<
EDITORIAL

editorial

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER

Der Kapitän eines grossen Schiffes macht durch den Nebel Lichter aus, die ganz nach einem anderen Hochseeschiff aussehen. Da es sich auf Kollisionskurs befindet, signalisiert der Kapitän sofort: «Bitte Kurs um 10 Grad West ändern!» Als Antwort bekommt er: «Ändern Sie Kurs um 10 Grad Ost!» Aufgebracht signalisiert er erneut: «Ich bin Kapitän mit 35 Jahren Berufspraxis. Kurs um 10 Grad West ändern!» Unverzüglich kommt das Lichtsignal: «Bin einfacher Seemann. Ändern Sie Kurs um 10 Grad Ost!» Wütend gibt der Kapitän eine letzte Warnung: «Steuere einen 50 000-Tonnen-Frachter. Kurs um 10 Grad West ändern!» Darauf erfolgt die einfache Antwort: «Sitze im Leuchtturm. Ändern Sie Kurs.»

Diese Geschichte entlockt uns ein Lächeln. Die Sicht des Kapitäns ist in jeder Hinsicht beschränkt. Der Stolz verblendet ihn. Deshalb erkennt er das wegweisende und lebensrettende Licht des Leuchtturms nicht. Ganz anders handelten die Weisen aus dem Morgenland! Sie machten den Stern zu ihrem Fixstern, der ihnen den Weg zeigen sollte.

«Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.»

Johannes 1,5

Die Zeit um Weihnachten zeichnet sich aus durch eine Flut von Lichtern. Das Lichtermeer gehört scheinbar dazu. So kommen wir richtig in Stimmung. Den hohen Energiekosten zum Trotz werden Lichterketten montiert, in Gemeinden und Städten Strassenlaternen mit leuchtenden Sternen behängt, Tannen mit Elektrokerzen dekoriert und zu Hause im Wohnzimmer sorgt Kerzenlicht für Behaglichkeit.

Gibt es «das Licht», «den Fixstern», der unserem Leben die Richtung weist? Wer schon einmal im Dunkeln sass, weiss, wie erlösend es ist, wenn das Licht wieder angeht.

Unsere Sicht ist im Nebel eingeschränkt, desorientiert wähnen wir den Hafen in einer anderen Richtung. Verlassen wir uns doch vertrauensvoll auf den «Leuchtturm», Jesus Christus, denn Er wird uns sicher nach Hause bringen! Er möchte unser Erlöser und Herr sein, nicht nur das Kind in der Krippe. Darf Er unser «Fixstern» sein, wegweisend für unser Leben? Oder lassen auch wir uns nicht von unserem Kurs abbringen?

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen lichterfüllte Weihnachtstage!

Herzlichst, 
Daniela Wagner-Schwengeler