<
EDITORIAL

EDITORIAL

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER

Influencer. Einflüsse. Überall sind wir ihnen ausgesetzt. Tagtäglich. Kaum merklich verändern sie unsere Überzeugungen, setzen fest, was erstrebenswert ist und in welche Richtung wir uns bewegen sollen.

Unzählige Bilder begleiten uns auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule. Zum Beispiel die Plakat-Kampagne des Bundesamts für Gesundheit zur Aids-Prävention. Erotisch dargestellt eine Frau mit einem Mann, auf dem nächsten Plakat dieselbe Frau intim mit einer Frau, auf dem dritten der Mann vom ersten Plakat mit einem anderen Mann. Die abgelichteten Personen mit ihren makellosen Körpern geniessen sinnlich und scheinbar glücklich ihr Tun. Die Message: «Sprenge jede Konventionsgrenze – so findest du Freiheit und Glück. Lebe deine Träume – aber schütze dich mit Kondom!» Klar, macht das etwas mit uns – und mit unseren Kindern, die daran vorbei in den Kindergarten tippeln!

Der Einfluss der Schule beschränkt sich ebenfalls nicht auf Fachwissen. Sozialkompetenz – wie das Leben zu gestalten sei – kann man nicht wertefrei vermitteln. Gott musste dem Zufall Platz machen. Und so lernen schon die Kleinsten, dass es keinen Schöpfergott gibt, der sie wollte und liebt. Die Suizidrate unter Jugendlichen steigt seit Jahren drastisch. Wen wundert’s, dass viele an der Sinnlosigkeit zerbrechen?

Die gleichen Manipulationsmechanismen erleben wir in den unseligen Genderdebatten. Man postuliert, für die Gleichberechtigung von Mann und Frau zu kämpfen. Letztendlich geht es aber nur darum, die schöpfungsmässige Ordnung abzuschaffen. Gezielt suggeriert man schon Kleinkindern: «Nicht, was du vor Augen siehst, ist echt, sondern das, was du fühlst. Bist du mit männlichen Geschlechtsmerkmalen geboren, heisst das gar nichts. Finde heraus, ob du dich als Mädchen fühlst, wenn ja, dann sei es. Lass dir von deinem Körper keine Grenzen setzen.» Kürzlich meinte meine siebenjährige Nichte auf dem Rücksitz: «Seraina hat gesagt, wenn sie erwachsen sei, wolle sie ein Mann sein. Sie werde sich dann ein Glied machen lassen.» Ich habe fast die Kurve nicht gekriegt – im wahrsten Sinne des Wortes!

«Sehen sie, dass wir nicht unseren Wünschen und Zielen nachjagen, sondern nach Gottes Wegen fragen?»

Instagram, Twitter, Snapchat, Radio, TV oder Zeitungen – auch sie beinflussen uns. Neutrale Berichterstattung? Ein frommer Wunsch! Selbst die Medien haben die Farbe ihres «Glaubens».

Mehr denn je betrachten wir uns als kritisch-prüfende Zeitgenossen und glauben, unsere eigene Meinung zu vertreten. Doch ohne einen verbindlichen Massstab sind wir alle manipulierbar. Was man uns immer wieder als gesellschaftlich anerkannt einimpft, wird schliesslich zur persönlichen Überzeugung. Steter Tropfen höhlt den Stein.

Die grosse Herausforderung für uns Christen besteht darin, ganz wahr zu sein, zu leben, was wir zu glauben vorgeben. Deckungsgleich. Nur das kann überzeugen. Unsere Kinder kennen uns. Geben wir uns unfehlbar und tun so, als würden wir den Massstäben Gottes immer gerecht werden? Stehen wir zu unserem Versagen? Erkennen sie, dass wir täglich dankbar aus der Gnade Gottes leben, ganz abhängig von Ihm? Dass wir nicht unseren Wünschen und Zielen nachjagen, sondern nach Gottes Wegen fragen?

Diese authentische und frohmachende Nachfolge Jesu sah ich bei meinen Eltern. Als Jugendliche gierte ich nach der «Freiheit der Welt». Diese korreliert mit den Massstäben, die Gott setzt. So sehr ich mich auch mühte, das Leben meiner Eltern mit Jesus machte meine Lebensphilosophien zunichte. Ich erlebte sein Wirken in unserem Familienalltag und wusste, dass Er die Wahrheit ist.

Bleiben Sie als Eltern, als Ehepartner, als Freund dran. Beten Sie geduldig für andere weiter. Gott hört unser Flehen! Der Artikel von Nicola Vollkommer und ihrer Tochter «Fromme Eltern – fromme Kinder?» (ab Seite 6) macht Mut dazu.

«Komm, und lass uns wandeln im Licht des HERRN!» (Jesaja 2,5) – Gott hat Seinen Segen denen verheissen, die auf Seinen Wegen gehen.

Herzlich, Ihre

Daniela Wagner-Schwengeler