BAUPRAXIS

BOXWING IN DER BOX

Micro-Boxwing als Saalflugmodell


Die Modellbaufirma SIG, USA, lieferte in den 1970er Jahren einen Bausatz des Boxwing-Modells „Uncle Sam“, das mit einem Gummimotor angetrieben wurde. Die pfiffige Konstruktion hatte einen Kastenflügel mit 260 mm Spannweite und stammt von dem bekannten Modellkonstrukteur Bill Hannan, der auch für das Model Builder Magacine tätig war. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, ein verkleinertes Modell in Pistachio-Größe (<200 mm) zu bauen, das von einem 4-mm-DC-Getriebemotor mit 5-Farad-Green-Cap oder wahlweise einem Gasparin G5 CO 2 -Motor angetrieben wird. Damit setze ich die Serie der Schuhkartonmodelle fort.

DR. HEINRICH EDER

Zur Motorleistung passend sollte das Modell ohne Antrieb nicht mehr als 2,5 bis 3 g wiegen, was mit geeigneten gewichtsselektierten Balsaleisten ohne Weiteres möglich ist. Zusammen mit dem Motor liegt das Fluggewicht dann bei knapp fünf Gramm (mit CO 2 -Motor sechs Gramm). Die grundsätzliche Bauweise wurde bereits in früheren Artikeln vorgestellt und ist in meinen Saalflugbüchern (VTH) beschrieben.

Material

Balsaleisten mit Querschnitt 1,5×1,5 mm werden mit einem Leistenschneider aus einem leichten Brett geschnitten. Zur Not tut es auch eine Mini-Cutter-Klinge und ein Lineal. Aus dem gleichen Brett wird auch der Rumpf mit 5 mm Breite hergestellt. Hat man Holz mit höherer Dichte, können die Querschnitte entsprechend reduziert werden. Das Fahrwerk besteht aus 0,3-mm-Stahldraht mit Radscheiben aus 1,2-mm-Balsa (je zwei Scheiben kreuzverleimt). Das Bespannmaterial ist bei meinem Modell kariertes Esakipapier mit 11 g/m², sogenanntes „checkered“ Esaki.

Bau

Zum Leimen verwende ich UHU hart mit ca. 30% Aceton verdünnt. Zweckmäßig ist ein Dosierfläschchen mit Spritzennadel der Größe 1. Alternativ geht auch Weißleim oder Zacki, der mit einer Zahnstocherspitze in kleinen Tröpfchen appliziert wird. Die beiden Flügelpanels werden direkt auf dem Plan aufgebaut, wobei die Klebestellen vorher mit Plastik-Klebeband abgedeckt werden. Zum Fixieren der Leisten kann man zum Beispiel M10-Muttern verwenden. Das Durchstechen der Leisten mit Nadeln ist hier keinesfalls erlaubt. Optimal kann eine dünne Stahlplatte aus dem Baumarkt mit Büromagneten zum Fixieren der Bauteile verwendet werden. Wichtig sind zwei exakt übereinstimmende Flügelpanels, die nach dem Bespannen mit den vertikalen Pfosten verbunden werden. Der Einstellwinkel des oberen Flügels beträgt +6 Grad, der des unteren Flügels 0 Grad. Zusätzlich besitzt das Leitwerk einen Einstellwinkel von -2 Grad. Dies ist zum Erreichen der Längsstabilität wichtig.

Die Version mit Superkondensator. Das Fahrwerk dient sowohl für Bodenstarts als auch zur Landung.

Das Flugvideo zum Modell finden Sie unter: www.fmt-rc.de

Bespannen

Die beiden Flügel werden einzeln vor dem Zusammenbau bespannt. Erst dann werden die senkrechten Pfosten eingesetzt. Das Papier wird mit Klebe-Stick aufgeklebt. Das Auflegen des Papiers muss schnell erfolgen, da der Kleber rasch trocknet. Am besten breitet man das Papier eben aus und legt den mit Kleber benetzten Flügel darauf. Auf diese Weise werden Verzüge vermieden. Eine weitere Behandlung des Papiers (Wässern, Spannlack) erfolgt nicht.

