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EDITORIAL

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Liebe Leserin, lieber Leser

In den Gräbern alter ägyptischer Könige wurden Krüge mit Getreide als Grabbeigabe gefunden. Die Körner sind sage und schreibe über 5000 Jahre alt. Zu alt, um zu keimen und als Pflanze zu wachsen? Der Test ergab Überraschendes. Als man die Körner in die Erde legte und mit Wasser benetzte, keimten sie auf und liessen Pflanzen wachsen, die schliesslich ein Vielfaches an Frucht trugen! 5000 Jahre lang hatten sie diese Keimkraft in sich getragen. Alles, was die Körner brauchten, war guter Boden, damit sie wachsen und Frucht bringen konnten.

«Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.»

Jesaja 40,8

Gottes Wort in der Bibel ist sehr alt. Die Schriften im Neuen Testament sind 2000-jährig, diejenigen im Alten Testament bis zu 3000-jährig und noch älter. Und dennoch bestätigen Menschen, die sich auf dieses Wort einlassen, dass es in sich eine Kraft trägt, die ihr Leben veränderte. Die Worte Gottes lassen Neues wachsen, führen zum vollen Leben. Was das Wort zur Entfaltung seiner Kraft braucht, das ist ein suchendes, offenes Herz. Das Wort Gottes hat nur dort keine Kraft, wo es abgewiesen und nicht geglaubt wird. Ein hartes Herz ist vergleichbar mit einem ausgefahrenen Feldweg. Alles ist eingefahren, festgefahren, eingespielt, abgenützt, platt. Es dringt nichts mehr ein, es bricht nichts mehr auf. Da wächst nichts. Alles dicht, alles klar, alles öd, alles verplant. Keine Fragen mehr, keine Wagnisse, kein Umbruch, kein Aufbruch, keine Sehnsucht, kein Säen, kein Empfangen, kein Leben. Alles hoffnungslos?

Im Gleichnis vom vierfachen Acker (lesen Sie es nach im Matthäus-Evangelium, Kap. 13,3–23) geht es darum, dass der Boden darüber entscheidet, was mit der Saat des Wortes Gottes geschieht. Nun lässt sich trefflich über verhärtete, sorgenvolle und oberflächliche Menschen diskutieren. Aber es gibt noch eine andere Frage: Wird denn das Wort Gottes überhaupt gesät? Ist uns das wichtig? Hier zwei mutmachende Beispiele im Zusammenhang mit ethos. Jemand schrieb: «... ich arbeite in einem Krankenhaus. Wir haben sechs Abteilungen mit je drei Aufenthaltsräumen. Es wäre toll, wenn man den Patienten das Lesen Ihrer Zeitschrift ermöglichen könnte ... können Sie mir regelmässig 18 Hefte schicken?» Ja, wir können, wenn unser Pool mit Förderbeiträgen dies erlaubt. Oder da ist eine Karte aus Saudi-Arabien(!). Eine Leserin bestellte ein ethos-Jahresabo für eine Freundin in Deutschland. Verkehrte Welt? Nein, Gott handelt. Sein Wort wird gesät und es wird nicht leer zurückkommen.

Wem gleicht Ihr Herz? Einem ausgefahrenen Feldweg oder einem frisch umgepflügten, für Saat, Wachstum und Leben empfänglichen Acker? Gott legt seine erneuernde, fruchtbringende Kraft in uns, wenn wir an Jesus Christus glauben.

Herzliche Grüsse, Ihr Rolf Höneisen