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Alles meins?

«Mein Nektar gehört mir», sagte die Sonnenblume. «Ich lasse keine Biene naschen!» Sie blühte noch eine kleine Zeit, verwelkte dann und hatte keine Frucht.

«Ich bin ich!», sagte das Weizenkorn. Es war prall und goldgelb, reif und voller Lebenskraft. «Ich lasse mich nicht in die Erde legen und aussäen.» So blieb es heil und ganz für sich allein. Es wurde todeinsam und brachte keine Frucht.

«Ich lasse mich doch nicht zerschneiden und auspressen», sagte die Zitrone, lag noch eine Weile in der Obstschale, verfaulte dann aber, stank und landete im Mülleimer.

Jesus sagt: «Wer sein Leben erhalten will, wird es verlieren. Wer es aber hingibt, wird es empfangen!» Nur in einer Beziehung der Liebe zu Gott und dem Nächsten erfüllt sich unser Leben. Wer sein Leben gegen den Anspruch Gottes hüten und schützen, es vor dem Teilen mit anderen bewahren will, wird es verlieren. Wer es aber in Liebe verschenkt, wird das ganze Leben finden.

«Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht!» (Joh. 12,24)

Jesus sagt: «Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.» (Joh. 15,4+5) 

überliefert