Den Uncle-Sam-Kopf habe ich mit dem Tintenstrahldrucker auf Druckerpapier gedruckt, ausgeschnitten und danach auf das Esakipapier geklebt.

Zusammenbau

Beim Zusammenbau ist besonders auf Parallelität von Flügel und Höhenleitwerk zu achten. Das Seitenruder bekommt eine leichte Schrägstellung für die Linkskurve. Beim Fahrwerk müssen die Räder parallel laufen, sonst ist der Bodenstart nicht möglich. Die Radnaben bestehen aus Plastikröhrchen oder Spritzenkanülen.

CO 2 -Motor

Der Gasparin G5 mit einem Zylindervolumen von 5,34 mm³ ist vom Leistungsgewicht her einer der besten CO2-Motoren aus der Gasparin-Serie. Er wird von Jiri Linka (Old Engine Models) in der Tschechischen Republik hergestellt. Der Motor ist vorgesehen für Mikro-Modelle bis zu 6 Gramm Gewicht. Jiri Linka hat die Produktion der meisten Gasparin-Motoren nach dem Tod von Stefan Gasparin übernommen. Wichtig sind die mitgelieferten Ersatz-O-Ringe, denn der Kolben-O-Ring sollte nach 10 bis 20 Flügen getauscht werden. Am besten bestellt man zusätzliche O-Ringe gleich mit.

Der Motor wird mit den drei mitgelieferten M1-Schrauben auf einen Sockel aus 1,5-mm-Sperrholz geschraubt und dieser an die Rumpfspitze geklebt. Durch Lockern der Schrauben und Unterlegen kann später die Zugrichtung und der Sturz verändert werden. Leider sind die Schraubenköpfe etwas zu groß und streifen am Motorgehäuse, sodass sich die Schrauben nur schräg eindrehen lassen. Ich habe die Bohrungen am Motorgehäuse deshalb etwas vergrößert. Der Tank muss etwa im Schwerpunkt zum Liegen kommen, damit sich beim Fliegen keine Schwerpunktveränderung einstellt. Ich habe den Tank mit einem Tropfen UHU Por an die mittlere Flügelwand geklebt.

Der DC-DC-Contoller zum Laden des Super-Caps. Ladezeit ca. 20 s.

Auf der Waage: Das Gewicht entspricht etwa einer zehn Cent Münze.

Die Vorderpartie mit Kondensator unten am Rumpf. Als Schalter dient ein Mini-Magnet.

Befüllen mit Gas

Statt der Verwendung von CO 2 -Einzelpatronen ist eine CO 2 -Flasche für einen Wassersprudler sehr zu empfehlen. Der Tausch ist bei verschiedenen Handelsketten (Aldi, Rossmann usw.) kostengünstig möglich. Zur Tank-Flasche gehört ein Adapter, der zusammen mit dem Motor bezogen werden kann. Wegen des hohen Druckes von ca. 50 bar ist größte Sorgfalt beim Umgang mit Flasche und Adapter erforderlich. Wenn die Flasche nach dem Befüllen des Tanks noch zischt, ist der Adapter undicht. Dann müssen die O-Ringe und ggf. auch die Füllnase getauscht werden. Die Kugel in der Füllnase muss unbedingt zur Weite des Füllkanals passen. Ist die Kugel zu klein oder die Füllnase abgenutzt, kann der Inhalt der Flasche explosionsartig herausschießen. Es sind unbedingt die Originalersatzteile des Herstellers zu verwenden und dessen Vorgaben zu beachten. Überhitzungen durch Sonnenstrahlung usw. sind selbstverständlich zu vermeiden. Man kann den Modell-Tank entweder gasförmig oder flüssig befüllen. Bei der Flüssigfüllung muss die Flasche kopfüber gehalten werden. Mit einem kräftigen Druck drücke ich das Füllventil des Motors zügig in den Adapter. Dabei sollte möglichst wenig Gas seitlich entweichen. Der Füllvorgang ist nach fünf bis zehn Sekunden abgeschlossen. Um die Finger beim kräftigen Eindrücken des Füllventils zu schonen, verwende ich einen Gummihandschuh.

