TEST

Verlässliche Schönheit

Stinson Reliant 35cc von Phoenix Model/D-Power


Das Original dieser Maschine diente während der Zeit des Zweiten Weltkriegs als leichtes Verbindungs-, Transport- und Schulungsflugzeug. In der Zeit dieser Wirren waren Eigenschaften wie Zuverlässigkeit mehr denn je gefragt, vielleicht hat der Hersteller daher den Namen für dieses Muster gewählt. Dazu würde auch die Anzahl der gebauten Exemplare passen, die mit über 1.300 Stück schon beachtlich ist.

STEFAN MUTH

Bis heute

Auch nach dem Krieg wurde das Flugzeug, dann unter einer anderen Bezeichnung, auf dem zivilen Markt weiterbetrieben. Einige Exemplare werden von Liebhabern gepflegt und fliegen noch heute. Charakteristisch für Maschinen der damaligen Zeit ist der Sternmotor als Antrieb, welcher diesem Muster zu seinem wuchtigen Aussehen verhilft. Die Auslegung als Hochdecker ist für den Verwendungszweck ebenfalls üblich und nichts Besonderes, die Flächengeometrie hingegen schon: Das sehr dicke Profil, welches zum Rumpf hin wesentlich dünner wird, die zur Wurzel hin einschnürende Nasenleiste sowie die starke Vorpfeilung der Endleiste sind schon eher ungewöhnlich.

Trotz der Abmessungen erscheint der Rumpf durch die starke Neigung der Frontscheibe nicht so klobig wie manch anderes Muster mit Sternmotor aus dieser Zeit. Man kann der Maschine eine gewisse Eleganz nicht absprechen und dem Hersteller Phoenix Model ist es gelungen, diese auf das Modell zu übertragen. Auch das Finish ist vorbildgetreu und die Farbkombination geschickt ausgewählt, so dass sich jetzt nur noch zeigen muss, ob das Modell so verlässlich ist wie seinerzeit das Original.

Schnell aufgerüstet

Da sich der Aufbau der Stinson Reliant im für heutige ARF-Modelle üblichen Rahmen bewegt, wenden wir uns zuerst dem flugpraktischen Teil zu. Schnell ist die Maschine auf dem Flugplatz aufgerüstet, da das Leitwerk fest verklebt ist und somit nicht montiert werden muss. Und bei einer Gesamtlänge des Modells von knapp 180 cm ist trotz festem Leiwerk ein Transport in einem Mittelklasse-Kombi kein Problem. Die Tragflächen werden angesteckt und mit jeweils zwei Schrauben befestigt. Dies geschieht über eine Klemmverbindung, was absolut sicher hält. Die Streben werden dann werkzeuglos mittels Alubolzen-Splint-Verbindung am Fahrwerksbügel befestigt.

Für eine saubere Verkleidung der Anlenkung sorgt diese Hutze und bietet gleichzeitig Schutz vor einem Einhaken in der Flächenschutztasche.

Clever gelöste Montage des Querruder-Servos: Durch die Neigung kann das Servo bequem verschraubt werden und es ist keine Halterung in der Schachtabdeckung notwendig.

Nachdem die Kabel für Servos und Beleuchtung angeschlossen sind, müssen nur noch die Stromspender an ihren Platz.

Der 10s-5.800-mAh-Antriebspack sowie die drei LiIon-Packs für Empfangsanlage und Beleuchtung werden komfortabel durch die große Öffnung im Rumpf verstaut und mittels Klettverschluss sowie Verschraubung gesichert. Modell einschalten und die Abdeckung mittels Schnellverschluss arretieren, fertig! All das dauert in Summe nur wenige Minuten. Die vorherige Strommessung ergibt, dass der Motor mit der montierten 19×10-APC-Elektro-Luftschraube bei knapp 7.250 1/min unter Volllast annähernd 72 A Strom konsumiert. Damit erreicht der Antrieb circa 88% der Nenndrehzahl des Motors und liegt mit dem Strom und knapp über 2.600 W abgegebener Leistung geringfügig über dem Nennleistungsbereich des Motors.

Da diese Leistung – wenn überhaupt – nur kurzfristig abgerufen wird, liegt man dennoch auf der sicheren Seite. Und da die Stinson meistens mit Halb- bis ¾-Gas bewegt wird, bleibt der Antrieb im wahrsten Sinne des Wortes cool. Der von mir eingebaute Temperatur-Sensor hat selbst nach einem senkrechten Vollgas-Steigflug eine Maximal-Temperatur von 29° C am Regler gemessen, also besteht kein Grund zur Sorge. Die APC-19×10“-Luftschraube ist eine gute Wahl für das Modell, denn die Reliant beschleunigt mit dieser Kombination sehr gut und erreicht dabei eine mehr als ausreichend hohe Endgeschwindigkeit, die schon über dem vorbildgetreuen Speed liegt. Außerdem ist die Steigleistung enorm, so dass man meistens mit Halbgas unterwegs ist, wenn man das Flugzeug vorbildgetreu bewegen möchte. Das kommt auch der Energiebilanz zugute, bei wechselnden Gasstellungen sind spielend Flugzeiten von über 15 Minuten möglich.

