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EDITORIAL

EDITORIAL

«Die immer neu aus dem Boden schiessenden Ideologien lassen den Menschen allein mit seiner Not.»

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER

Längst haben wir uns daran gewöhnt, dass von einer «Wertegemeinschaft Europas» gesprochen wird. Was ist damit gemeint? Es bedeutet, dass alle die gleiche Moral haben und sich einem alleingültigen Massstab verpflichten.

Ob in der Schweiz, Österreich oder Deutschland – Demokratien definieren sich durch Meinungsfreiheit. Stetig, fast unmerklich entfernen wir uns jedoch von diesem Selbstverständnis. Die Medien tragen einen grossen Teil dazu bei. Unermüdlich predigen sie die im Trend der Zeit liegenden Ideologien, vorgestellt als neueste wissenschaftliche Erkenntnis. Auch wenn’s falsch ist: Man muss etwas nur lange genug wiederholen, bis es in den Köpfen als richtig wahrgenommen wird. Wie schon das Sprichwort sagt: «Steter Tropfen höhlt den Stein!»

Auch wird vorgegeben, wer die Guten sind: Wer fürs Klima kämpft; wer Abtreibung für ein Menschenrecht hält und wer die «Ehe für alle» und das frei wählbare Geschlecht befürwortet. Neuerdings werden sogar die Geimpften in den Kreis der besseren Menschen aufgenommen, tun sie doch angeblich etwas zum Wohle der Gesellschaft.

Wer aus der Mainstream-Reihe tanzt, erlebt, wie Toleranz zu verstehen ist. Muss er wegen seiner Überzeugung Nachteile in Kauf nehmen, gilt das nicht als Diskriminierung, sondern ist lediglich eine Ungleichbehandlung, die er ja freiwillig «akzeptiert». Umgekehrt spricht man aber von Diskriminierung, wenn er der Vorgabe, was man zu befürworten hat, nicht beipflichtet.

Ich möchte mit meinem Editorial nicht politisieren. Aber angesichts der vorrückenden Zeiger an der Weltenuhr bekommt der Auftrag Gottes eine noch grössere Dringlichkeit: der Welt, die ohne Gott verloren ist, von seiner Liebe weiterzusagen. Aufzuzeigen, wo Rettung und Sinn zu finden sind: nur in Jesus! Die immer neu aus dem Boden schiessenden Ideologien lassen den Menschen allein mit seiner Not. Sie haben keine Antworten auf die drängenden Fragen nach dem «Woher», «Wozu» und «Wohin» (dazu der Artikel «Sinnsuche» ab Seite 14).

Bis zum heutigen Tag überdauerte Gottes Wort alle je dagewesenen Strömungen. Noch nie hatte ein Volk Bestand, das sich dem Schöpfer widersetzte. Es schmerzt ihn, wenn seine Geschöpfe im Sumpf der Ideologien ersticken, von Angst und Sinnlosigkeit geplagt. Gott hat sich uns in seinem Wort offenbart. Er sagt, was gilt und was letztlich bleibt. Da findet der Mensch Antworten!

Dem Massstab der Bibel verpflichtet sich auch die EDU Schweiz. Lesen Sie dazu das spannende Interview ab Seite 38 mit Daniel Frischknecht, dem Präsidenten der Partei.

Wie eine Flutwelle kann uns ein Gefühl der bleiernen Leere, der Belanglosigkeit und Sehnsucht nach «mehr Leben im Leben» überrollen. Depressionen und Suizide nehmen auch bei jungen Leuten stark zu. Oft überliest man, dass David im Psalm 51 nicht nur Busse tut. Es ist auch ein Hilferuf nach Veränderung. «Gib mir wieder Freude an deinem Heil, und stärke mich mit einem willigen Geist!», bittet David. Er weiss, dass sein Problem nicht umweltbedingt ist, sondern sein angeborenes, inneres Wesen betrifft. So schreit er nach einem neuen Herz. Diesen Notruf erhörte Gott. Er sandte nicht nur seinen Sohn, um für Sünder zu sterben, sondern schenkte denen, die an ihn glauben, auch ein neues Herz, das ständig erneuert wird. Gott hat uns, die wir (geistlich) tot waren, lebendig gemacht, steht in Kolosser 2,13. Zieht Jesus als Herr ein, kommt Leben ins Leben und mit ihm die Fülle: «Ich (Jesus) bin gekommen, damit sie Leben im Überfluss haben» (Joh. 10,10). Dank sei Ihm!

Herzlich, Ihre

Daniela Wagner-Schwengeler