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HERAUSGEFORDERT

*Christentum und Islam verstehen unter Märtyrern nicht dasselbe. Der Begriff steht im Christentum für einen Menschen, der sich selbst opfert – und nicht andere tötet. Für Muslime ist ein Märtyrer jemand, der andere tötet.

WAS DARF MICH MEIN GLAUBE KOSTEN?

Es ist gut, einmal darüber nachzudenken, was uns unser Glaube kosten darf. Die Jünger durfte ihr Glaube alles kosten, weil sie in Jesus einen Schatz gefunden hatten, den sie nicht mehr verlieren wollten. So hat sich ihr Glaube sogar im Leiden bewährt. Alle Jünger, bis auf Johannes, wurden nur wegen ihres Glaubens getötet.

Lukas schreibt an anderer Stelle, dass es durch viele Bedrängnisse hindurchgeht. Es ist gut, wenn wir das wissen. Dann sind wir nicht überrascht, wenn in unserem Leben Dinge nicht so laufen, wie wir uns das gedacht haben. Es hilft uns, das zu wissen, weil wir so lernen, auch die schwierigen Dinge im Glauben richtig einzuordnen.

«Und sie verliessen alles und folgten ihm nach.»

Lukas 5,11 b

Die Bibel hilft uns dabei. Das ganze Wort Gottes, nicht nur ein paar Lieblingsstellen. Sein Wort klärt uns auf, rückt uns die Prioritäten zurecht, öffnet uns die Augen für die Verlogenheit unserer Zeit und Welt und ruft uns auf, jetzt einen radikalen Schnitt zu machen: Wir machen da nicht länger mit. Wir wollen Jesus nachfolgen. Der Glaube an Jesus macht uns stark (Apg. 3,16). Nichts anderes.

Unsere verfolgten Geschwister wissen das. Sie müssen nur allzu oft alles verlassen. Beten wir für sie. Beten wir aber auch für unser Land. Beten wir, dass Menschen Hunger bekommen nach dem Wort Gottes, dass unsere Gemeinden einladende Zeugen des Evangeliums sein dürfen. Vielerorts müssen unsere Geschwister die Kosten der Nachfolge sehr genau überschlagen. Sie könnten ein gutes und ruhiges Leben führen, ihren Glauben für sich behalten, aber sie tun es nicht. Die Gemeinde Jesu wächst durch das mutige Zeugnis und grosse Opfer der Gemeinde. Was wir hier brauchen, ist der gleiche hingegebene, mutige Glaube. Wir brauchen hierzulande mutige Christen, kühne Gemeinden und Jesus-liebende Kirchen, die die Frage, was uns unser Glaube kosten darf, mit einem Wort beantworten können: ALLES!

«Und sie verliessen alles und folgten ihm nach.» Wo fängt das an? Bei mir. Jeden von uns ruft Jesus aus der Kuschelecke eines Wohlfühlchristentums. Jeder von uns steht vor der Frage: Was darf mich mein Glaube kosten? Angesichts des Vorbilds der bedrängten Gemeinde sind wir jetzt gefragt, darüber nachzudenken. 

Manfred Müller, HMK-Missionsleiter, www.verfolgte-christen.org