Fliegen mit der Stinson

Zum Start gibt man langsam Gas, wobei das Modell nur geringe Ausbruchtendenzen zeigt. Das ein gutes Stück vor dem Schwerpunkt liegende Fahrwerk bewirkt, dass sich der notwendige Seitenruder-Einsatz in Grenzen hält. Ja, man kann sogar problemlos „Alarmstarts“ mit hoher Leistung und kurzer Rollstrecke hinlegen; nur ob das wirklich jemand sehen möchte, wage ich zu bezweifeln. Das Seitenruder hält also behutsam die Spur auf dem ersten Stück und nach circa 40 Metern Rollstrecke hebt die Stinson sanft ab.

Nach einigen Trimmkorrekturen fliegt die Maschine kreuzbrav. Deutlich ist der vorhandene Leistungsüberschuss zu spüren, die Steigleistung ist mehr als überzeugend. Sturz und Seitenzug passen auch gut und das Modell fliegt neutraler als erwartet. Die Ruderausschläge sind genau richtig, um Oldtimer-like sanft und weiträumig zu fliegen. Denn nichts anderes als einen Oldtimer bewegt man mit der Stinson Reliant. Auch der Schwerpunkt passt und ergibt ein ausgewogen fliegendes Modell mit einer deutlichen Tendenz Richtung stabil.

Alle klassischen Kunstflugfiguren sind möglich, wobei man ein solches Modell natürlich eher weich fliegt. Was ich damit meine ist, dass man hier auf gerissene oder gar gestoßene Flugfiguren freiwillig verzichtet – denn es wirkt einfach befremdlich einer solchen Maschine bei so etwas zusehen zu müssen. Mich überkommt dabei jedes Mal ein Gefühl, das ich bereits als Jugendlicher hatte, als ich auf einem Modellflugtag einer Boeing 727 beim tiefen Rückenflug zusehen musste... Ein schöner Slip über die gesamte Platzlänge steht der Stinson Reliant viel besser zu Gesicht.

Die Fahrwerksschenkel aus Aluminium sind sehr robust und einbaufertig vorbereitet.

Die Gewinde zur Aufnahme der Strebenverschraubung sollte man nachschneiden, da beim Farbauftrag natürlich Lack ins Gewinde gelangt ist.

Alle Komponenten haben ausreichend Platz unter der großen Motorhaube.

Durch das beiliegende Kunststoffteil lassen sich Sturz und Seitenzug gut an die Motorattrappe anpassen.

Die Fahrwerks-Rumpf-Übergänge müssen noch ausgeschnitten und am Rumpf verklebt werden. Trotz der Wölbung in alle Richtungen passen die Teile hervorragend.

Schön scale

Ergo bemühe ich mich um eine saubere Aneinanderreihung der Figuren mit sanften Kurvenkombinationen dazwischen. So geflogen, macht es einem das Modell auch leicht. Kein nervöses Verhalten im Langsamflug, kein großes Nickmoment beim Setzen der Landeklappen, ja, die Stinson Reliant von Phoenix Model fliegt fast wie ein Trainer. Allerdings nur fast, weil sie eine gewisse Neigung hat, in die Kurve hineinzufallen, was entsprechenden Höhenrudereinsatz verlangt. Hier macht sich die deutlich geringere Flächentiefe am Randbogen bemerkbar. Macht man das Modell zu langsam, dann kippt es auch über die Fläche ab und verbraucht dabei einiges an Höhe. Dies geschieht allerdings in einem Geschwindigkeitsbereich, den man höchstens mutwillig herbeiführen muss, denn so langsam fliegt man ein solches Modell einfach nicht.

Hat man hingegen die Landeklappen gesetzt, so kann man mit der Stinson Reliant auch gut im unteren Geschwindigkeitsbereich unterwegs sein. Hierbei ist die mittlere Klappen-Stellung vollkommen ausreichend, da die Maschine damit bereits ausreichend abgebremst wird. Auch für die Landung hält man besser etwas mehr Fahrt, da das Fahrwerk nicht wirklich dämpft. Durch die Position der Räder deutlich vor dem Schwerpunkt neigt das Modell im Fall eines Durchsackens nämlich zum Springen. Also mit halb gesetzten Klappen, leicht gesenkter Nase und viertel Gas anfliegen, an der Platzgrenze ganz drosseln und das Modell abfangen, in Zweipunktlage aufsetzen und dann ausrollen lassen. Keine Angst, das funktioniert auch auf kurzen Plätzen, denn so schnell ist die Stinson Reliant nicht unterwegs. Hält man die Nase immer etwas unten, stellt sich die nötige Geschwindigkeit quasi von selbst ein und der Pilot landet immer stressfrei.

Die Holzkonstruktion

Die Stinson Reliant präsentiert sich als leichtes und dabei sauber verarbeitetes ARF-Modell. Einzig der Rumpf fällt hier mit einem Gewicht von 1.900 g etwas aus dem Rahmen, was aber am immensen umbauten Raum liegt. Bei einer Breite von 23 cm und einer Höhe im Kabinenbereich von über 30 cm kommt schon einiges an Material zusammen. Zusätzlich ist das Modell auch für die Verwendung von Verbrennungsmotoren ausgelegt, was eine entsprechend stabile Bauweise verlangt. Einige Spanten im Rumpf könnten zwar ein bisschen mehr Klebstoff vertragen, das ist aber mit etwas Weißleim schnell behoben.

