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EDITORIAL

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LIEBE LESERIN, LIEBER LESER

Wenn Angehörige, Freunde oder wir selbst an einer schweren Krankheit leiden, scheint das Wichtigste: «Hauptsache, gesund!» Wie verständlich ist dieser Wunsch. Was gäben wir nicht alles für eine Heilung!

Vor einem Jahr verlor eine meiner Freundinnen ihren Mann – nach grauenhaftem und zermürbendem Leiden. Dennoch hielten die beiden an nebenstehendem Vers aus den Klageliedern fest und dankten Gott immer wieder für seine Treue. Natürlich baten sie Gott um Heilung und zweifelten nicht, dass Er dies tun könnte – entgegen aller negativen Prognosen der Ärzte und der Statistiken. Es berührte mich, wie sie auch im Leid Gottes Güte erkannten und dafür dankten. Sie wussten sich geborgen in Seiner Hand. Deshalb konnten sie beten: «Dein Wille geschehe.» Die einen erleben eine wundersame Heilung (Lesen Sie dazu die Geschichte von Habila ab Seite 20), anderen ist dies nicht vergönnt. Der Grund dafür bleibt uns verborgen. (Mehr zum Thema Heilung finden Sie ab Seite 24.)

«Die Güte des HERRN ist’s, dass wir nicht gar aus sind.»

Klagelieder 3,22 a

Während seines Erdenlebens machte Jesus viele Kranke gesund. Er war voller Mitleid gegenüber allem Schwachen, Kranken und Verzagten. Die Not der Menschen lässt Jesus nicht kalt. Nie liess er aber einen Zweifel darüber aufkommen, worin sein eigentlicher Auftrag bestand, den er von seinem Vater erhalten hatte. In seinem Fokus liegt unser krankes, von der Sünde entstelltes Herz. Was keine Spitzenmedizin kann, vermag Er: das Herz von aller Schuld zu reinigen und zu heilen. Jedem, der durch Jesus von einer Krankheit geheilt wurde, stand der leibliche Tod noch bevor – er war nur aufgeschoben. Doch den ewigen Tod hat Jesus aufgehoben, indem er stellvertretend für unsere Schuld starb. Nun bietet er jedem – dem körperlich Gesunden wie dem Kranken – neues, ewiges Leben an.

Im Artikel «Die Kunst, das Leben mit vier Augen zu sehen» (ab Seite 38) schreibt Nicola Vollkommer erheiternd und ohne zu beschönigen, wie sie, als sehr unterschiedliches Ehepaar, geistliche Siege einfahren – ein ermutigender Beitrag, das gemeinsame Ziel nicht aus dem Blick zu verlieren.

Auch der Verleger und Autor Wolfgang Bühne erzählt im Interview (ab Seite 6) aus seinem Familienleben und meint: «Ein Ehemann zu sein, wie ihn die Bibel vorstellt, ist für mich eine tägliche Demütigung und Herausforderung – obwohl es mir mein liebe, selbstlose Frau recht leicht macht.» Ich habe bei diesem Mann der unverblümten Sprache Führungsstärke, Fröhlichkeit und gleichzeitig Demut angetroffen – ein starkes Zeugnis für die Liebe Jesu.

Gott kennt die Not jedes Menschen. Ihm dürfen wir unser Herz ausschütten. In der Jochgemeinschaft mit Jesus wird die Last leichter. So darf der Beter erfahren: «Bin ich auch elend und arm – für mich sorgt der Herr. Du bist meine Hilfe und mein Retter; mein Gott, säume nicht!» (Psalm 40,18).

Diese Gewissheit, Seinen Trost und Frieden wünsche ich Ihnen von Herzen, wie schwer Ihre Last auch sei!

Herzlich, Ihre

Daniela Wagner-Schwengeler