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EDITORIAL

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Liebe Leserin, lieber Leser

Ha! Ho! Heja heja he! Es ist Fussball-WM. Hunderttausende bekennen: «Fussball ist unser Leben, ja, König Fussball regiert die Welt!» Der Kampf um den Ball wirkt wie ein hochansteckendes Virus und zwingt aufs Sofa vor den TV. Die Anspielzeiten sind gesetzt. König Fussball dirigiert den Tagesrhythmus. Nicht-Fussballfreunde sind ratlos. Ins Sudoku versunken, grübeln Ehefrauen vor sich hin: Wie kann ein rundes Leder plötzlich wichtiger sein als das gemeinsame Essen, der Geburtstag der Oma und der Hauskreisbesuch? Heja heja he! Wir wollen halt gewinnen! Ein frühes Ausscheiden aus dem Wettbewerb wäre eine Katastrophe. Ha! Ho!

«Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus.»

1. Korinther 15,57

Keiner verliert gerne. Nicht nur im Fussball. Wir wollen gewinnen. Unser Leben soll erfolgreich sein. Jesus Christus wusste um diesen Antrieb im Menschen. Er geht darauf ein und klärt uns auf: «Wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben?» (Matthäus 16,25 und 26). Erfolgshunger macht blind. Was nützt mir der Sieg meiner Mannschaft, das erfolgreich abgewickelte Geschäft, das gelingende Privatleben, wenn ich die entscheidende Weiche nie gestellt habe und ich am Ende des Lebens ohne Jesus dastehe, und zwar als Verlierer? Dann habe ich das Wichtigste verpasst: das ewige Leben bei Gott im Himmel. Die Bibel sagt: «Wer an den Sohn [Jesus Christus] glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm» (Johannes 3,36). Keiner kann diese ewige Trennung von sich aus aufheben. Solange wir Gottes Herrschaft in unserem Leben ablehnen, bleiben wir auf der Tribüne der Verlierer. Oha ...!

Nein, ich werde mich dem Fussballfieber nicht gänzlich entziehen («Hopp Schwiiz!»). Aber ich will mich nicht mehr blenden lassen. Beim Nachdenken über das Fussballfieber denke ich zurück an meine Jugendzeit und an ein anderes Lied. Damals, in alkoholschwangerer Runde auf Festbänken schunkelnd, sang ich: «Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel ... weil wir so brav sind ...!» Dabei war mit Bravsein wenig und mit In-den-Himmel-Kommen gar nichts! War es Unwissenheit, Ignoranz oder Verblendung, dass ich mir nichts dabei dachte? Es ist tatsächlich so: Seit ich mein Leben mit dem Leben von Jesus verknüpft habe, bringe ich solche unsinnigen Sätze nicht mehr über die Lippen. Ich kämpfe nun den Kampf des Glaubens und singe neue Lieder. Dies in grosser Dankbarkeit und dem Wissen, dass es der Herr ist, der mir den Sieg schenkt (vgl. 1. Kor. 15,57). Halleluja!

Herzliche Grüsse, Ihr Rolf Höneisen