Das Holz zeigt die typischen Brandspuren des Laserschneidens und es fällt auf, dass der Rumpf zum Heck hin extrem filigran aufgebaut wurde. Der Rumpfrücken ist bespannt, wird nur von Spanten und Gurten gestützt und gibt damit sehr schön die typische Form des Originals wieder. Die Dämpfungsfläche des Seitenruders ist vollbeplankt, dadurch sehr verdrehsteif und geht sehr schön in die Kontur des Rumpfrückens über. Daran erkennt man deutlich, dass es bei Phoenix Model schon viel Holzbau-Erfahrung gibt. Der Hersteller hat hier alle Register gezogen, um das Modell sehr leicht und dennoch stabil aufzubauen.

Alles ist schließlich mit hochwertiger Ora-cover-Folie bespannt und lässt sich somit bei Bedarf auch mühelos nachbügeln. Selbst die umlaufende, blaue Umrandung am Leitwerk ist ohne jeglichen Verzug und absolut gleichmäßig aufgebügelt, was schon Respekt verdient. Die englischsprachige Bauanleitung führt recht übersichtlich durch den Aufbau. Dank der weiten Vorfertigung stellt dieser kein Problem dar und ist binnen überschaubarer Zeit abgeschlossen. In Summe habe ich knapp 30 Stunden Zeit bis zum flugfertigen Modell benötigt.

Tragfläche und Leitwerk

Die Flügel werden über ein großzügig dimensioniertes Aluminium-Rohr von 32 mm Durchmesser mit dem Rumpf verbunden und von jeweils zwei M4-Stahlschrauben mittels einer Klemmung der Aluzungen in der Tragfläche in Position gehalten. Die Verschraubung erfolgt von oben durch Öffnungen im Rumpf, welche noch freigelegt werden müssen. Die Verschraubung selbst ist bereits fix und fertig, will heißen: Die entsprechenden Muttern sind bereits im Rumpf montiert. Gleiches gilt für die Aluzungen in der Tragfläche.

Querruder und Landeklappen sind jeweils über Dübelscharniere angeschlagen, welche noch verklebt werden müssen. Die Bohrungen hierfür sind jedoch bereits passgenau gesetzt. Die Position der Querruder-Servos ist hierbei sehr geschickt gewählt, da sie aus der Vertikalen schräg nach unten geneigt eingebaut werden. Somit ist keine separate Halterung im Deckel notwendig und das Servo kann dennoch ohne spezielles Werkzeug oder Vorrichtungen montiert werden. Auch die Anlenkungen der Ruderflächen sind gut gelöst: So erfolgt die Kraftübertragung über kräftige Gestänge samt Kugelköpfen auf massive Ruderhörner, welche in den Ruderflächen verschraubt werden.

Die Dimensionierung aller Teile gibt einem Vertrauen in die Haltbarkeit dieser wichtigen Baugruppen. Die Deckel der Servoschächte liegen ebenfalls fertig gebügelt bei und müssen lediglich noch mit der Tragfläche verschraubt werden. Ein Mehr an Vorfertigung ist hier nicht möglich. Der Gestängeaustritt am Querruder erhält noch eine Abdeckung aus tiefgezogenem und lackiertem Material, die noch ausgeschnitten werden muss. Die Tragfläche wird zusätzlich über eine Strebe aus Alurohr abgestützt, welche flächenseitig in einem Kunststoffteil gelagert ist und zum Transport an die Fläche angeklappt wird. Um den vorbildgetreuen Eindruck noch zu verstärken, habe ich zum Abschluss Landescheinwerfer aus dem Programm von Hacker Motor eingebaut, welche selbst bei starker Sonneneinstrahlung gut zu sehen sind.

Im Gegensatz zu den restlichen Ruderflächen werden beim Höhenleitwerk Vliesscharniere verwendet. Eine schnelle und ebenso stabile Lösung.

Toll umgesetzt

Beeindruckend für mich ist, wie der Hersteller es geschafft hat, die extrem schwierige Tragflächengeometrie am Modell nachzubilden. Hierbei sind nicht nur der Dickensprung des Profils und die Verjüngung sowohl zum Randbogen als auch zur Flächenwurzel hin zu berücksichtigen, sondern auch das vorbildgetreue, starke Einfallen der Bespannung. Letzteres hat man dadurch realisiert, dass die Holme im vorderen Bereich der Wölbung angeordnet sind und einfach etwas unter der Profildicke liegen. Somit kann sich hier nichts abzeichnen. Das ist toll gemacht!

Das wahrhaft große Höhenleitwerk mit annähernd 80 cm Spannweite ist als ebene Platte ausgebildet und wird erst später verklebt. Zuvor wollte ich alle Komponenten im Rumpf einbauen und dafür muss dieser des Öfteren gedreht werden, was mit dem riesen Lappen am Ende etwas beschwerlich ist. Die Anlenkung von Höhen- und Seitenruder erfolgt in üblicher Machart und entspricht dem gängigen Standard bei solchen Modellen.

