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EDITORIAL

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LIEBE LESERIN, LIEBER LESER

Wir schauen keine Nachrichten mehr und halten uns auch sonst die Tagesmeldungen aus aller Welt vom Leib. Das Schreckliche, das passiert, soll nicht in unser Familienleben eindringen. Den Kindern ein positives Umfeld, ein sorgenfreies Aufwachsen schenken, das ist unser Ziel», bekam ich von einer jungen Frau zu hören, als ich auf eine Tagesaktualität zu sprechen kam, von der sie nichts mitbekommen hatte.

Kennen Sie diese Reaktion? Liegt sie Ihnen vielleicht selbst nahe? Verstehen kann ich es nur zu gut. Die Ohnmacht angesichts des nie endenden Leids, der immer wieder neu aufflammenden Krisenherde macht müde und generiert keine Hoffnung.

Wir sehnen uns nach Meldungen, die Mut machen, Kraft für den Alltag geben – nach echten Goodnews. Unlängst wies ein Nachrichten-Portal des Schweizer Fernsehens dieser Sehnsucht nach Erfreulichem jeweils freitags eine feste Sendezeit zu – eine wohltuende Atempause.

Ja, bitter nötig hat der Mensch wirklich gute Nachrichten! Solche, die sich am Morgen nicht verflüchtigt haben, die dem Leben standhalten. Weihnachten wartet gewohnheitsmässig mit einer Rezeptur von «friedvoll, harmonisch, alles gut ...» auf. Auch wenn sich einmal im Jahr Menschen um einen reich gedeckten, üppig mit Kerzen bestückten Tisch setzen, ändert das meist weder die zwischenmenschlichen, gesundheitlichen noch finanziellen Nöte. Ausser Spesen nichts gewesen! Dann doch lieber zum Flughafen, «Hochsaison-Preise» zahlen und ab an die Wärme – Ruhe und Erholung von all dem sentimentalen Zauber.

«Haben wir ein offenes Ohr für diese gute Nachricht, sind wir empfänglich für das Wunder dieser grenzenlosen und unverdienten Liebe?»

«Goodnews Weihnachten» – alles nur eine Mär? Jein. Richtig ist, der guten Botschaft von Weihnachten geht ein trauriger Tatbestand voraus. Anders gesagt: Weihnachten wäre überflüssig, gäbe es das «dunkle Kapitel» davor nicht.

Sich den eigenen Abgründen zu stellen, ist unangenehm, deshalb hat man das Fest wohl mit einem Zuckerguss überzogen. Aus der Guten Nachricht wurde künstlich arrangierte Winterromantik.

In diesen Tagen habe ich in der Bibel wieder die Evangelien gelesen. Diese Berichte bewegen mich tief! Wie kommt Gott dazu, Mensch zu werden, in eine Welt hinein, wo man ihn als Wundertäter hochjubelt und wenig später – er war ohne jede Sünde – unter übler Falsch-Anklage ans Kreuz nagelt, begleitet von den Hohnrufen: «Andern hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen ... steig doch herab»?

Für diese Meute, auch für Sie und mich, blieb Jesus am Kreuz hängen. Er wusste: Einzig sein Blut würde uns vom Fluch der Sünde befreien. Haben wir ein offenes Ohr für diese gute Nachricht, sind wir empfänglich für das Wunder dieser grenzenlosen und unverdienten Liebe? Oder halten wir fest an unserem «Gut-Sein», obwohl unser Leben, unsere Beziehungen nach Hilfe zum Himmel schreien?

Gott lässt sich vom Negativen, das sich in unserem Leben angehäuft hat, weder abschrecken, noch lässt er sich beeindrucken von unseren vermeintlich guten Taten.

Die meisten Menschen sind weit weg von Gott, haben sich vielleicht arrangiert mit einem Leben ohne ihn. Doch es ist kalt geworden in ihren Herzen. Aber dann und wann regt sich in ihnen eine Sehnsucht. Und Gott ist da, lässt sich finden von jedem, der ihn ernsthaft sucht!

Kein Mensch kann so verloren sein, dass Gott ihn nicht retten könnte!

Wenn Er sich heute in Ihrem Leben bemerkbar macht, dann ergreifen Sie seine Hand! Antworten Sie auf sein Werben! Damit nicht die vielen Dinge des Alltags Gottes Goodnews ersticken. Denn es gibt nichts Grösseres, als diesem guten Gott zu gehören. Er ist treu und verändert Leben – bleibend.

Mit dieser besten aller Nachrichten grüsse ich Sie ganz herzlich und wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit!

Ihre

Daniela Wagner-Schwengeler