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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

auf unseren Modellteichen, auf den Ausstellungsflächen der Modellbaumessen und in den Schiffsmodellbauvereinen findet man immer mehr Modelle, die Schiffe und Boote zum Vorbild haben, die in unseren Breiten eher unbekannt sind. So stellt beispielsweise in dieser neuen Ausgabe der MODELLWERFT Jörg Gebhardt den Nachbau eines Flussschiffes vom Amazonas im Maßstab 1:35 vor. Seine Dois Amigos ist inspiriert von den Holzschiffen, wie sie heute noch in der brasilianischen Millionenmetropole Manaus gebaut werden. Günter Martin hingegen nahm sich den Flussmonitor Shelesnjakow des sowjetischen Projektes SB-7 aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zum Vorbild für ein ungewöhnliches Modell im Maßstab 1:50. Sein Eigenbau ist aufgrund der Bauweise des Originalschiffes zwar gut einen Meter lang, weist jedoch lediglich einen Tiefgang von 1,5 cm auf. Und Matthias Schumacher entdeckte in einem britischen Modellbaumagazin den Bauplan eines eher exotischen US-Schnellbootes einer Werft aus Miami, das hauptsächlich zur Bergung von abgestürzten Piloten eingesetzt wurde, und ihn zu einem tollen Nachbau im Maßstab 1:32 inspirierte.

Quasi „Schiffsmodellbau XXL“ betreibt der kanadische Tüftler Neil Woledge aus Yellowknife. Er recycelte beim Bau seines Kutters Old Steel Two alle erdenklichen Teile aus alten Fahrzeugen und der Minenindustrie, aber auch neue Elemente wie Fenster aus dem Hausbausegment integrierte er in sein 10,5-Meter-Boot. Marko Penk hat sich den 1:1-Eigenbau für die MODELLWERFT vor Ort in Kanada angesehen.

Und nun wünsche ich Ihnen viel Vergnügen mit den Beiträgen in der neuen MODELLWERFT.

Stefan Ulsamer, Verantwortlicher Redakteur MODELLWERFT

Die Old Steel Two entsteht als ungewöhnliches Bauprojekt im Maßstab 1:1 an den Ufern des Great Slave Lake in Kanada