Im Kabinenbereich ist ausreichend Platz für Emp-fänger- und Beleuchtungsakku. Die einzelnen Packs sind mit ihren Platinen einfach verschraubt. Am linken, vorderen Bildrand kann man die Leuchtdiode der Akkuweiche erkennen.

Der 10s-Antriebsakku sowie Strom- und GPS-Sensor finden unter dem Cockpit ihren Platz. Durch die große Öffnung gerät der Akkuwechsel zum Kinderspiel.

Einbauten im Rumpf

Da meine Maschine elektrisch betrieben werden sollte, wurde das beiliegende Zubehör in Form von Tank und Abstandsbolzen natürlich nicht benötigt. Dies soll aber der Vollständigkeit halber erwähnt werden, da das Modell auch für den Einsatz von Verbrennungsmotoren bis 35 cm³ Hubraum geeignet ist. Wie bereits erwähnt, ist der Rumpf im vorderen Bereich recht massiv aufgebaut, um die entstehenden Kräfte vom Antrieb und eventuelle Landestöße gut aufnehmen zu können. Durch die vorbildgetreuen Abmessungen ist er vor dem Schwerpunkt jedoch ziemlich kurz gehalten, was aber kein Problem darstellt, denn hier liegt später das Akkupaket des Antriebs. Im Original hängt dort ein schwerer Sternmotor mit entsprechendem Gewicht, was die kurze Nase erklärt.

Der Einbau des Antriebs stellt auch die Hauptarbeit am Rumpf dar, denn alles andere ist herstellerseitig ja bereits vorbereitet. Das beidseitig über Litze angesteuerte Seitenruder muss lediglich durch Verkleben der Dübelscharniere montiert werden und das entsprechende Servo zu dessen Ansteuerung findet seinen Platz in der bereits fertig eingeklebten Halterung im unteren Kabinenbereich. Ebenfalls über Litze wird der Sporn vom gleichen Servo aus angesteuert, wobei die Anlenkung etwas modifiziert wurde. Im vorderen Bereich müssen dann nur noch Anlage, Fahrwerk und Antrieb montiert werden. Durch den langen Leitwerkshebelarm finden die Antriebsakkus ihren Platz ganz vorne im Rumpf. Dank der großen Rumpföffnung der abnehmbaren Frontscheibe kommt man bequem an diesen Bereich heran.

Höhen- und Seitenruder werden durch gut dimensionierte Anlenkungen bedient. Die Abstrebung am Höhenleitwerk hat mehr optische als praktische Gründe, da das Leitwerk schon stabil aufgebaut ist.

Die Flächensteckung besteht aus einem 32-mm-Aluminiumrohr und ist allen Anforderungen gewachsen. Die Klemmung über Metallzungen funktioniert tadellos.

Die Streben lassen sich werkzeuglos mit den Haltern verbinden und werden zum Transport einfach an die Flächen angeklappt.

Als Antrieb kommt im Testmodell ein Hacker A60-16 M V4 zum Einsatz, wobei sich jeder vergleichbar große Motor mit einer kv-Zahl zwischen 200 und 250 eignet. Man sollte darauf achten, dass ein Propeller der Dimension 19×10“ mit entsprechender Drehzahl betrieben werden kann, denn damit hat man bei der Stinson Reliant genug Reserven. Es ist immer besser, einen etwas stärken Antrieb einzubauen, denn dieser verbraucht im Regelflugbetrieb weniger Strom, bietet aber im Notfall den hilfreichen Leistungsüberschuss und damit Sicherheit. Der noch in meinem Fundus befindliche Motor wurde mit dem zugehörigen Alu-Motorträger von Hacker montiert, womit sich die Distanz zur Vorderkante der Motorhaube perfekt überbrücken lässt. Klasse Detail am Rande: Im Kopfspant befinden sich massive GFK-Einlagen, um ein Eindrücken des Holzes beim Anziehen der Befestigungsschrauben zu verhindern.

Da Sturz und Seitenzug bereits am Motorspant berücksichtigt sind, kann nun zuerst die Motorhaube im richtigen Abstand montiert werden. Daran wird der Antrieb mit montierter Spinner-Rückplatte ausgerichtet. Dies erfolgt durch einfaches Verschieben und anschließendes Fixieren des Motorträgers auf dem Motorspant. Der Rumpf steht hierbei natürlich senkrecht, so dass einem die Schwerkraft bei dieser Arbeit behilflich ist. Die Fixierung erfolgt mittels dickflüssigem Sekunden-Klebstoff durch die Öffnungen der Motorhaube. Hierfür genügen zwei größere Tropfen, wenn man die Motorhaube anschließend mit der nötigen Vorsicht demontiert. Nun ist es ein Leichtes, die Befestigungslöcher zu bohren und den Träger am Spant zu verschrauben. Diese Methode hat sich bewährt und ergibt immer einen perfekt passenden Übergang. Sitzt der Antrieb, folgen Regler und Telemetrie-Sensoren, wofür genügend Platz unter der Haube vorhanden ist. Hierbei sitzt der Regler genau im Luftstrom und wird somit effektiv gekühlt.

