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«BIN EIN Bettler «

– nach den letzten Worten, die Luther auf seinem Sterbebett zu Papier brachte.

Quelle: Bruder Martinus – Martin-Luther-Musical (CD), siehe Bücherseite 62.

Mir ist es bisher viel zu selten wirklich gelungen, zu glauben, zu leben, zu lieben, wie Christen das sollen. Ich wurde bisher allzu häufig niedergerungen von Lüsten und Lasten und Lastern, die mich überrollen.

Ich bin, was ich bin. Und ich bleib, was ich bleib: ein Enttäuscher, Entglücker, Versager. Und wenn ich auch noch so fromm rede und schreib: Bin ein Bettler. Und die Lebensbilanz ist mager.

Oft hab ich gedacht: Vergiss Gott, streich besser die Segel! Du hast nichts, du bist nichts, du wirst nichts – du bist blank und pleite! Hab finster gedacht: Komm, gib auf, du brichst jede Regel! Verkriech dich, versteck dich, mach Schluss und such einfach das Weite.

Ich bin, was ich bin. Und ich bleib, was ich bleib: ein Enttäuscher, Entglücker, Versager. Und wenn ich auch noch so fromm rede und schreib: Bin ein Bettler. Und die Lebensbilanz ist mager.

Ich weiss es doch längst: Ohne ihn bin ich hier verloren. Ein Christ ohne Christus ist bestenfalls frommes Theater. Ja, ich weiss es längst: Grad für mich ist Christus geboren. Ich halte an ihm mich ganz fest, und er schleppt mich zum Vater.

Ich bin, was ich bin. Und ich bleib, wo ich bleib: beim Versöhner, Beglücker, Entschulder! Und er sagt zum Vater: Der gehört jetzt zu uns. Ist ein Bettler. Doch dein Kind ist er und mein Bruder.