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EDITORIAL

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LIEBE LESERIN, LIEBER LESER

Wer will das nicht – Tore für den Himmel schiessen? Menschen für Gott gewinnen, damit sie ihren Ballast loswerden und hier und in der Ewigkeit mit ihm leben dürfen? Jesus gab seinen Jüngern diesen Auftrag in Matthäus 28,19: «Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker.» Das gilt bis heute. Wer im selbstverliebten Balldribbling stecken geblieben ist, muss sich erneut darauf besinnen, dass das Training einem Auftrag dient: «das Runde in das Eckige einzulochen». Lesen Sie dazu «Tore für das Himmelreich» (ab S. 26) und «Ein letzter Versuch» (ab S. 14).

Wissen Sie auch, womit Jesus diesen Auftrag einleitet? Er kennt seine Pappenheimer! Schnell tendieren Stürmer, Verteidiger und Goalie dazu, für den eigenen Namen aufzulaufen. Diese Trophäenjagd liegt uns im Blut. Es ist ein tolles Gefühl, wenn unzählige Menschen sich um ein Trikot mit meinem Namen drauf reissen und mein Marktwert als Torgarant in astronomische Höhen schnellt. Nicht selten verfällt dann «der Hammer dem Wahnwitz, er schlage den Nagel ein». «Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden», stellt Jesus klar. Oder an anderer Stelle: «Denn ohne mich könnt ihr nichts tun.» Wir sind das Werkzeug und tragen so lange zum «Erfolg» bei, als wir uns willig in die Hand des Meisters legen. Im Werkzeug selbst liegt weder Kraft noch Macht. Auch der charismatischste Evangelist, der einfühlsamste Seelsorger, der bibelkundigste Prediger hat keine Macht aus sich heraus. Jedes «Tor» wirkt Gott durch uns. Somit gebührt auch ihm allein die Ehre.

«Gott, unser Retter, will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.»

1. Tim. 2,4

Wir sollen trainieren und mit vollem Einsatz spielen. Wenn wir reüssieren, findet unsere Freude Ausdruck in lauten Jubelrufen und gigantischen Luftsprüngen, begleitet von einem himmlischen Freudenfest. Seien wir jedoch auf der Hut, uns das Talent aufs Trikot zu schreiben. «Ja aber», so der Einwand, «Roger Federer wurde die Nummer eins im Tennis, weil er so hart trainierte.» Stimmt. Doch wer gab ihm einen gesunden, funktionstüchtigen Körper? Das Vorrecht, in einem Land aufgewachsen zu sein, wo ihn nur ein Ball, und nicht Hunger und Verfolgung, rennen lässt? Man kann es drehen und wenden, wie man will – wir bedienen uns stets dessen, was Gott uns in seiner Güte geschenkt hat. Bei allem. «So ist also weder der etwas, welcher pflanzt, noch der, welcher begiesst, sondern Gott, der das Gedeihen gibt» (1. Kor. 3,7).

Was treibt mich aufs Spielfeld oder lässt mich passiv bleiben? Bin ich bereit, meine Motive ehrlich zu prüfen? Liegt ihr Ursprung woanders als in Gott selbst und in seinem Handeln mit mir begründet, werde ich im praktischen Leben bald scheitern. Jeder Ausdauer-Sportler kennt den «Hammermann» nur zu gut: Hungerast, Waden-, Magen- und andere -krämpfe machen es unmöglich, weiterzusprinten. Tank leer. Endstation. Unversiegbare Quellen finden sich nur in Gott. Wir müssen uns das lebendige Wissen um die wunderbare Gnade bewahren, die Gott uns in der Erlösung in Christus Jesus geschenkt hat. Es ist seine Liebe zu mir, die mich dankbar und glücklich macht, dass er mich einsetzen will, die mich laufen lässt. In diesem Sinne: Ohne Schweiss kein Tor. Die Zeit der Erholung kommt. Bestimmt! Nach dem Match. Noch ist Spielzeit.

«Gott erwartet von uns keine grossen, aussergewöhnlichen Heldentaten. Er erwartet unsere aufrichtige Treue – nicht mehr, aber auch nicht weniger.» (T. Lieth)

Herzlich,

Ihre Daniela Wagner-Schwengeler