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EDITORIAL

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Daniela Wagner-Schwengeler

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER

Der Künstler Ambrosius hatte schon alles Erdenkliche gemalt, nur eines wollte ihm nicht gelingen: die wahre Liebe darzustellen. Doch dann lernt er eine Frau kennen. Von ihr beseelt, geht ihm die Arbeit nun ganz mühelos von der Hand. Sein Werk – Die wahre Liebe – trägt die Züge seiner Braut. Es wird von einer Fachjury mit dem ersten Preis gekürt.

Etwas später erlebt der Künstler eine gewaltige Enttäuschung. Die «wahre» Liebe zerbricht! Wie ein Wahnsinniger irrt er durch die Strassen. «Ich suche die wahre Liebe!», schreit er und stürmt in die Kunstausstellung, reisst sein Bild von der Wand und vernichtet es.

Jahrzehntelang hört man nichts mehr von Ambrosius. Inzwischen ist er alt und grau geworden. Eines Tages findet man ihn tot in seinem Atelier. Er liegt vor einem riesigen Gemälde, das die Kreuzigung Christi in ergreifender Weise darstellt. Jesu Augen, die den Tod schon vorschatten, voll unendlicher Güte, den Blick flehend zum Himmel erhoben. Mit letzter Kraft hatte der Maler unter das Bild geschrieben: «Die wahre Liebe!»

«Bei einem Waldbrand gibt es immer eine Stelle, die das Feuer nicht mehr erreicht: den Platz, den das Feuer schon ausgebrannt hat. Golgatha ist die Stelle, wo das Feuer vom Gericht Gottes über unsere Sünde schon ganz erloschen ist.»

Corrie ten Boom

Ende Monat ist Karfreitag. Wir denken an das, was damals, vor bald 2000 Jahren, geschah. Eine Menschenmenge in Jerusalem schrie aufgebracht: «Hinweg mit Jesus! Tötet ihn!» Löschten sie damit die wahre Liebe aus? Wieder nur ein Traum gewesen? Nein. Es wurde Ostern. Jesus ist auferstanden. Der Gerechte, der für uns Ungerechte starb, blieb nicht im Grab. In Ihm lässt Gott Gnade vor Recht ergehen und begnadigt uns Sünder, die wir den Tod verdient hätten. Das ist wahre Liebe! Kein Traum, sondern ewige Realität für jeden, der dieses Geschenk annimmt. Jesus lebt und wird wiederkommen, um seine Kinder zu sich zu holen und sein gerechtes Reich aufzurichten! Packende Interviews, Erzählungen, Bibelbetrachtungen und vieles mehr in diesem Heft zeugen von dieser wahr gewordenen Osterfreude.

Im März vor 35 Jahren lancierten meine Eltern eine neue Zeitschrift: ethos.

Zum Jubiläum präsentieren wir Ihnen unser Magazin in einem neuen, frischen Design. Wir legten unser Augenmerk besonders auf gute Lesbarkeit sowie ein schönes, durch Leichtigkeit gekennzeichnetes Layout und hoffen, dass auch Sie an der neuen Gestaltung Gefallen finden. Nach wie vor verpflichten wir uns aber dem gleichen Ziel: die Botschaft von Jesus und die verändernde Kraft des Evangeliums zu verkünden. Die Bibel, Gottes unveränderliches Wort, ist und bleibt unser Massstab. Gott hat uns in den vergangenen Jahren in diesem Auftrag bestärkt, bestätigt und geführt. Ihm gebührt der Dank für seine unwandelbare Treue.

Ein herzliches Dankeschön des Redaktionsteams geht aber auch an Sie, liebe Leserinnen und Leser, für Ihre Lesertreue, alle ermutigenden Zuschriften und jedes Gebet! Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie mithelfen, neue Abonnenten für unsere Zeitschrift zu gewinnen, damit die «gute Botschaft» noch in viele Häuser kommt und die Arbeit mit ethos weitergehen darf.

Viel Freude und reichen inneren Gewinn beim Lesen wünscht Ihnen von Herzen,

Ihre

PS: Auf Seite 42 finden Sie ein Lesezeichen als kleines Dankeschön zum Jubiläum.