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EDITORIAL

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Liebe Leserin, lieber Leser

Jesus verstand es meisterhaft, mit Begebenheiten aus dem Alltag, tiefe geistliche Wahrheiten zu veranschaulichen: der Sämann, der den Samen ausstreut; der Weinstock, der den Reben Saft gibt; der Spatz, der auf die Erde fällt. Unsere Reportage über den Schaftrieb in den Alpen bringt uns ebenfalls einen biblischen Text näher. Am deutlichsten dort, wo der Autor erklärt, wie die Tiere am Ende des Tages in einen Pferch getrieben werden. Im Johannes-Evangelium, Kapitel 10, beschreibt Jesus einen Hirten, der seine Schafe versammelt. Sind die Schafe einmal im Stall oder im Pferch drin, dann sind sie sicher und geborgen. Den Einund Ausgang bildet eine einzelne Türe. Und mit dieser Türe vergleicht sich Jesus: «Ich bin die Tür. Wer durch mich eintritt, wird gerettet werden.» Der persönliche Glaube an Jesus führt ins Himmelreich: «Meine Schafe hören auf meine Stimme. Ich kenne sie, und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben. Sie werden niemals verloren gehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reissen» (Joh. 10,27 und 28).

«Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich eintritt, wird er gerettet werden. Er wird ein- und ausgehen und gute Weide finden.»

Johannes 10,9 NGÜ

Es war an einem bitterkalten Heiligabend, als unserer Familie dieses Jesus-Wort ganz neu deutlich wurde. Beladen mit Geschenken, hin- und herschwappendem Fruchtsalat und noch warmem Kuchen wollten unsere vier Kinder, meine Frau und ich rasch ins Auto steigen und zu den Grosseltern fahren. Stopp, es ging nicht! Die Wagentüre war total vereist. Nein, nicht allein die Fahrertüre – keine der Seitentüren liess sich öffnen. Mit einer Ausnahme: Die Heckklappe ging auf! Wer ins Auto wollte, musste dort hinein. Und so kletterten wir einer nach dem anderen durch diese eine «Tür», balancierten den Fruchtsalat und die Pakete über die Rückenlehne – und dies alles unter den ungläubigen Blicken der Nachbarn. Es gab eben nur diesen einen Weg!

Als Jesus in eine Krippe gelegt wurde, verkündigten Engel den Hirten seine Geburt. «Ich bringe euch eine gute Nachricht», sagte der Engel. «Heute ist euch in der Stadt Davids ein Retter geboren worden; es ist Christus, der Herr» (Luk. 2,10 und 11). Mich beeindrucken die Hirten. Sie diskutieren nicht, sondern brechen auf: «Kommt, wir gehen nach Betlehem! Wir wollen sehen, was dort geschehen ist und was der Herr uns verkünden liess» (V. 15). Als sie zu den Herden zurückkehren, sind sie verwandelt. Die Angst ist der Freude gewichen: «Sie rühmten und priesen Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten.» – In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen besinnliche und frohe Weihnachten!

Herzliche Grüsse, Ihr Rolf Höneisen