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Schätze, GEWIRKT IN DER NACHT

«Ich gedachte meines Saitenspiels des Nachts» (Ps. 77,7) Auf einer Reise durch den Balkan hörte ich zum ersten Mal, dass die Hauptproduktion des Rosenöls aus den Balkanbergen kommt. Und was mich am meisten interessierte, war, dass die Rosen in den dunkelsten Stunden der Nacht gepflückt werden müssen. Um ein Uhr in der Nacht gehen die Männer und Frauen an die Arbeit und pflücken die Rosen und um zwei Uhr gehen sie wieder nach Hause. Zuerst schien mir das ein Rest von Aberglauben zu sein. Als ich jedoch dem Geheimnis auf den Grund ging, hörte ich, dass volle 40 Prozent des Rosenduftes mit Anbruch des Tages verschwinden.

Genauso ist es in der Tat mehr als zweifelhaft, ob ein Mensch wirklich die Liebe Gottes in ihrem ganzen Reichtum und ihrer ganzen Fülle erfahren kann, solange der Himmel in seinem Leben nicht schwarz und verhangen ist. Licht kommt aus der Dunkelheit, der Morgen aus dem Schoss der Nacht.

Viele Menschen lernen erst zu singen, wenn die dunklen Schatten hereinbrechen. Die berühmte Nachtigall jubiliert, auch wenn ein Dorn in ihrer Brust steckt. Und es war in der Nacht, als sich über Bethlehems Hirtenfeld der Himmel öffnete und Engel die Freudenbotschaft brachten. 

Aus: Alle meine Quellen sind in dir, Charles E. Cowman, Gerth Medien