<
Editorial

EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser

Heute erleben wir die Früchte der Worte, die vor Jahrzehnten gesprochen wurden. Im Jahr 2009, als die Klimahysterie erst ein Fieber vereinzelter Aktivisten war, machten deren Forderungen nach radikaler Bevölkerungskontrolle, «um das Klima zu retten», wenig Furore. Es wäre den meisten wohl auch krank, abwegig und gefährlich vorgekommen. Wird jetzt das ökofaschistische Credo des «Club of Rome» von 1972, der Mensch sei das «Krebsgeschwür» der Erde, welches zahlenmässig eingedämmt werden müsse, zum Allgemeingut? Schon ist zu lesen, dass Babys «Klimakiller» seien, («Mutter Erde statt Muttersein», S. 30). Dass diese Debatte um «transnationale Klimagerechtigkeit» Ausdruck der Infantilisierung von Politik und Medien ist, zeigt sich daran, dass ein inzwischen 16-jähriges verstiegenes Mädchen zum Auslöser von weltweiten Protesten werden kann und von Politikern hofiert und empfangen wird. Man kann sich aber fragen, wer hier wen instrumentalisiert.

Wohin schleichende Veränderung führt, zeigt auch das Interview mit einer französischen jüdischen Mutter (S. 12). Es macht die Bedrohung anschaulich. Als der Bundestag jetzt über einen Antrag der FDP debattierte, sich nicht länger an dem Kampf der UN gegen Israel zu beteiligen, verhinderte die CDU, zusammen mit der Linkspartei, dass dieser Antrag angenommen wurde. Wenn es noch normal zuginge, hätte ein solches Verhalten öffentliche Empörung ausgelöst, Debatten, Proteste. Stattdessen «Schweigen im deutschen Walde», wie der Israel-Korrespondent Johannes Gerloff betroffen schreibt. Er zeigte sich entsetzt über die überwältigende Mehrheit im deutschen Parlament gegen Israel (nur die FDP und die AfD stimmte pro-Israel). Er schreibt: «Das macht mir persönlich grosse Sorge – nicht um das jüdische Volk oder seinen Staat Israel, sondern um Deutschland.»

Die Feinde Israels fallen in die Grube, die sie Israel graben – so wie Haman, der zuletzt an dem Galgen hing, den er dem gottesfürchtigen Mordechai zugedacht hatte.

Als Amerika jetzt am Tag des Purimfestes, an dem die Befreiung des jüdischen Volkes vor den Vernichtungsplänen Hamans gefeiert wird, die israelische Souveränität über die Golanhöhen anerkannte, kam aus Deutschland prompt Protest, man halte es mit den UN, welche die Golanhöhen für «besetzt» halten. Der Golan war in der Balfour-Erklärung Israel zugesprochen worden, Israel eroberte den Golan im Verteidigungskrieg von 1967 und ist deshalb zu Recht dort. Auch gibt es keinerlei archäologische Ausgrabungen, die hier auf eine «arabische Vergangenheit» hinweisen, aber jahrtausendealte jüdische Städte und Synagogen, die von Archäologen erschlossen werden. Seit 1948 wurde Israel immer wieder von den Höhen des Golan beschossen. Es wäre selbstmörderisch, würde Israel den Golan verlassen und die Menschen umsiedeln. Angela Merkel hat die Sicherheit Israels zur Staatsräson erklärt. Sich dennoch an den unsäglichen Verurteilungen Israels durch die UN zu beteiligen, die Botschaft nicht in die Hauptstadt zu verlegen und den für die Sicherheit Israels so wichtigen Golan zu «besetztem Gebiet» zu erklären, erinnert an die Klage in Psalm 55 über «treulose Freunde», die Gott nicht fürchten und zu Feinden werden. Die Worte dieser Feinde «sind linder als Öl und sind doch gezückte Schwerter» (Vers 22).

Gott gibt seinen Segen nicht den Feinden Israels. Vielmehr fallen sie in die Grube, die sie Israel graben, so wie Haman, der zuletzt an dem Galgen hing, den er für den gottesfürchtigen Mordechai hatte errichten lassen. Die Hamans obsiegen nicht, auch wenn sie in immer neuen Verkleidungen daherkommen: in der Verkleidung frommer Muslime wie die iranischen Mullahkraten, in der demokratischen Verkleidung muslimischer US-Politikerinnen oder in christlicher Verkleidung wie im Falle der katholischen Organisation «Pax Christi», die sich am Kampf gegen Israel beteiligt. Am Ende kommt es doch so, wie es Gottes Willen entspricht. Gott wird intervenieren.

Ihr Thomas Lachenmaier, Redaktionsleiter

FOTO TITELSEITE: SHUTTERSTOCK.COM/ DRAWLAB19