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EDITORIAL

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LIEBE LESERIN, LIEBER LESER

«Wer sich mit den Menschen dieser Welt abgibt und ihnen zuhört, wird weltklug. Wer auf den Strassen herumhängt, hat Alltagswissen. Und wer geistlich klug sein will, muss sich mit Gott ‹abgeben.›» (Jim Berg)

Ein Journalist schrieb über einen Politiker: «Das Rüstzeug für seine Zielstrebigkeit bezieht er aus der Bibel. Dieser ‹Traum› von der ‹Total-Wahrheit› gibt ihm vor, wie das Leben zu sehen ist.»

«Denn der Herr gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht.»

Sprüche 2,6

Zeitgenossen, die Gott aus dem Leben ausklammern, stimmen der Definition von Weisheit als «das Kennen und Auswählen der besten Mittel zum Erreichen der besten Ziele» zu. Doch wer sagt, was beste Mittel und beste Ziele sind, wenn es keine verbindliche Wahrheit gibt?

Ob es uns passt oder nicht, Gott macht diesbezüglich ganz klare Ansagen: 1. Er ist Wahrheit. 2. Weisheit ist allein in Ihm zu finden.

Erkenntnis Gottes ist somit die Grundlage für weise Entscheidungsfindung. Wir erhalten sie nur, wenn wir die Bibel lesen, über das Gelesene nachdenken und Gottes Wort im Glauben festhalten. Leider haben viele, die sich Christen nennen, wenig bis gar keine Ahnung, was in der Bibel steht. Fastfood-Christen ziehen sich mittels eines Apps auf dem i-Phone eine Ein-Minuten-Botschaft rein oder hangeln sich von Sonntags-«Predigt» zu Sonntags-«Predigt» (was manchmal allerdings mehr einem seichten Unterhaltungsprogramm ähnelt als einer Unterweisung aus der Bibel). Menschen, die über das Gehörte oder Gelesene nachdenken, es prüfen und auf das eigene Leben anwenden, sind selten geworden.

Clare De Graaf belegte im College das Wahlfach Biologie. Während der Vorlesungen machte er sich Notizen, hatte aber nicht vor, Biologe zu werden. Weil er in dem, was er lernte, keinen praktischen Nutzen sah, ging das Gehörte zu einem Ohr rein und zum anderen raus. Die Studenten im gleichen Kurs, die im medizinischen Vorstudium waren, hatten jedoch eine ganz andere Perspektive. Sie lernten den Stoff, als hinge ihr weiterer Werdegang davon ab – was auch der Fall war! Das, was im Biologiekurs unterrichtet wurde, würde in ihrem Arbeitsleben eine Rolle spielen, das machte den entscheidenden Unterschied. Genauso – oder umso mehr – sollten wir in der Bibel lesen und Gottes Gedanken studieren.

Wie kann man jemandem vertrauen und sich von ihm prägen lassen, wenn man ihn nicht kennt? Wie standfest sein, wenn man nicht sicher ist, ob das Fundament trägt? Man muss sich Zeit nehmen, um Gottes Sicht auf das Leben zu erfahren. Es ist entscheidend, womit ich meinen Geist «füttere». Dank, Anbetung, Liebe und Vertrauen entstehen aus dem Wissen darüber, wer Gott ist und was er getan hat. Gerade in leidvollen Situationen wird offenbar, ob wir uns dessen sicher sind, dass Gott nicht schläft und auf uns acht hat. Vieles kommt dem Anstrich nach «christlich» daher. Fälschungen werden jedoch von Experten nicht aufgedeckt, wenn sie alle Imitate kennen, sondern indem sie sich intensiv mit dem Original befassen.

Gott hat uns nicht im Unklaren darüber gelassen, wer Er ist und welchen Sinn unser Leben hat.

«Seit mir bewusst geworden ist, was es wirklich bedeutet, ein Kind Gottes zu sein, brauche ich nicht mehr so schrecklich erwachsen zu tun», sagte ein Christ und meinte damit, nicht mehr eigene Klugheit vortäuschen zu müssen. Nicht unsere Vorstellungskraft ist der Weisheit letzter Schluss. Überwältigen darf uns aber, dass Gott uns Seine Weisheit schenken möchte, wenn wir mit Ihm in Verbindung leben.

Investieren wir Zeit für Gottes Wort und nähren uns täglich an diesem gewinnbringenden Studium – oder ist uns anderes wichtiger?

Herzlichst,

Daniela Wagner-Schwengeler