Das Fahrwerk

Bleibt noch das Fahrwerk, dessen tragende Teile aus zwei Alu-Schenkeln bestehen. Diese sind bereits mit allen Bohrungen und sogar eingeschnittenen Gewinden versehen und derart massiv, dass sie nur minimal federn. Die Bügel werden in seitliche Taschen am Rumpf eingeschoben und mit diesem verschraubt. Natürlich sind die Muttern zur Aufnahme bereits herstellerseitig eingebracht. Im Anschluss muss man die Rumpf-Fahrwerks-Übergänge aus tiefgezogenem Material ausschneiden. Hierbei sollte man unbedingt eine Lexan-Schere verwenden, um einem Einreißen vorzubeugen. Die Teile sind weiß lackiert – und zwar von innen. Diese bei RC-Cars übliche Methode hat den Vorteil, dass die Lackschicht somit vollkommen unempfindlich gegen äußere Einflüsse ist.

Im Bereich der Übergänge ist die Folie am Rumpf zu entfernen, um eine sichere Klebeverbindung zu gewährleisten. Die Übergänge werden dann über die Fahrwerksbügel geschoben, aber noch nicht verklebt. Zuvor müssen nämlich die Beinverkleidungen montiert werden. Diese bestehen aus zwei tiefgezogenen Halbschalen, die über einen GFK-Streifen verklebt sind. Um die Verkleidungen über die Fahrwerksbügel zu streifen, ist etwas sanfte Gewalt vonnöten. Hierbei kann man jedoch nichts beschädigen, da das Material leicht nachgibt.

Im nächsten Schritt werden die Räder und die Strebenhalter am Fahrwerk montiert, was einhergeht mit der Befestigung der Verkleidungen. Sitzt alles am richtigen Platz, werden noch die Übergänge mittels Sekunden-Kleber am Rumpf fixiert, die hervorragend an die Kontur passen. Dieser Arbeitsgang kling zwar sehr komplex, ist aber gut mit Abbildungen in der Anleitung beschrieben. Nun kann auch das Höhenleitwerk mit dem Rumpf verklebt werden, was mit 30-Minuten-Epoxid erfolgt.

Tür auf, Strom an

Was bleibt, ist der Einbau der Höhenruder-Servos sowie der RC-Anlage. Hierbei können die Komponenten (wie Empfänger, Akkuweiche und Telemetrie-Sensorik) durch ihr geringes Eigengewicht am für die Leitungsführung günstigsten Platz montiert werden. So findet der Empfänger seinen Platz im Bereich der Servos im Untergeschoss und die Akkuweiche etwas weiter vorne im Rumpf, um sie durch die seitliche Tür ein- und ausschalten zu können. Für die Empfängerakkus und den Akku für die Beleuchtung wurden im Bereich der Kabine zwei Sperrholzleisten verklebt, auf den die Packs einfach verschraubt werden. Dieser Bereich ist ebenfalls durch die große vordere Rumpföffnung bequem zu erreichen. Bei dieser Anordnung der Komponenten braucht es nur einen minimalen Ballast – und zwar im Heck! Ja, Sie haben richtig gelesen, die schweren Akkus ganz vorne und die leichte Bauweise des Rumpfhecks erfordern knapp 70 g Ballast unter dem Höhenleitwerk, was bei der Modellgröße leicht zu verschmerzen ist. Nachdem dann der Dekor aufgebracht war, wurde das Modell gewogen: Als Resultat standen 9.280 g Abfluggewicht respektive 119 g/dm² Flächenbelastung auf dem Zettel. Kein wirkliches Leichtgewicht auf der einen, dabei allerdings völlig unkritisch auf der anderen Seite.

Mein Fazit

Was bleibt, ist mein Resümee und die Antwort auf die eingangs gestellte Frage nach der Verlässlichkeit. Mit dieser Stinson Reliant erhält man ein sehr schönes, vorbildgetreues Modell, das eine nicht alltägliche Erscheinung ist. Eine mehr als außergewöhnliche Flächengeometrie paart sich mit einem wirklich schönen Finish und einem tollen Flugbild. Die Maschine lässt sich zeitgemäß und ohne Probleme elektrifizieren, was von einer ausreichenden Flugzeit gekrönt wird. Dank der höheren Flächenbelastung fliegt das Modell auch bei etwas stärkerem Wind sehr ruhig und ist dabei trotzdem einfach zu landen. Wenn man diese Faktoren aufsummiert, so ist eines garantiert: Nämlich jede Menge Flugspaß – und darauf kann man sich verlassen.

Stinson Reliant 35cc

Verwendungszweck: Vorbildgetreues Motorflugmodell 
Modelltyp: ARF-Modell in Holzbauweise 
Hersteller/Vertrieb: Phoenix Model/D-Power 
Bezug und Info: Fachhandel, Infos unter www.d-power-modellbau.com, Tel.: 0221 34664157 
UVP: 569,- € 
Lieferumfang: Rumpf, Tragflächen, Leitwerke fertig aufgebaut und bespannt, GFK-Motorhaube mehrfarbig lackiert, Bügelfahrwerk, Kabinenhaube lackiert, Räder und Anlenkungsmaterial 
Erforderl. Zubehör: Empfänger, Servos, Empfängerakku, Antrieb, Antriebsakku 
Bau- u. Betriebsanleitung: englisch, 184 Abbildungen, Einstellwerte und Schwerpunk angegeben