Die CO 2 -Variante mit dem Gasparin G5. Der Tank befindet sich hinter dem Kopf von Uncle Sam.

Motorlauf mit CO 2

Wichtig ist das Ölen des Motors vor der Inbetriebnahme und nach jedem zweiten Lauf. Dafür muss geeignetes Feinmechaniköl verwendet werden. Der Hersteller bietet ein entsprechendes Öl im Dosierfläschchen an.

Die Drehzahl des Motors wird durch Verdrehen des Zylinders eingestellt. Das Zylindergewinde hat unten zum Kurbelgehäuse hin eine Kontermutter, mit dem die jeweilige Einstellung gesichert werden kann. Beim ersten Versuch muss der Zylinder vorsichtig stückweise eingedreht werden, bis der Motor anläuft und die gewünschte Drehzahl erreicht ist. Manchmal springt der Motor in gegensinniger Richtung an. Den Motor kann man durch Berühren der Luftschraube sofort stoppen und neu starten bzw. den Zylinder neu justieren. Eine Verletzungsgefahr besteht nicht. Mit einer Flüssigfüllung lässt sich ein längerer Lauf über eine Minute und mehr erreichen. Das reicht für fünf bis sechs Vollkreise in der Halle. Je niedriger die Drehzahl, desto länger läuft der Motor mit einer Füllung.

4-mm-DC-Getriebemotor

Die Motoreinheit und der 5-Farad-Green-Cap, welcher als Energiespeicher genutzt wird, werden mit Kontaktkleber an den Rumpf geklebt. Mit dem Cap lässt sich auch der Schwerpunkt genau justieren. Die Zugrichtung des E-Motors ist etwa zwei bis drei Grad links in Flugrichtung gesehen. Die ummantelten Litzen werden aus Gewichtsgründen durch 0,2-mm-CuL-Drähte ersetzt. Der Cap wird entmantelt und die Beine um 2/3 gekürzt. Als Schalter dient ein 1-mm-Neodymmagnet, denn die Beine des Caps sind magnetisch. Dazu wird der CuL-Draht am Ende mit dem Lötkolben abisoliert und der Magnet mit dem abisolierten Ende umwickelt. Die Wicklung mit verdünntem UHU hart sichern.

Laden

Der Cap kann mit jeder Spannungsquelle ohne Vorwiderstand geladen werden. Je nach Hallenhöhe legt man bis zu 3,5 V an. Das Netzgerät sollte auch den Ladestrom anzeigen, denn dieser fließt auch noch nach Erreichen der Endspannung. Zweckmäßig ist ein kleiner DC-DC-Konverter mit einer spitz zulaufenden Doppelelektrode, die man zum Laden zwischen die Beine des Kondensators schiebt.

Einfliegen

Nach Einstellung des Schwerpunktes bei 50% der Flügeltiefe kann man mit mittlerer Drehzahl erste Flugversuche machen, indem man das Modell vom Boden selbst abheben lässt oder über einer Grasfläche startet. Das Modell sollte Linkskurven mit ca. fünf Meter Durchmesser fliegen. Bei 3° Linkszug des E-Motors benötigt man kein zusätzliches Seitenruder. Beim CO 2 -Betrieb ist die Zugrichtung eher geradeaus. Durch das hohe Drehmoment des Motors ergeben sich von selbst Linkskurven. Das Modell zeichnet sich durch eine enorme Flugstabilität und Überziehfestigkeit aus. Bodenstart und Landung sind problemlos möglich. Ein schönes Video, welches einen kompletten Flug zeigt, gibt es auf dem YouTube-Kanal VTH neue Medien GmbH.

