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EDITORIAL

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Daniela Wagner-Schwengeler

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER

Inmitten einer Welt, die aus den Fugen geraten ist, mit Problemen, die auch den Führern dieser Welt längst über den Kopf gewachsen sind, steht die Frage im Raum, was der winterliche Placebo aus Lebkuchen und Glühwein an Weihnachten soll.

Oder ist es Legitimation genug, wegen Hass, Amokläufen, Finanzkrisen, Flüchtlingsströmen und Umweltkatastrophen kurz in behagliche Stunden abzutauchen, um Kraft für den Alltag zu tanken? So richtig will es nicht funktionieren, verdampfen doch die Emotionen genauso schnell, wie der Glühwein kalt wird. Wie feiern angesichts von Gewalt und Terror? (Lesen Sie dazu den Artikel von Wolfgang Nestvogel, ab Seite 12.)

Die Frage ist falsch gestellt. Es geht nicht um das «Wie feiern?», sondern «Weshalb feiern?». Das Freudenfest braucht einen Grund, der aber ist uns abhandengekommen. Auch wenn man sich konsequent den Nachrichten verweigert: Umstände, die das Leben beschweren, kann man nicht so leicht wegbeamen. Genauso wenig jene Momente, in denen Schuld quält und schlecht schlafen lässt. Doch da läge der Lösungsansatz, dem Sinn von Weihnachten und der damit verbundenen Freude näher zu kommen.

Für all das Elend auf der Welt macht man Gott verantwortlich. Dreist wird es ihm in die Schuhe geschoben, obwohl es hausgemacht ist! Vom Menschen. Hart, aber wahr. Trotzdem wird krampfhaft an der Ideologie festgehalten, der von Gott befreite Mensch könne endlich sein wahres Potential des Gutseins entfalten, ohne die einengenden Massstäbe Gottes. Doch, oh Schreck, die Bosheit unserer Zeit schlägt als riesige Tsunami-Welle zurück. Bringt Elend, Verwüstung und Tod. Die Explosivkraft der Sünde hat einen riesigen Krater gerissen und hinterlässt eine unüberbrückbare Kluft zwischen dem Schöpfer und seinen Geschöpfen.

«Das Herz des Menschen ist die Krippe, in der Jesus gross werden möchte.»

Gaby Eder

Eine eigene, tragfähige Brücke aus guten Taten bauen zu wollen, ist sinnlos. Verpuffte Energie, verschwendete Zeit. Kapitulieren und die eigene Ohnmacht eingestehen hingegen ein erster Schritt aus der Ausweglosigkeit.

«... oh du fröhliche, oh du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit ...» Weihnachten ist das Brückenfest schlechthin! In Jesus hat Gott die längste Brücke gebaut – eine Brücke, die Himmel und Erde verbindet. Es hat Ihn das Leben Seines Sohnes gekostet, damit Er uns Frieden und Versöhnung anbieten kann! An Weihnachten, vor mehr als 2000 Jahren, kam Jesus auf diese Welt, um das Dilemma, die unüberwindbare Kluft zwischen Gott und uns, aufzuheben. Dieses Kind, armselig in einem Stall geboren, nimmt später durch Seinen Tod unsere Vergehen auf sich – aus Liebe. «Gott ist einer, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Jesus Christus, der sich selbst gab als Lösegeld für alle» (1. Timotheus 2,5–6).

«... Christ der Retter ist da.» Bleiben Sie am Geburtstag des Retters der Welt nicht Zaungast, sondern lassen Sie sich über die lebendige Brücke, Jesus, nach Hause rufen. «Denn der Menschensohn ist gekommen, um Verlorene zu suchen und zu retten» (Lukas 19,10).

Ich wünsche Ihnen von Herzen frohe Weihnachten und freue mich, Sie im neuen Jahr an dieser Stelle wieder begrüssen zu dürfen!

Herzlich, Ihre