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Gut oder böse?

Friedrich ll. (1712–1786), König von Preussen, wurde in seinen späteren Lebensjahren auch der Alte Fritz genannt. Es gibt viele überlieferte Anekdoten aus dem Leben dieses Mannes, der für seine Gerechtigkeitsliebe bekannt war.

Einmal soll er ein Gefängnis besucht haben. Fast alle Insassen beteuerten ihm, sie seien unschuldig. Jeder hatte seine eigene Ausrede oder Rechtfertigung. Nur einer bekannte sich schuldig. Er bezeichnete sich selbst als den grössten Schuft im Lande und erzählte in allen Details, wie er auf die schiefe Bahn und in die Kriminalität gerutscht war und wie sehr er alles bereute. Daraufhin soll der Preussenkönig zu dem reuigen Insassen gesagt haben:

«Du bist der einzige Lump hier unter lauter anständigen Leuten. Mach, dass du hier wegkommst, bevor du noch die anderen alle verdirbst.»

So bekam dieser Mann die Freiheit geschenkt, weil er sich als schuldig bekannte und sein bisheriges Leben bereute. Diesem Mann wurden einige Jahre Knast erlassen.

«Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.» (1. Johannes 1,9)

Diese Aussage aus der Bibel zeigt, dass man auch bei Gott durch Bekenntnis der Schuld auf Begnadigung und Straferlass setzen darf. Hier beurteilt jedoch nicht ein menschlicher Richter, sondern unser Schöpfer uns Menschen. Er kommt zum Schluss:

«Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.» (Römer 3,12b)

Straftäter werden hierzulande zu begrenzten Geld- oder Freiheitsstrafen verurteilt. Gottes Urteil dagegen lautet für jeden Menschen: «Schuldig und ewige Strafe». Doch kann man durch Jesus Christus begnadigt werden, der sich aus Liebe zu uns Menschen ans Kreuz nageln liess und die Strafe all derer auf sich nahm, die vor Gott ihre Schuld einsehen und ihre Taten bereuen. Denen sagt Gott unverdienterweise ewiges Leben im Himmel zu. 

Aus: Leben ist mehr, 2015, CV und CLV Verlag