Bezugsquellen

Esaki-Papier: Free Flight Supplies, Mike Woodhouse (UK) 
Gasparin CO 2-Motoren, Füll-Adapter: Old Engine Models, Jiri Linka (CZE) 
4-mm-DC-Getriebemotor: Micron Wings (Australien) 
Kondensator: 5 Farad Green-Cap Kondensator von Samwha (Conrad) 
Leichtes Saalflugbalsa: Saalflugdepot Thermiksense Infothek/Saalflug

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FMT 03.2022

2022-02-15

EDITORIAL

Cover

l EDITORIAL 

Liebe Leserinnen und Leser, mit dieser Ausgabe begleiten wir schon den Monat März, der kalendarisch auch den Frühling mitbringt – leider hellt sich die Stimmung in Bezug auf die Veranstaltungsbeschränkungen noch nicht in gleichem Maße auf, wie die Sonnenscheindauer und Temperatur zunehmen. So haben…

MARKT UND MELDUNGEN

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l MARKT UND MELDUNGEN

SEGELFLUG Hepf Modellbau 0043 5373 570033, www.hepf.at Der Hepf H5J 340cm Elektro Super-PNP ist in Vollcarbon-Bauweise konstruiert und ist speziell für F5J-Wettbewerbe konzipiert. Das Modell kommt in einer Super-PNP-Version zum Kunden inklusive AXI 2217/12 V2 Long 1.380-kV-Motor, Jeti Spin-33…

VERBÄNDE & VERANSTALTUNGEN

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l SELTENE SPARTE FAI-Luftschiffklasse F7B

Luftschiffe werden in den FAI-Regeln als Aerostat bezeichnet und unter der Klasse F7B geführt, F7A sind übrigens die Heißluftballone. Die Definition besagt: „Ein Aerostat wird durch statischen Auftrieb in der Luft getragen mit Antriebs- und Steuerungsmitteln durch irgendeine Kraftquelle an Bord. Bei Gas-Luftschiffen darf die Hülle nicht brennbares Gas leichter als Luft (Helium) enthalten. Die Funkausrüstung und die Kraftquelle sind meistens in einer Gondel untergebracht.“

PREVIEW

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aerofly RC9 von IPACS/Ikarus

l WUNSCHGEMÄSS

Neue Modelle, Szenerien und Features: Mit dem aerofly RC9 will Ikarus dafür sorgen, dass der bekannte Simulator weiterhin Benchmark bleibt. Während wir für den kommenden FMT-Test bereits ein Exemplar im intensiven Einsatz haben, schauen wir uns im Folgenden vorab die wichtigsten Neuerungen an.

JUGENDKOLUMNE

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Teil 1: Was Verbände und Recht dazu sagen

l MITSPRACHE FÜR DIE JUGEND?

In unserer WhatsApp-Runde teilen die Gruppen der FMT-Jugendförderung außergewöhnliche Flugerlebnisse, spannende Bauberichte und ganz besondere Momente. Und natürlich gibt es den einen oder anderen regen Austausch über die verschiedenen Erfahrungen, Ansätze und Themen rund um die Jugendarbeit. Vor ein paar Wochen kam die Frage auf, ob Jugendliche ein Mitspracherecht haben und wie das Stimmrecht in den jeweiligen Vereinssatzungen aussieht.

TEST

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ASW-17 von D-Power

l GROSSE SCHÖNE

Die fünf Meter große ASW-17 ist der neue Spross der ARF+-Reihe und bedeutet für D-Power den Einstieg ins Großsegler-Segment. Das Original war im Jahr 1971 ein Meilenstein im Segelflugzeugbau. Dieses Flugzeugmuster vereint die klassische Bauweise der frühen Vollschalen-Segelflugzeuge mit höchst innovativen Ideen, wie etwa der von dem Mathematiker Francesco Galvao aus NACA-Profilen berechneten Rumpfkontur.


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TT Equinox von Composite RC Gliders

l THERMIK -TIER

Nach längerer Messeabstinenz konnte ich im letzten Herbst auf der Glider-Expo in Hülben endlich mal wieder einige Neuheiten bei den Segelflugzeugen begutachten. Am Stand von Composite RC Gliders bin ich auf den TT Equinox gestoßen – ein Modell aus der sogenannten Thermal-Taker (TT)-Baureihe, die sich unter anderem durch ihren Carbon-Leichtbau auszeichnet.


