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EDITORIAL

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Daniela Wagner-Schwengeler

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER

Seit einigen Jahren «kenne» ich ihn. Dann und wann führt meine Joggingrunde an seinem Haus vorbei, so auch heute. «Meine Frau und ich sind hier nicht länger erwünscht!» Der Mann in den Siebzigern versucht, die Tränen zu unterdrücken und Haltung zu bewahren, doch die Augen schimmern feucht und seine Hand auf dem Zaun zittert.

Eine solche Geschichte höre ich nicht zum ersten Mal: Die Eltern übergeben ihren erwachsenen Kindern Hab und Gut. Zügig greifen diese zu. Dann wird der Kontakt zu den «Alten» abgebrochen. Nicht ohne zuvor mit Vorwürfen gespart zu haben, was in der Kindheit angeblich alles falsch gelaufen sei. Jeglicher Versuch zur Versöhnung seitens der Eltern läuft ins Leere. Die Enkel dürfen nicht mehr vorbeischauen, Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke kommen zurück mit dem Vermerk «Annahme verweigert». «Klar haben wir auch Fehler gemacht!», sagt der Mann leise, «wir baten unseren Sohn um Vergebung für unsere Versäumnisse, doch es hilft alles nichts ...» Sein Schmerz ist greifbar. Ich kämpfe nun meinerseits mit den Tränen. Wenn unsere Kinder so mit uns verfahren würden?

«Ich möchte mich täglich immer enger an Jesus, meinen Retter, binden und ihm kompromisslos nachfolgen.»

Gott hält diese Ablehnung aus – bis heute. Im Unterschied zu uns Eltern ist er aber fehlerlos. «Baby rettet die Monarchie», titelte eine Zeitung, als Kate, die Frau von Prinz William, ihr erstes Kind zur Welt brachte. Jesus, das Baby in der Krippe, Gott gewordener Mensch, hat weit mehr im Blick als den Erhalt einer Staatsform. ER ist der Retter der ganzen Menschheit, die ohne ihn verloren ist. Wie schmerzlich muss es für ihn sein, wenn seine Geschöpfe sich selbst grossmachen mit den Gaben, die er ihnen gibt! Wenn sein Geschenk – das Himmelreich und ewige Gemeinschaft mit Gott durch Vergebung – mit dem Vermerk «Annahme verweigert» zurückgestossen wird!

Haben Sie dieses Angebot angenommen? Wenn nicht, möchten Sie nicht heute Gottes Hand ergreifen, die er Ihnen entgegenstreckt – dass es auch in Ihrem Herzen Weihnachten wird? Lassen Sie sich versöhnen mit Gott, solange es noch Zeit ist! Der Artikel von Dr. Werner Gitt «Brauchen wir einen Retter?» will Sie dazu ermutigen (ab Seite 16).

Die Treue von Pinguin Dindim zu seinem Lebensretter (siehe linke Seite) ist mir zum Bild geworden. Ich möchte mich täglich immer enger an Jesus, meinen Retter, binden und ihm kompromisslos nachfolgen. «Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln», schrieb einst König David, ein Mann, dem immer wieder – selbst von seinen eigenen Kindern – nach dem Leben getrachtet wurde. Doch David kannte seinen Herrn und wusste mit Bestimmtheit: Gott ist gut und hält, was er verspricht, auch wenn die Umstände schrecklich sind. Diesen Dank möchte ich Gott mit meinem Vertrauen zum Ausdruck bringen, was immer auch kommen mag, denn ER hat seine Liebe zu mir längst bewiesen! Wie kann ich daran zweifeln, kaum wird’s dunkel?

Das Interview mit Rahel und Silvan Bajer (ab Seite 20) ist ein weiteres Zeugnis der Treue Gottes. Wenn alle Dämme brechen – in Gottes Hand sind seine Kinder geborgen. Er verliert nie den Stand und hat auch dem Leid ein Ende gesetzt!

Von Herzen wünsche ich Ihnen eine frohe Adventszeit im Frieden mit Gott!

Herzlich, Ihre