Aufbau

Rumpf: Holz, teilbeplankt, mehrfarbig gebügelt 
Tragfläche: zweiteilig, Holz teilbeplankt, gebügelt 
Leitwerk: Holz teilbeplankt, gebügelt 
Kabinenhaube: abnehmbar, klar 
Einbau Flugakku: unter der Kabinenhaube

Technische Daten

Spannweite: 2.200 mm 
Länge: 1.748 mm 
Spannweite HLW: 770 mm 
Flächentiefe an der Wurzel: 420 mm 
Flächentiefe am Randbogen: 195 mm 
Tragflächeninhalt: 77,5 dm² 
Flächenbelastung: 119,7 g/dm² 
Tragflächenprofil: tragend, ähnlich Clark Y 
Profil des HLW: ebene Platte 
Gewicht/Herstellerangabe: 7.900 bis 8.100 g 
Fluggewicht Testmodell o. Flugakku: 7.794 g 
mit 10s-5.800-mAh-LiPo: 9.280 g

Antrieb empfohlen/verwendet

Motor:  30 bis 35 cm³ bzw. D-Power AL63-03 empfohlen, Hacker A60-16 M V4 verwendet 
Regler: 90 A Opto empfohlen, Hacker Master Spin 125 Pro Opto verwendet 
Propeller: APC 19×10“ verwendet 
Akku:  10s 5.000 mAh empfohlen, 2 × Hacker TopFuel Eco-X 20C 5s 5.800 mAh verwendet 
Empfänger- und Beleuchtungs akku: LiIon 2.900 mAh

RC-Funktionen und Komponenten

Höhenruder: 2 × D-Power CDS 5185 BBTG 
Seitenruder: D-Power CDS 5185 BBTG 
Querruder: 2 × D-Power CDS 5185 BBTG 
Landeklappen: 2 × D-Power CDS 5185 BBTG 
Akkuweiche: DPSI Micro DualBat 
Verwendete Mischer: keine 
Empfänger: Futaba R7008SB

Nächster Artikel
X
Nächster Artikel
X
FRISCHE KOHLE
X
aus FMT 11.19
Dieser Artikel ist aus
X
aus FMT 11.19

FMT 11.19

2019-10-17

EDITORIAL

Cover

l EDITORIAL 

Liebe Leserinnen und Leser, kaum zu glauben, wir halten schon wieder die Ausgabe 11 in den Händen. Wo ist das Jahr geblieben? Ich persönlich glaube, je intensiver wir die Zeit nutzen und umso ereignisreicher wir sie gestalten, umso schneller vergeht sie – gefühlt zumindest. Stunden mit Langeweile…

MARKT UND MELDUNGEN

Cover

l Markt und Meldungen

Foamies Pichler Modellbau ☎ 08721 5082660, www.pichler-modellbau.de In Zusammenarbeit mit Martin Münster bringt Pichler Modellbau die neue Extra 330 „Münster Energy“ auf den Markt. Dabei handelt es sich um ein 150 g leichtes Indoor-Modell aus farbig bedrucktem EPP-Flachschaum. Mit 840 mm Spannweite…

Verbände & Veranstaltungen

Cover
DAeC-News

l Standardisierte Regeln für Flugmodelle

Die Bundeskommission Modellflug im DAeC hat einen Meilenstein in der Entwicklung der Grundlagen für die Umsetzung der neuen europäischen Regelungen für seine Mitglieder gelegt: Die „Standardisierten Regeln für Flugmodelle“ (StRfF) sind fertig. Dafür wurden in den letzten 18 Monaten unzählige Gesetzestexte, Verordnungen, Nachrichten für Luftfahrer, Aufstiegsgenehmigungen bzw. Geländezulassungen und Flugordnungen gesichtet und verarbeitet.


Cover
Jubiläum mit FMT-Bauplan-Wettbewerb

l 25 Jahre Flying Circus

Vom 25. bis 28. Juni 2020 feiern wir 25 Jahre Flying Circus, ein viertel Jahrhundert Faszination Alpinflug auf 2.500 m Seehöhe. Und nachdem der Konstruktionswettbewerb 2019 ein voller Erfolg war, gibt es 2020 zusätzlich einen FMT-Bauplanwettbewerb. Jeder kann mit einem Modell aus dem umfangreichen Fundus der FMT-Baupläne mitmachen. Und der Fundus ist riesig. Also: Man muss nichts konstruieren, sondern nur nach Plan bauen. Hat doch was, oder? Zwei Kategorien stehen zur Auswahl: 1. Scale-Modelle, 2. Zweck-Modelle.

KOLUMNE

Cover
Von allein kommt niemand

l Ich hätte gern ‚ ne JUGENDGRUPPE

Modellflugvereine finden keinen Nachwuchs, beklagen sie. Die Jugendlichen haben kein Interesse, wird postuliert. Ganz so dramatisch ist es nicht. Sie kommen nur nicht von alleine.

Magazin

Cover
Start frei für Runde zwei

l FMT Jugendförderprogramm 2020

Um die Jugendarbeit in den Vereinen, Schulen und von Privatpersonen zu unterstützen, haben wir im vergangenen Herbst gemeinsam mit Vertretern aus der Industrie das FMT-Jugendförderprogramm ins Leben gerufen. Modellbauvereine, Interessensgemeinschaften und auch Privatpersonen konnten sich für eines von zehn Förderpaketen bewerben. Nach der großen positiven Resonanz läuten wir nun die zweite Runde ein und geben den Startschuss zur FMT-Jugendförderung 2020!