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MicroVario mit TEK-Düse von SM-Modellbau

l DOPPELTES LOTTCHEN

SM-Modellbau beliefert uns ja schon seit Jahren mit tollen Telemetrie-Sensoren, die auch mit fast allen RC-Anlagen kompatibel sind. Neu ist das MicroVario, das nicht nur klein, sondern ein doppeltes Lottchen ist: Neben den üblichen Vario-Features bietet es einen zweiten Drucksensor, mit dem man eine TEK-Düse anschließen kann. Und das konnten bisher nur größere Varios.


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Pulse 2200 von Kavan

l CARDIO -TRAINER

Kunstflugtaugliche Segler aus Schaum sind natürlich keine neue Erfindung, aber neuerdings gibt es sie zu attraktiven Preisen richtig stabil, durchdacht und mit ordentlich Leistung. Der Pulse 2200 von Kavan ist in dieser Klasse ganz vorne mit dabei. Wie weit, das finden wir in diesem Test heraus.


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RC Factory Yak 55 von Pichler

l GARTEN GERÄT

Weil während der andauernden Corona-Zeit keine Wettbewerbe ausgetragen werden konnten, ist mein F3A-Kunstflug-Training – um ehrlich zu sein – nur sehr mäßig ausgefallen. Um mich und meine Finger für die kommenden Veranstaltungen wieder fit zu machen, habe ich mir die RC-Factory Yak 55 von Pichler als Combo aufgebaut.


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Premier Aircraft Flexjet G2 von Lindinger

l RE -BOOT

Schon der erste Flexjet (vgl. FMT 10/2018) wurde von F3A-Weltmeister Quique Somenzini als reiner Kunstflugjet konzipiert. Es folgten eine torquerollfähige Lightversion mit Vektorsteuerung (vgl. FMT 09/2019) und eine Pro-Version in GFK/Holz-Bauweise (vgl. FMT 06/2021). Nun hat der erste Spross der Flexjet-Familie ein umfangreiches Update erhalten und ersetzt damit den populären Vorgänger.

PORTRÄT

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ASG 29 von Tangent mit Torcman-T-Prop

l NASEWEIS

Die ASG 29 von Tangent ist ein vorbildgetreuer Großsegler, der bei Hugo Christen nicht nur im F-Schlepp, sondern auch mit Nasenantrieb in die Luft kommen sollte. Das hat die Messlatte für den Antrieb besonders hoch gesetzt. Denn die schöne Scale-Rumpfnase wollte ja möglichst nicht beeinträchtigt werden...


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Elly von Gerwald Wiedmann

l NEUER OLDTIMER

War da nicht schon mal was… vor mehr als zehn Jahren? Ja, genau, einige regelmäßige Leser der FMT oder treue Wolfgang-Werling-Fans werden jetzt vielleicht schmökern und auf den Bericht eines auf Oldtimer getrimmten Nurflügels mit dem Namen Willy in der FMT 12/2010 stoßen. Wolfgang hatte schon damals die Idee, einen solchen leitwerkslosen Oldtimer zum gemütlichen Rumfliegen zu konzipieren – mit sauberem Plan und Bauanleitung. Und wie er damals schon anmerkte: Auch wenn es kein Vorbild gab… hätte es ihn durchaus geben können.


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Vom Reinschnuppern bis zur Leidenschaft

l MEIN WEG ZUM SAALFLUG

Wie kommt es, dass ich als Oldie (Jahrgang 1950), als begeisterter Anhänger der Luft- und Raumfahrt und gelegentlicher Wald- und Wiesen-Modellflieger, in den Saalflug eingestiegen bin? War das von langer Hand geplant, war es mehr Zufall oder eher das Ergebnis besonderer Umstände?


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Jak-12A von Suchocki Modele

l DAS RUSSISCHE MEHRZWECK -FLUGZEUG

Für die Jak-12, vorrangig in der damaligen Sowjetunion und den Ostblockstaaten geflogen, gab es für die interessierten Modellbauer bereits in der damaligen DDR einen sogenannten Schnellbausatz der Jak-12A im Maßstab 1:9, in dem neben einem GFK-Rumpf alle für den Bau benötigten Teile und Materialien enthalten waren. Selbst das Spannpapier und der Kleber fehlte nicht. Da auf unseren Modellflugplätzen die Piper-, Husky-, Beaver- oder Cessna-Modelle dominieren, machte ich mich im Netz gezielt auf die Suche nach einem Bauplan bzw. Bausatz dieses Flugzeugtyps.


