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Leiden

Gott, zu dir rufe ich in der Frühe des Tages. 
Hilf mir beten und meine Gedanken sammeln zu dir; ich kann es nicht allein.

In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht; ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht; ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe; ich bin unruhig, aber bei dir ist der Friede; in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld; ich verstehe deine Wege nicht, aber du weisst den Weg für mich.

Vater im Himmel, Lob und Dank sei dir für die Ruhe der Nacht, Lob und Dank sei dir für den neuen Tag. Lob und Dank sei dir für alle deine Güte und Treue in meinem vergangenen Leben. Du hast mir viel Gutes erwiesen, lass mich nun auch das Schwere aus deiner Hand hinnehmen. Du wirst mir nicht mehr auflegen, als ich ertragen kann. Du lässt deinen Kindern alle Dinge zum Besten dienen.

Herr Jesus Christus, du warst arm und elend, gefangen und verlassen wie ich. Du kennst alle Not der Menschen, du bleibst bei mir, wenn kein Mensch mir beisteht, du vergisst mich nicht und suchst mich, du willst, dass ich dich erkenne und mich zu dir kehre. Herr, ich höre deinen Ruf und folge, hilf mir!

Heiliger Geist, gib mir Glauben, der mich vor Verzweiflung, Süchten und Laster rettet, gib mir die Liebe zu Gott und den Menschen, die allen Hass und Bitterkeit vertilgt, gib mir Hoffnung, die mich befreit von Furcht und Verzagtheit.

Dietrich Bonhoeffer (Sein christliches Bekenntnis und sein Widerstand gegen das Nazi-Regime brachten den evangelischen Theologen ins Gefängnis, wo diese Zeilen im Jahre 1943 entstanden. Am 9. April 1945 wurde er im KZ Flössenburg ermordet.)