<
EDITORIAL

EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser

Im Hafen von Savona sah ich zum ersten Mal ein Schiff wie die «Costa Concordia». Ich traute meinen Augen nicht. 290 Meter lang, 36 Meter breit. Auf 17 Decks finden 3800 Passagiere und 1100 Besatzungsmitglieder Platz. Ein Schiff, auf dem knapp 5000 Menschen relaxen oder arbeiten. Eingerichtet mit Restaurants, Bars, Läden, Schönheitssalon, Fitnessraum, Whirlpools, Sportplätzen, Theater, Casino, Kino, Bibliothek, Diskothek, Swimmingpools drinnen wie draussen. Eine schwimmende Freizeitanlage mit 114 500 Tonnen Gewicht und modernster Technik, Kostenpunkt 450 Millionen Euro. Dass auch ein solcher Gigant untergehen könnte, daran dachte ich nicht ...

«Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar.»

1. Petrus 2,4

Am Filmfest in Cannes, im Jahr 2010, feierte die umstrittene dreiteilige Produktion «Film Socialisme» von Luc Godard Premiere. Der erste Teil spielt ausgerechnet an Bord der «Costa Concordia»! Der Regisseur wählte das Luxusschiff als Symbol für die übersättigte, dekadente, dem Untergang geweihte kapitalistische Gesellschaft. Godards Film spaltete das Publikum, fand gleichermassen Freunde wie Feinde. Nur eines hätte vor zwei Jahren auch er nicht erwartet – dass dieses riesige Schiff tatsächlich untergehen könnte!

Das Auflaufen des Kreuzfahrtschiffs «Costa Concordia» erinnert an den Untergang der «Titanic». Am 15. April 1912 schlitzte ein Eisberg den Rumpf des als unsinkbar gehandelten Schiffes auf. Hundert Jahre später, am 13. Januar 2012, zerschnitt ein Fels vor der italienischen Insel Giglio den Stahl der «Costa Concordia». Das Schiff kippte zur Seite und sank. Es ist ein Wunder, dass so viele Menschen überlebten. Doch für etliche wurde das Traumschiff zum Sarg. Als ich die Bilder des Wracks betrachtete, blieb mein Blick am Felsen haften, der im Schiffsrumpf steckt. Das Bild stimmte mich nachdenklich. Die Bibel spricht von einem «Stein des Anstosses», einem «Fels des Ärgernisses». Dieser «Fels» wird im Alten Testament prophezeit (Jes. 8,14 f.; Ps. 118,22). Im Neuen Testament verbinden die Apostel den «Fels» mit Jesus Christus. Petrus: «(...) Sie stossen sich an diesem Stein, wie es allen bestimmt ist, die nicht bereit sind, Gottes Botschaft Glauben zu schenken (...)» (1. Petrus 2,8 b NGÜ). Und Paulus zitiert: «(...) er ist ein Fels, an dem man zu Fall kommen wird. Aber wer ihm vertraut, wird vor dem Verderben bewahrt werden» ( Röm. 9,33). Jesus ist der Fels der Entscheidung! – Unmöglich, undenkbar, unglaublich? Urteilen Sie erst, nachdem Sie die Bibel gelesen und die Botschaft des Evangeliums von der Errettung durch Jesus Christus aufrichtig bedacht haben. Ich jedenfalls will Gottes Botschaft Glauben schenken. Denn – welches Menschenwerk kann nicht untergehen?

Herzliche Grüsse, Ihr Rolf Höneisen