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EDITORIAL

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Liebe Leserin, lieber Leser

Nein, Autogrammjäger pirschen nicht durch die Strassen. Sie schiessen auch nicht auf Autos, sondern jagen nach den Unterschriften bekannter Persönlichkeiten. Was ich nicht wusste: Sammler legen für bestimmte Autogramme schon mal fünfstellige Beträge auf den Tisch! Bei einer Auktion wurden für eine Original-Unterschrift von Albert Einstein über 13 000 Franken bezahlt!

«Siehe, in meine Hände habe ich dich eingezeichnet.»

Jesaja 49,16 a

Was bestimmt den Wert einer Signatur? Weshalb wird für eine simple Unterschrift derart viel bezahlt? Kenner nennen dafür mehrere Gründe. Etwa, dass jede Unterschrift der direkte Ausdruck der Persönlichkeit eines Menschen ist. Oder, dass jede Unterschrift für sich einzigartig ist und damit der Beweis, dass der Unterzeichner den signierten Gegenstand auch wirklich in der Hand gehalten hat. Die Vorstellung, dass es den Schreiber wirklich in Fleisch und Blut gegeben hat, dass er mehr ist als nur ein abstrakter Name im Geschichtsbuch – das macht den Wert eines Autogramms aus. Und noch etwas: Unterschriften gestalten Geschichte. Es waren die Signaturen von François Mitterand und Margaret Thatcher, die den Tunnel unter dem Ärmelkanal letztlich in die Wege leiteten. Selbst die Wiedervereinigung Deutschlands wurde zum Schluss durch Unterschriften wirksam. Genauso wie eine Anstellung mit der Unterzeichnung des Arbeitsvertrages besiegelt wird. Die eigenhändige Unterschrift ist mehr als hingekritzelte Tinte.

In einer Zeit, als Israel am Boden lag und klagte, dass es von allen verlassen sei, anwortete Gott ungemein liebevoll: Er habe Zion in seine beiden Handflächen eingezeichnet (Jes. 49,16 a). Wie ein Architekt den Bauplan einer Stadt schon im Kopf hat und – in jener Zeit üblich – in seine Handflächen einzeichnete, so plant und vollendet Gott den Bau Jerusalems und seines Volkes. Eingezeichnet in Gottes Hand, vom Höchsten persönlich geschrieben – eine solche Signatur ist schlicht unbezahlbar! Und das Beste ist: Was für Jerusalem gilt, ist jedem Menschen gegeben, der an Jesus Christus glaubt. Als die 72 Jünger voller Stolz von ihren Erlebnissen erzählten und damit auftrumpften, dass ihnen sogar Dämonen gehorcht hätten, antwortete ihnen Jesus: «Es ist wahr, ich habe euch Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden, und nichts wird euch schaden können. Doch nicht darüber sollt ihr euch freuen, dass euch die Geister gehorchen. Freut euch vielmehr, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind» (Lukas 10,19 und 20 NGÜ). Wer schreibt Menschennamen im Himmel auf? Es ist Gott selbst. Mit grosser Liebe notiert er die Namen aller, die ihr Leben in seine Hand legen. Ist Ihnen der Wert einer solchen «Unterschrift im Himmel» bewusst? Den Preis bezahlte der Sohn Gottes. Dafür gab er sein Leben hin (1. Kor. 6,20; Markus 10,45). Wenn das kein Grund zu grosser Ehrfurcht, tiefer Dankbarkeit und aufrichtiger Freude ist ... Gottes Liebe bewegt!

Herzliche Grüsse, Ihr Rolf Höneisen