TEST

Cover
T-Cat von emc-vega

l KLEINE SCHWESTER

Die neue T-Cat ist die kleine Schwester des legendären Tomcat aus gleichem Haus. Erstes augenfälliges Merkmal ist die von 2,49 auf 1,88 m verkürzte Spannweite. Die Rumpflänge ist mit 1,26 m allerdings lediglich 10 mm kürzer als die des Tomcat. Laut emc-vega ist so ein schneller und handlicher Segler entstanden.


Cover
Neutrino von Jim Aero/Leomotion

l DER ANDERSARTIGE

Diese F5J-Wettkampfwaffe ist gänzlich anders geartet als ihre derzeitigen Gegner. Wobei es keine Rolle spielt, ob diese in Schalen- oder teilbeplankter Rippentechnik daherschleichen. Denn der Neutrino ist ein Schäumling der besonderen Machart, in Metallformen mit hauchdünnem CFK überzogen. Solidcore-Bauweise nennt sich das.


Cover
LT 200 Flex von aero-naut

l WUNDERKIND

Wer kennt sie nicht, die kleinen und auch größeren Balsagleiter von aero-naut! Vor allem die Lilienthal-Reihe, darunter der ferngesteuerte Lilienthal 40 RC mit 1,2 m Spannweite. Der LT 200 Flex mit seinen knapp zwei Meter Spannweite bildet die Spitze dieser Evolutionsreihe.


Cover
Kapp- und Gehrungssäge KGS 80 von Proxxon

l Trennungsgründe

Ich habe mich getrennt – von meinen kleinen Trennscheiben, die immer viel zu schnell verschlissen waren oder bei unachtsamem Gebrauch zu oft brachen. Und von meiner Heimwerker-Flex, mit der Trennschnitte eher schief und selten passgenau ausfielen. Meine „Neue“ heißt KGS 80 und sie kommt von Proxxon. Gern erkläre ich Ihnen meine Gründe für den Werkzeugtausch.


Cover
Stinson Reliant 35cc von Phoenix Model/D-Power

l Verlässliche Schönheit

Das Original dieser Maschine diente während der Zeit des Zweiten Weltkriegs als leichtes Verbindungs-, Transport- und Schulungsflugzeug. In der Zeit dieser Wirren waren Eigenschaften wie Zuverlässigkeit mehr denn je gefragt, vielleicht hat der Hersteller daher den Namen für dieses Muster gewählt. Dazu würde auch die Anzahl der gebauten Exemplare passen, die mit über 1.300 Stück schon beachtlich ist.


Cover
Arrows F8F Bearcat von D-Power

l DURCH UND DURCH

Die Grumman F8F Bearcat bildete in der United States Navy die letzte Evolutionsstufe des propellergetriebenen Kolbenmotor-Jagdflugzeugs. Und diese Legende hat D-Power nun als EPO-Modell mit 1.100 mm Spannweite im Programm. Trotz der kompakten Größe ist sie mit Landeklappen, Einziehfahrwerk und einem vorbildgetreuen Vierblatt-Propeller ausgestattet. Optisch ein wahres Schmuckstück, musste sie mit ihrem 3s-Antrieb im FMT-Test ihre Warbird-Qualitäten unter Beweis stellen.

PORTRÄT

Cover
Das Unmögliche wagen

l LEETHERMIK

Manchmal braucht man den Wink mit dem Zaunpfahl. Ende Februar 2018 fuhr ich mit dem Mountainbike durch die Weinberge bei uns am Ort. Es pfiff ein eiskalter Nordostwind, locker mit 30 bis 40 km/h. Doch die Weinberge sind nach Südwest ausgerichtet und lagen damit im Lee. Trotz Dauerfrost also kein Problem. Die Sonne heizte ordentlich und es war selbst auf dem Rad nicht zu kalt. Da sah ich über mir zwei Bussarde kreisen. Spinnen die, ist doch voll im Lee?


Cover
FES-Antrieb von Leomotion

l SPANNENDE BEGEGNUNG

Der Elektroantrieb hat längst seinen Weg in Seglerrümpfe jeder Größe gefunden. Was aber tun, wenn besagter Rumpf im Schnauzenbereich derart oval geraten ist, dass die Montage eines Spinners die Optik total verhunzen würde? Da hilft nur ein FES-Antrieb.

BAUPRAXIS

Cover
Einbau von LDS-Anlenkungen von Baudis

l UNSICHTBAR

Die Baudis-eigenen LDS-Anlenkungen verlangen nach einem überlegten und sorgfältigen Einbau – schließlich hängt das Leben des Modells an ihnen beziehungsweise an den Verklebungen der hier nötigen Ruderhörner. Der Logik folgend, fangen wir mit dem äußeren Querruder an. Warum? Nun, jedes Servo erhält sein eigenes Verlängerungskabel, das in jeweils richtiger Länge beiliegt, und da ist es am einfachsten, von außen nach innen diese Kabel einzuziehen.


