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GEDANKEN

Wann?

Wann endlich ist sie vorbei, die Sorge, die mich manchmal so fest im Griff hält?

Ich will verbergen, was mich quält, verdrängen, überspielen, obwohl ich echt sein möchte.

Ein Wirrwarr der Gefühle.

Ich weiss, wie ich sein sollte, zu funktionieren habe, doch plötzlich holt die Mutlosigkeit mich ein, wie eine Welle, die mich überspült, die es mir schwer macht, voranzukommen.

Gedanken, die sich nicht zur Seite schieben lassen, die sich einnisten und mir Kraft und Freude rauben, mich ängstigen bis hin zur Panik.

Immer wieder muss ich um Freude kämpfen, dagegenhalten, meine Blickrichtung ändern.

Wann endlich werde ich diese Sorge los?

Gibt es noch eine Wende, oder werde ich damit leben müssen?

Es ist, als ob ich mich von Eisscholle zu Eisscholle rette, weil sich immer wieder neu gehegte Hoffnungen zerschlagen. Ich fühle mich verlassen, nicht gehört, auf dem Abstellgleis.

Andere ziehen vorbei, scheinen das Glück gepachtet zu haben.

Und doch weiss ich, dass da eine Hand ist, die mich hält, die mich nicht fallen lässt, die zuverlässig ist.

Ich lerne immer wieder neu zu vertrauen, wegzuschauen von meinem Problem, auf den, dem nichts unmöglich ist, der das Universum lenkt und auch mein Herz kennt.

Er allein hat den Überblick und auch mein Leben im Griff.

Ich bin ihm nicht egal, er liebt mich und fordert und fördert mich, damit ich verstehe und begreife, was es heisst, gehalten zu werden, eine Konstante im Leben zu haben, die unveränderlich ist, die trägt, auch wenn vieles zerbricht.

Ich lerne Geduld zu haben, gelassener zu werden und Ruhe im Sturm zu empfinden. Ich will mich nicht vergleichen mit denen, die im Sonnenschein baden, kann loslassen, was oft so erstrebenswert scheint.

Was hat Bestand, auch über dieses Leben hinaus?

Das hilft mir neu zu sortieren, in einer Welt, die so unübersichtlich ist, in der ich mich leicht verlieren kann.

Doch einer verliert mich nicht aus den Augen, er weiss, was er mir zumuten kann und wann es vorbei ist.

Wann wird es sein?

Hannetraud Lüling, verheiratet, Mutter von vier Kindern. Ihr Mann verlor seinen Kaderposten bei einer Bank als Folge der Wirtschaftskrise.