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Albatros D.Va von Fun-Modellbau Teil 2

l SCALE -PROJEKT

Der Rumpf ist nun von der Helling genommen, jetzt geht’s weiter mit dem Fahrwerk. Und natürlich sind noch vier Tragflächen zu bauen, die zudem gut ausgerichtet werden müssen – für einen Doppeldecker typische Arbeiten. Der fertige hölzerne Rohbau ist eine Augenweide – trotzdem muss Gewebe und Farbe drauf. Auch wenn damit wieder einiges verdeckt wird, sorgen am Ende die zahlreichen Scale-Details für die besondere Ausstrahlung der D.Va.

BAUPRAXIS

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Kühlschacht für Seglerantriebe

l COOL DOWN

In den letzten Jahren haben Turbospinner auf breiter Front Einzug gehalten. Also die mit der Kühlöffnung vorne in der Spinnerkappe. Diese gibt es sicher für jeden Zwecksegler und funktionieren in der Regel einwandfrei, wenn man im Motorspant genug Kühlbohrungen setzen kann. Was aber macht man mit einem schönen Scale-Segler, hier am Beispiel einer ASW 15B von Mibo Modeli?


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Micro-Boxwing als Saalflugmodell

l BOXWING IN DER BOX

Die Modellbaufirma SIG, USA, lieferte in den 1970er Jahren einen Bausatz des Boxwing-Modells „Uncle Sam“, das mit einem Gummimotor angetrieben wurde. Die pfiffige Konstruktion hatte einen Kastenflügel mit 260 mm Spannweite und stammt von dem bekannten Modellkonstrukteur Bill Hannan, der auch für das Model Builder Magacine tätig war. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, ein verkleinertes Modell in Pistachio-Größe (<200 mm) zu bauen, das von einem 4-mm-DC-Getriebemotor mit 5-Farad-Green-Cap oder wahlweise einem Gasparin G5 CO 2 -Motor angetrieben wird. Damit setze ich die Serie der Schuhkartonmodelle fort.


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Balsarohre wickeln

l EINE RUNDE SACHE

Das Wickeln von Balsarohren ist nicht ganz unproblematisch und erfordert eine spezielle Vorgehensweise, die im Folgenden beschrieben werden soll. Die hier vorgestellte Methode beruht auf eigenen Erfahrungen, sowie auf den Versuchen von P. Willutzki und U. Bundesen. Sie liefert sichere Ergebnisse.

BAUPLAN 3201542

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DFS 230 1:10

l TRUPPENSEGLER

Die DFS 230 wurde 1936 von der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug in Darmstadt entwickelt. Ursprünglich ausgelegt für einen Piloten mit einer Transportkapazität von neun Personen, gab es den Segler im Laufe der Jahre auch mit einer Doppelsteuerung und weiteren Variationen wie einem Bremsfallschirm oder Bremsraketen.

BAUPLAN 3201541

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Die fliegende Gondel

l VENICE

Kennt ihr den Wonder von SIG? Welch simples Spaßgerät aus dem Jura der Modellfliegerei! Inspiriert von diesem Modell wurde meine Rechenmaschine hochgefahren, um ein kompaktes, modernes Brett in Rippenbauweise mit drei Klappen, also einem Höhenruder und zwei Querrudern zu malen. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber ich habe es mindestens in die Kreidezeit geschafft: Denn wer das neue Modell am Himmel sieht, kann sich in etwa vorstellen, wie es ausgesehen haben muss, als Quetzalcoatlus seine Runden drehte.

KOLUMNE

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l Hier riecht’s nach SPRIT

Kennt Ihr das auch? Manchmal bekommt man Angst vor der eigenen Courage. Das ist mir seinerzeit passiert, als ich beim Bau unseres Hauses mit der Verlegung der 1,5 km langen Rohrleitungen der Fußbodenheizung fertig war. Wenn ich das vorher schon mal gesehen hätte, hätte ich bestimmt nicht angefangen…