Cover
Modifikationen an einem Schalen-ARF-Modell

l BESSER MACHEN

Selbst an hochwertigen und somit nicht ganz billigen ARF-Modellen in Schalentechnik gibt es mitunter Detaillösungen, die nicht unbedingt gefallen können. Oder es steht der Umbau auf Elektroantrieb in einem eigentlich für Verbrenner vorgesehenen Modell an. Oder das Schaffen einer vernünftigen Befestigung des Höhenleitwerks.


Cover
TDF-Carbonheck-Umrüstsatz von Henseleit

l FRISCHE KOHLE

Über technische Lösungen von Helis kann man ellenlange Gespräche führen. Tatsache ist jedoch, dass heutzutage alle im Prinzip einwandfrei funktionieren – und daher Diskussionen über ein- oder zweistufiges Getriebe, Zahnriemen oder Zahnräder eher unterhaltsamen als technisch weiterführenden Charakter haben. Nicht zuletzt deswegen dürfte das Design immer mehr in den Vordergrund rücken, denn das Auge isst mit, wie der Volksmund so schön sagt.


Cover
EPP-Gleiter von Lidl als RC-Modelle

l FLIDL LOHNT SICH

Mein Name ist Wolfgang Werling. Ich bin 55 Jahre alt und FMT-Bauplan-Autor. Und ja, ich gebe es zu, bekennender Holzwurm. Schaumstoff benutze ich höchstens als Verpackungsmaterial und Wurfgleiter sind ja nur was für kleine Kinder. Als Uwe Puchtinger im Hobbyraum meinen Thermy 4 betrachtete und in der Ecke den Flidl sah, war er deshalb wohl etwas irritiert. Wie konnte es soweit kommen?

BAUPLAN 3201513 |

Cover
Nurflügel mit Hochspannung, Teil 1

l DER BLITZ

Nach vielen bewährten Nurflügeln – wie der Hai-Familie oder dem Jetbrett – wollte ich was komplett Neues machen: Einen richtig schnellen Nuri sowohl mit als auch ohne Motor, mit Flugleistungen wie ein konventioneller Hotliner. Das geht freilich nur mit einem dünnen und widerstandsarmen Profil. Voll-GFK-Hotliner haben Profildicken im Bereich von 10 bis 12 mm. Gleichzeitig sind sie leicht und stabil. Wie bekommt man das bei einem Nuri in Holzbauweise umgesetzt?

REPORTAGE

Cover
7. Holzwurmtreffen in Röttingen

l TENDENZ STEIGEND

Das Wochenende des 14. und 15. September bescherte dem MSC Röttingen ein Spätsommerhoch mit traumhaftem Flugwetter. Aber nicht nur der Blick auf das Barometer gab Anlass zur Freude, denn auch die Teilnehmerzahlen orientierten sich am steigenden Luftdruck. An die 40 „Holzwürmer“ ließen sich nicht von Megastaus und Parallelveranstaltungen abhalten. Manche kombinierten sogar den Besuch auf der Hahnweide oder JetPower mit einem Abstecher nach Röttingen - und es hat sich wieder einmal gelohnt.


Cover
JetPower 2019 in Donauwörth/ Genderkingen

l ZWEITE AUFLAGE

Die JetPower präsentierte sich in diesem Jahr noch größer und spektakulärer. 142 Aussteller auf 235 m Zeltlänge sind die objektiven Fakten. Aber auch subjektiv betrachtet, hat das Organisationsteam von Emmerich Deutsch den Wohlfühl-Faktor gegenüber dem letzten Jahr nochmal deutlich gesteigert – für die Besucher wie auch für die Aussteller. Superlative wurden auch an der Flightline geboten, sowohl innerhalb der Firmenpräsentationen als auch in den täglich zwei gezeigten Show-Blöcken.

EIGENBAU

Cover
Beechcraft Model 18/C-45

l DOPPELSTERN

Wie sagt man so schön: Nach dem Projekt ist vor dem Projekt! Ich hatte wieder Platz auf dem Basteltisch und bei meinen anderen Fliegern war der Service gemacht, also was tut man? Natürlich im Netz schauen, was sich so am Himmel herumtreibt. Ich wurde aufmerksam auf eine Maschine, die eigentlich nicht für das gemacht war, wofür sie gebraucht wurde: Da flog doch an einer Flugshow eine rot-schwarze Beech 18 mit sattem Rauch im Tiefflug über die Piste, um anschließend richtig schönen, dynamischen Kunstflug an den Himmel zu zaubern.

PREVIEW

Cover
FunCub NG von Multiplex

l Das neue Original

Heute liegen sie voll im Trend, die Buschflugzeuge: Ein Stück Weg, Acker oder Wiese genügen ihnen für den Sprung in die Luft. Sie machen dem Einsteiger Freude, der einen gutmütigen, robusten Trainer braucht. Aber auch dem Fortgeschrittenen beim Feierabend-Fun, beim F-Schlepp oder Wasserfliegen. Multiplex ist auf diesen Trend nicht aufgesprungen, sondern war mit seiner FunCub schon immer da. Sie ist quasi das Original – und bekommt jetzt, nach fast zehn Jahren, mit der FunCub NG eine Neuauflage.