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EDITORIAL

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LIEBE LESERIN, LIEBER LESER

Seit Tagen werden wir Ostschweizer immer und immer wieder mit einem schrecklichen Fall konfrontiert: Bei den Behörden gingen verschiedene Anzeigen gegen einen Pferdehändler wegen Tierquälerei ein. Tierschützer hatten der Regierung eine Petition mit rund 13 000 Unterschriften überreicht. Der Übeltäter wurde in Gewahrsam genommen, die Tiere weggebracht. Der Fall erregt die Gemüter. In den sozialen Medien erreicht der Facebook-Post über eine Million Menschen. Beim Pferdehof finden Mahnwachen und Kundgebungen statt.

Gleichzeitig – aber fernab jeglichen medialen Interesses – wird der Gebetsmarsch am Bettag, den das Organisationskomitee vom «Marsch für s’Läbe» plant, nicht bewilligt. Erst zugesagt, befürchten nun Gemeinden in Obwalden Störungen durch externe Gruppierungen. So werde die Ruhe des hohen Feiertags gestört und es sei ein kostspieliger Polizeiaufwand nötig. Die Lebensschützer sind für potenzielle Störungen nicht verantwortlich, aber ihnen wird die Gebetsveranstaltung für das Recht auf Leben verwehrt.

«Unter allen Gaben ist die Gabe des göttlichen Worts die allerherrlichste; wer die wegnimmt, der nimmt die Sonne aus der Welt.»

Martin Luther

Während ich diese Zeilen schreibe, findet in Zürich die Street Parade statt. Lärm, Dreck, Kosten und Berichterstattung sind immens. Kein Problem. Christliche Gruppen hingegen, die sich öffentlich, ruhig und gewaltlos gegen Irrwege des Zeitgeistes aussprechen, werden mitunter mit blankem Hass und tätlich angegriffen. Das Zeitalter der Toleranz ist ausgerufen. Wehe aber den Christen, deren Meinung dem Mainstream entgegensteht! «Bestenfalls» einfach belächelt und ignoriert, immer häufiger jedoch ausgegrenzt oder gar Zielscheibe von Hass und Gewalt. Die Toleranzschiene hebelt sich selbst aus. Die Wahrheit wurde dem Relativismus geopfert. Jedem seine Wahrheit – willkommen im Zeitalter der «Fake News»!

Lesen Sie mehr dazu im Interview mit dem Publizisten Stefan Frank (ab Seite 28). John M. Brown kam vor 36 Jahren zum Glauben an Jesus. Beim Bibellesen stiess er auf Hinweise, dass Israel über den Rohstoff Erdöl verfügt. Er bemühte sich um Explorationsrechte, Lizenzen und suchte in den in der Bibel genannten Regionen nach Öl. Heute steht fest: In Israel gibt es – was lange niemand für möglich hielt – gewaltige Erdölvorkommen. Experten gehen von 250 Milliarden Barrel aus (das entspricht den Vorkommen in Saudi-Arabien). John Browns Unternehmen «Zion Oil & Gas Company» begann vor einigen Wochen mit der Förderung. Der Texaner nahm die biblischen Angaben ernst: «Dort graben wir.» (Mehr dazu in factum 6/2017.)

«Herr, du bist Gott, und deine Worte sind Wahrheit» (2. Samuel 7,28). 
Manche Menschen halten leichter zehn Reden als einmal Wort, nicht so der Gott der Bibel. Mit jedem Jahr, in dem ich mein Leben weiter auf die Grundpfeiler von Gottes Wort baue, bestätigt es sich mir mehr, wird fester und hält in der Fülle der erlebten Treue Gottes auch die Fragezeichen aus. «Gott wacht über seinem Wort, um es auszuführen» (Jes. 55,11; Jer. 1,12), und «Erkenntnis der Wahrheit entspringt der Gottesfurcht» (Tit. 1,1 b). Die Bibel enthält keine «Fake News» und navigiert jeden sicher ans Ziel.

Bei dieser wunderbaren Tatsache stehen zu bleiben, ist wie Öl fördern und es liegen zu lassen. Verschwendete Energie. Glaube ist mehr als ein «Für-wahr-Halten». «Wenn wir glauben könnten, dass Gott selbst mit uns in der Bibel redet, so würden wir mit Fleiss darin lesen und unsere selige Werkstatt halten», sagte der Reformator Martin Luther. Es gilt, kostbarere Schätze zu fördern als Öl, einen unglaublichen Reichtum zu entdecken, den wir als Kinder Gottes geerbt haben. Das ist Freude und gibt Perspektive! Treten wir das Erbe an? In Jesus überwinden wir weit, damit wir weder über Umstände noch über uns selbst verzweifeln müssen. Dazu möchte ich Ihnen den ermutigenden Artikel «In Ihm überwinden wir weit» (ab Seite 12) ans Herz legen. Wir dürfen im Sieg leben, den Jesus längst erkämpft hat. Wenn das keine glanzvollen Aussichten sind!

In dieser Freude grüsse ich Sie herzlich, Ihre

Daniela Wagner-Schwengeler