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EDITORIAL

Foto: DGzRS Die Seenotretter, Thomas Steuer

Rausfahren, 
wenn andere reinkommen!

„Schiffbrüchige aus Seenot retten. Menschen aus Gefahren befreien. Verletzte und Kranke versorgen. Wir sind klar zum Einsatz – rund um die Uhr und bei jedem, wirklich jedem Wetter.“ Das ist das Motto der Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger – kurz DGzRS –, die in diesem Jahr ihr 150-jähriges Jubiläum feiern. Jeder, der schon mal von der überwiegend freiwilligen Besatzung eines Seenotrettungskreuzers oder -bootes aus einer misslichen Lage auf Nord- oder Ostsee befreit wurde, wird die Professionalität und die selbstlose Hingabe der Seenotretter an ihren Rettungsauftrag bestätigen.

Die DGzRS ist der beste Beweis dafür, dass eine Idee, die zum gemeinnützigen Wohl der Gemeinschaft initiiert wurde und größtenteils durch freiwillige Spenden finanziert wird, zu einer wundervollen Sache reifen kann. Zur Ausstattung der DGzRS gehören 20 Seenotkreuzer und 40 Seenotrettungsboote auf insgesamt 54 Stationen, die von knapp 1.000 Mann gefahren werden. Allein im Jahr 2014 wurden in insgesamt 2.183 Einsätzen 768 Menschen gerettet – und das bei einem Finanzaufwand von 38,6 Mio Euro, die von den Seenotrettern komplett ohne Steuergelder gestemmt wurden. Die Zahlen sprechen für sich – und für die DGzRS. Seit jeher üben die weiß-orangen Einheiten der Seenotretter auch eine besondere Faszination auf uns Schiffsmodellbauer aus – und so erfreuen sich Baupläne, Baukästen und Eigenbauten dieser Schiffe einer ungebrochenen Popularität. In dieser Ausgabe der ModellWerft berichtet Andreas Borgert von den Jubiläumsfeierlichkeiten unter Teilnahme von zahlreichen aktiven und ehemaligen Schiffen der DGzRS sowie einer Vielzahl von Rettungseinheiten aus ganz Europa. Und Oliver Müller beschreibt in seinem Schiffsporträt mit der Harro Koebke einen der modernsten Seenotkreuzer Europas.

Stefan Ulsamer 
Redaktion ModellWerft