspricht, welches das eigentliche Molekül des Lebens darstellt. Welche entscheidende Rolle dieses Molekül spielt, bringt der bekannte Polymerchemiker Bruno Vollmer wie folgt auf den Punkt: «Ich habe mein ganzes Berufsleben lang über Makroventile und ihre Synthesen experimentell im Laboratorium gearbeitet und weiss daher, worüber ich spreche. Dass andererseits eine Von-Selbst-Entstehung des Lebens (der ersten Zelle in der Ursuppe und der vielen Arten im Laufe der Erdgeschichte) ohne Von-Selbst-Entstehung der zugehörigen DNS-Makromoleküle unmöglich ist, ist unbestritten und unbestreitbar» (Bruno Vollmer, «Das Molekül und das Leben», Rowohlt Verlag GmbH, 1. Auflage 1985, Seite 10).

Vollmer charakterisiert nachfolgend (auf Seite 137) die Situation als solche und die aussichtslose der Darwinisten mit den Worten des bekannten rumänisch-französischen Biochemikers Kahane, vorgetragen in einem Vortrag beim CERN in Genf am 17.11.1964: «Es ist absurd und absolut unsinnig zu glauben, dass eine lebendige Zelle von selbst entsteht; aber dennoch glaube ich es, denn ich kann es mir nicht anders vorstellen.» Vollmer kommentiert: «Ein so starker und unbeirrbarer Glaube an die gestaltende Kraft des Zufalls ist insofern verwunderlich, als er sich über unsere alltägliche Erfahrung hinwegsetzen muss. Niemand würde vermutlich bereit sein zu glauben, dass jemand tausendmal hintereinander eine Sechs gewürfelt habe. Sähen wir mit eigenen Augen, dass es wirklich geschieht, würden wir nicht zögern, daraus zu schliessen, dass hier der Zufall durch einen gezielten Eingriff (Schwerpunktverlagerung) ausgeschaltet wurde.»

Schon Louis Pasteur widerlegte in seinem berühmten Vortrag an der Sorbonne am 7. April 1884 die generatio spontanea und bezeichnete sie als ein Hirngespinst. Aus der Sicht eines Chemikers und Mikrobiologen formulierte er seinen bis heute nicht widerlegten Satz: «Leben kann nur aus Leben entstehen.»

Dies bedeutet, dass die Entstehung von Leben bereits bestehendes Leben voraussetzt, was nur mit der Existenz eines Designers gegeben ist. Auch wenn man von einem evolutionären Prozesses ausgeht, ist also die Frage – «die Henne oder das Ei?» – falsch gestellt. Und auch wenn die lebende Zelle spontan entstanden wäre und es eine allmähliche Entwicklung gegeben hätte, wäre nur das Huhn als Endprodukt herausgekommen. Dies, weil nur dieses in der Lage ist, wie von den englischen Forschern nachgewiesen wurde, Eier zu legen. Das Ei spielt, selbst auch bei der Annahme von Evolution, eine absolut sekundäre Rolle. Auch von daher wäre es unsinnig zu glauben, das Ei könnte zuerst entstanden sein.

Horst Jentsch, DE-Troisdorf

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Die FACTUM-Redaktion