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DIE SCHWESTERN DER BARMHERZIGKEIT

Es gibt nichts, was nicht gesammelt wird. So hörte ich von einem Sammler, der auffallend formulierte Schilder sammelt. Besonders stolz ist er auf ein Exemplar mit folgender Warnung: «Betreten des Grundstücks strengstens verboten. Jede Zuwiderhandlung wird gerichtlich verfolgt und mit dem Höchstmass an Strafe aufs Strengste geahndet.»

Unterschrieben ist das Schild mit: Die Schwestern der Barmherzigkeit. Denn es hängt in Kalifornien am Zaun eines Klosters.

Aber wie kann sich jemand barmherzig nennen und gleichzeitig so deutlich von Strafe und Gericht sprechen? Die Schwestern der Barmherzigkeit können das anscheinend.

Doch Gott kann das auch. So sind viele Menschen davon überrascht, wenn sie von Gottes grosser Barmherzigkeit erfahren und gleichzeitig von seinem Zorn. In der Sprache der Bibel sind wir Menschen Feinde Gottes und haben ein Todesurteil zu erwarten. Doch Gottes Barmherzigkeit ist besonders gross angesichts des verdienten Zorns. Jeder Mensch kann sich in Sicherheit flüchten, denn Jesus hat den Zorn Gottes über sich ergehen lassen: an meiner Stelle, dort am Kreuz von Golgatha. Und jeder Mensch, der dieses Geschenk der grossen Gnade annimmt, ist gerettet. Wie bei einem Steppenbrand. Jeder, der sich auf ein bereits verbranntes Stück retten kann, ist sicher vor dem Feuer.

Gott ist langsam zum Zorn. Seine Geduld ist unvorstellbar gross. Bis heute hält er seinen Zorn zurück. Immer noch lässt Gott es regnen über alle Menschen, einerlei, wie sie zu ihm stehen. Gottes Geduld gibt Raum zum Leben in unserer Welt. Er hält seinen Zorn zurück, damit noch viele Menschen gerettet werden. Doch seine Geduld ist nicht grenzenlos.

Quelle: Andachtsbuch «Leben ist mehr», CV und CLV Verlag