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Ich werde mit dir sein!

Bei seiner Berufung fragt sich Mose: «Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen sollte?» (2. Mose 3,11).

Als er vor dem Pharao steht, fragt dieser: «Wer ist der Herr, dass ich auf ihn hören sollte?» (2. Mose 5,2).

Was für ein Unterschied! Mose stellt sich infrage. Der Pharao stellt Gott infrage. Den einen Menschen kann Gott gebrauchen, den anderen muss er verwerfen!

Mose bezweifelt seine Qualifikation, den übermenschlichen Auftrag ausführen zu können.

Der Pharao bezweifelt die schiere Existenz einer ihm übergeordneten Instanz.

Wer war schon Mose? Ein midianitischer Hirte mit mörderischer Vergangenheit.

Wer war Pharao? Der Absolutherrscher einer Hochkultur, Befehlshaber einer Weltmacht.

Mose’s Selbstzweifel waren angebracht. Durch bescheidene Diener kann Gott sich verherrlichen.

Seine Selbstüberhebung hat den Pharao umgebracht. Seine Anmassung liess ihn nicht zuhören.

Doch Mose bleibt nicht bei dem «Wer bin ich?» stehen. Er fragt Gott: «Wie ist dein Name?» (2. Mose 3,13). Wie Gott tatsächlich ist, erfährt Mose an dieser Stelle noch nicht. Das lernt er erst durch Gehorsam. 40 Jahre zuvor war Mose mit einem riesen Selbstbewusstsein auf einen Ägypter losgegangen. Doch mittlerweile kennt er seine Schwäche.

Auch wir sollen nicht an uns selber glauben. Wir wollen an seinen Namen glauben und in seinem Namen hingehen und handeln. Dann gilt uns die gleiche Zusage, wie Mose sie hörte: «Ich werde mit dir sein!» (2. Mose 3,12). «Unsere Hilfe steht im Namen des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat» (Ps. 124,8).

Andreas Fett